Windows-Vista von Microsoft könnte Markt für Spracherkennungssysteme beflügeln – Kontroverse Diskussion im Vorfeld der Bonner Voice Days: Ist die Branche zu technikgetrieben?
Bonn/Berlin - Für den Markterfolg von Sprachtechnologien hält Tom Houwing von der Beratungsfirma voiceandvision http://www.vui-experts.com das neue Vista-Betriebssystem von Microsoft für wichtig: „Wenn es Microsoft gelingt, mit Vista die breite Masse der Verbraucher an die Sprachinteraktion mit Maschinen heranzuführen, so wird das enorme Auswirkungen haben: Microsoft kann damit Standards setzen, wie sie es bei den grafischen Benutzeroberflächen taten. Idiome, Befehle und Funktionen werden die Verbraucher dann von Microsoft erlernen - mit den entsprechenden Folgen für die Nutzerschnittstellen anderer Sprachanwendungen, die sich den daraus resultierenden Erwartungen der Nutzer stellen müssen", prognostiziert Houwing.
Microsoft stelle mit Vista die ganze Microsoft-Welt auf Sprachsteuerung um. „Die Verbraucher werden lernen, Sprachsteuerung als natürlich anzusehen, täglich damit umzugehen und viel eher bereit sein, auch auf anderen Gebieten sprachgesteuerte Anwendungen zu nutzen", glaubt Houwing. Bisher sei die Entwicklung von Sprachanwendungen meist zu technikgetrieben. Es werde viel Geld in die Technologie gesteckt. Zudem behauptete die Industrie, sie könne alles.
„Dank der Industrialisierung der Branche und der damit verbundenen Erfahrungen wissen wir heute, dass der Erfolg einer Anwendung nicht von der verwendeten Technologie abhängt, sondern von den Erwartungen der Nutzer und den zugrunde liegenden Geschäftsmodellen. Da erwarte ich mir viel von den Bonner Voice Days http://www.voicedays.de und dem Voice Campus am 18. und 19. Oktober. Erstmals besteht die Möglichkeit, sich auf dem Voice Campus inhaltlich so vorzubereiten, dass man ein Maximum an Ideen, Visionen, und auch Herausforderungen von den anschließenden Diskussionen und Fachsitzungen mitnehmen kann. Es geht nicht mehr darum, was kann diese oder jene Plattform. Das Interessantere ist, was kann ich damit machen und wie muss ich es tun, damit der Kunde die Anwendung erfolgreich nutzen kann“, sagt Houwing.
In der Sprachtechnologie-Branche wird diese Einschätzung nur zum Teil getragen. „Natürlich zählen Einfachheit und Nutzerfreundlichkeit zu den wichtigsten Geboten für neue Technologien. Wir laufen immer auf einem schmalen Grat zwischen technisch möglichen und von Kundenseite gewünschten Funktionen, zwischen einfacher Bedienbarkeit und nur scheinbarem Zusatznutzen. Für den Verbraucher muss alles unkompliziert zu handhaben sein. Was sich allerdings hinter dem sogenannten ‚User-Inferface’ verbirgt, wird immer komplexer und die Technologie entscheidet darüber, welche Qualität und welchen Nutzen ein Sprachportal haben kann. Die Latte für die Erreichung einer hohen Nutzerakzeptanz hängt bei Sprachportalen sehr hoch. Um diese Hürden auch mit hohem Return-on-Investment überwinden zu können, benötigt man nicht nur Know-how im User-Interface Design, sondern auch die derzeitig besten Technologien. Fernando Alonso könnte die Formel 1 Weltmeisterschaft sicherlich nicht in einem VW-Polo gewinnen“, entgegnet Sprachdialogexperte Lupo Pape, Geschäftsführer der Berliner SemanticEdge GmbH http://www.semanticedge.com.
„Wenn wir bei der Mensch-Maschine-Interaktion weiterkommen und die natürliche Spracherkennung voranbringen wollen, müssen wir viel mehr Energien in die Entwicklung hochwertiger Anwendungen stecken. Wir müssen auch mehr Aufklärung darüber leisten, welche Rolle die Technik bei der Einkaufsentscheidung spielt Hier erhoffen wir uns viel von den Applikationen, die auf den Voice Days gezeigt werden und den Fachdiskussionen des Begleitprogramms“, so der Ausblick von Pape.
Hinweis für die Redaktionen: Zum Pressegespräch mit Professor Wahlster am 19. Oktober, um 11 Uhr und zum gesamten Kongress Voice Days 2006 im Alten Bundestag (Görrestrasse 15, 53113 Bonn) möchten wir Sie gerne einladen. Für Journalisten ist die Kongressteilnahme kostenlos. Akkreditierung über Claudia Klemp von der Agentur nic.pr, Tel: 0228 - 620 43 82; E-Mail: nic-pr.de" target="_blank">claudia.klemp
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11.10.2006 - 8:31 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 355 X
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