Bechtle AG hält Jahresprognose auch nach verhaltenem ersten Halbjahr für erreichbar
Umsatz in den ersten sechs Monaten um 7,7 Prozent gesteigert Akquisitionen sichern die zukünftige Entwicklung, belasten aber zunächst die Ertragslage Vorsteuerergebnis bleibt unter Vorjahresniveau Umsatz- und Ergebnisprognose für Gesamtjahr unverändert
Neckarsulm, 12.08.2005 – Die Bechtle AG hat im ersten Halbjahr ihren Umsatz akquisitionsbedingt um 7,7 Prozent von 492,1 Millionen Euro auf 529,8 Millionen Euro gesteigert. Nennenswerte Impulse aus dem Markt fehlten dabei allerdings nach wie vor. Organisch betrug das Umsatzplus 1,3 Prozent. Auf der Ertragsseite erzielte das IT-Handels- und Dienstleistungs-Unternehmen ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 13,1 Millionen Euro, das damit um 5,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau von 13,9 Millionen Euro lag (Vorjahr um Umstellungseffekte nach IFRS bereinigt). Hintergrund sind insbesondere Integrationsaufwendungen aus Unternehmenszukäufen und Kosten in den Aufbau einer branchenfokussierten Vertriebsstruktur. Nach den ersten sechs Monaten erzielte Bechtle ein Ergebnis je Aktie von 0,40 Euro, gegenüber 0,44 Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Grundlage ist ein Quartalsüberschuss von 8,4 Millionen Euro, der 9,6 Prozent hinter dem bereinigten Periodenergebnis des Vorjahres von 9,3 Millionen Euro zurückblieb. Für das Gesamtjahr hält der Vorstand trotz der verhaltenen Entwicklung in den ersten sechs Monaten die Umsatz- und Ertragsprognose nach wie vor für erreichbar.
"Unsere Ziele für das Gesamtjahr sind ohne Frage ambitioniert, ihr Erreichen aber weiterhin realistisch", so der Vorstandsvorsitzende Ralf Klenk. "Wir gehen für das zweite Halbjahr von einer spürbaren Belebung der Nachfrage nach IT-Dienstleistungen aus. In den vergangenen sechs Monaten hat uns der Rückenwind aus dem Markt noch gefehlt, um stärker Fahrt aufzunehmen." Das erste Halbjahr stand für Bechtle ganz im Zeichen von Akquisitionen, dem Ausbau der Vertriebsaktivitäten und dem Zugewinn von Marktanteilen. Entsprechend belasteten insbesondere Anlaufkosten und Integrationsaufwendungen die Ertragslage. Mit dem Kauf von drei Systemhäusern und einer Neugründung kamen im ersten Halbjahr 13 neue Standorte in Deutschland und der Schweiz sowie rund 400 zusätzliche Mitarbeiter zum Konzern. "Investitionen in die Zukunft können eine Ergebnisperiode durchaus einmal drücken. Wir nehmen das in Kauf und denken hier nicht in kurzfristigen Dimensionen, sondern haben den langfristigen Erfolg von Bechtle im Blick", so Klenk. Das Unternehmen setzt dabei auf eine antizyklische Investitionspolitik. "Gerade wenn der Markt schwächelt, bieten sich attraktive unternehmerische Chancen. Wir nutzen diese Möglichkeiten, um den Konzern durch sinnvolle Akquisitionen zu stärken." Zu Jahresbeginn stand zunächst für 2005 vor allem die Konzentration auf die vollständige Integration der im Vorjahr zugekauften Unternehmen und das organische Wachstum imVordergrund. "Kurzfristig hätte es
unsere Ertragslage sicher verbessert, auf weitere Akquisitionen zu verzichten. Aus unternehmerischer Sicht aber wäre das im Hinblick auf die mittel- und langfristige Stärkung unserer Wettbewerbsposition unklug gewesen", so Klenk.
Systemhaus wächst akquisitionsbedingt beim Umsatz um 10,6 Prozent
Im Segment Systemhaus betrug der Umsatz von Januar bis Juni 361,3 Millionen Euro. Zum Umsatzplus von 10,6 Prozent haben primär Erstkonsolidierungseffekte beigetragen. Organisch beläuft sich das Wachstum auf 1,0 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) im größeren der beiden Segmente hat sich im ersten Halbjahr von 5,9 Millionen Euro auf 3,4 Millionen Euro reduziert. Der Ergebnisrückgang im Vorjahresvergleich ist neben einem zunehmenden Margendruck im Wesentlichen durch die Integrationsaufwendungen und den Ausbau der Vertriebsstruktur bedingt.
eCommerce verbessert Ergebnis um 19,8 Prozent
Der Umsatz im Segment IT-eCommerce stieg im ersten Halbjahr aus eigener Kraft um 1,8 Prozent auf 168,5 Millionen Euro. Während das Schweizer Tochterunternehmen ARP nach den überplanmäßigen Umsätzen im Vorjahreszeitraum einen geringeren Beitrag leistete, entwickelten sich die Bechtle direkt-Gesellschaften im In- und Ausland positiv. Sie erreichten in der Berichtsperiode ein solides Wachstum von 13,4 Prozent. Die Ertragslage im gesamten Handelssegment verbesserte sich trotz des Preisdrucks deutlich: Das EBIT nahm um 19,8 Prozent zu und belief sich auf 9,7 Millionen Euro, nach 8,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Hier machen sich vor allem die kontinuierliche Optimierung der Prozesseffizienz und die damit verbundene Kostenreduzierungen bemerkbar.
Zahl der Mitarbeiter erhöht
Die Zahl der Mitarbeiter des Bechtle-Konzerns nahm in den ersten sechs Monaten 2005 um 401 Beschäftigte auf 3.579 zu. Der Anstieg um 12,6 Prozent ist im Wesentlichen auf die im ersten Halbjahr erfolgten Akquisitionen zurückzuführen und betrifft nahezu ausschließlich den Systemhausbereich. Im Inland beschäftigte Bechtle 2.503 Mitarbeiter, im europäischen Ausland waren es 1.076.
Weiterhin solide Vermögenslage
Zum Halbjahresende beliefen sich die liquiden Mittel inklusive der Wertpapiere des Umlaufvermögens auf 41,9 Millionen Euro (31. Dezember 2004: 65,8 Millionen Euro). Ursachen für die Verminderung sind im Wesentlichen die Finanzierung der Akquisitionen aus eigenen Mitteln, die im Juni erfolgte Dividendenausschüttung sowie Tilgungen von Darlehen. Zusammen mit 45,9 Millionen Euro freien Kreditlinien verfügt Bechtle über eine Liquiditätsreserve von zusammen 87,8 Millionen Euro. Die Höhe des Eigenkapitals blieb im Vergleich zum Bilanzstichtag 2004 mit 216,5 Millionen Euro nahezu konstant (31.12.2004 angepasst nach IFRS: 216,7 Millionen Euro). Dagegen nahm die
Investitionen in die Zukunft
In beiden Segmenten erweitert und stärkt Bechtle seine Aktivitäten: Im Systemhaus-Bereich mit dem Ausbau der regionalen Präsenz sowie durch eine auf bestimmte Branchen wie etwa öffentliche Auftraggeber fokussierte Vertriebsstrategie. Daneben markieren die Akquisition der PP 2000 AG sowie das Abkommen mit IBM zur Übernahme der Sparte Deskside Support Services erste Erfolge beim Ausbau des Bereichs Managed Services zu einer weiteren Kernkompetenz. Dadurch will Bechtle insbesondere vom Trend des IT-Outsourcings profitieren. Im eCommerce setzen die Neckarsulmer konsequent auf eine Zwei-Marken-Strategie. Größtes Einzelprojekt ist die im ersten Halbjahr fortgesetzte Entwicklung einer skalierbaren IT-Handelsplattform. Sie schafft die Grundlage, um die Geschäftsaktivitäten der ARP-Gruppe von der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) auf weitere europäische Länder auszuweiten. In diesem Jahr verursacht das Projekt allerdings zunächst Kosten und bindet erhebliche Kapazitäten beim Management.
Ausblick für Gesamtjahr
Der Bechtle-Vorstand geht für die zweite Jahreshälfte von einer deutlichen Belebung der Nachfrage aus und rechnet für das letzte Quartal mit dem branchenüblichen Schlussspurt, der überproportional zum Gesamtumsatz beitragen soll. Trotz der bisher hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Entwicklung des ersten Halbjahres, hält der Vorstand die über dem Branchenwachstum liegende Umsatz- und Ertragsprognose für realistisch. "Wenn sich die von Marktforschern erwartete Dynamik in den kommenden Monaten einstellt, dann haben wir gute Voraussetzungen, überproportional am Wachstum zu partizipieren", erläutert Klenk. Der Bechtle-Vorstand rechnet für 2005 mit einem Umsatzvolumen von 1,3 Milliarden Euro (plus 19,5 Prozent) und erwartet beim Vorsteuerergebnis eine Steigerung in der Größenordnung von über 11 Prozent auf mindestens 42 Millionen Euro (bei angepasster, bereinigter Vorjahresbasis nach IFRS).
(Der aktuelle Zwischenbericht ist in Deutsch und Englisch online abrufbar unter www.bechtle.com/investorrelations/finanzen )
Über Bechtle
Bechtle ist mit rund 60 Systemhäusern in Deutschland und der Schweiz aktiv und zählt europaweit zu den führenden IT-eCommerce-Anbietern. Seinen über 24.000 Kunden aus Wirtschaft, Öffentlichem Dienst und Finanzmarkt bietet das 1983 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Neckarsulm herstellerunabhängig ein lückenloses Angebot rund um die IT-Infrastruktur aus einer Hand. Bechtle ist seit 2000 an der Börse notiert und im Technologieindex TecDAX gelistet.
Bechtle AG, Unternehmenskommunikation, Sabine Emich, Bechtle Platz 1,74172 Neckarsulm, Telefon: +49 (0)71 32/ 981-4115, Fax: -4116, bechtle.com
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Quelle: BECHTLE / pressrelations.de
12.08.2005 - 10:00 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 242 X

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