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Automatische Fernüberwachung von Kleinkläranlagen



Neue Lösungswege für eine effiziente Fernüberwachung durch ein Frühwarnsystem zur bedarfsgerechten Lenkung von Wartungseinsätzen
In Deutschland sollten bereits bis 2006 gemäß den EU-Vorgaben alle Kleinkläranlagen nach dem Stand der Technik arbeiten. Die Umsetzung der zahlreichen Verordnungen, Richtlinien, Gesetze u. a. hat sich jedoch in der Praxis als kompliziert herausgestellt und erfolgt deshalb nur sehr langsam. Da keine behördliche Überwachungspflicht für Kleinkläranlagen besteht, wird in den Bundesländern eine qualifizierte Selbstüberwachung hauptsächlich durch Wartungsbetriebe als ausreichend angesehen. Für bessere Praxislösungen fehlen die öffentlichen finanziellen Mittel.

Mehr Umweltschutz durch zentrale Anlagenüberwachung

In der gegenwärtigen Praxis verfügen moderne Kleinkläranlagen bereits über technische Möglichkeiten für die Eigenüberwachung durch die Anlagensteuerung. Damit kann eine Anlage bereits automatisch Störungsmeldungen an einen Wartungsbetrieb senden. Solche Meldungen informieren über einen aktuell eingetretenen Störfall, der von der Anlagensteuerung selbst erkannt wird. Bessere Überwachungsergebnisse können durch eine sensorgestützte Zustandskontrolle erreicht werden. Mit dem Einsatz zusätzlicher Sensoren werden kontinuierliche Zustandsaussagen zum aktuellen Anlagenbetrieb gebildet. Die speziellen Sensoren kontrollieren die unmittelbare Ausführung einer Steueranweisung der SPS zur Prozessführung und das Betriebsverhalten der überwachten Anlagenkomponenten über die Zeit. Mit dieser Überwachungstechnik kann ein normaler und gestörter Anlagenbetrieb erkannt und bewertet werden.

Bedarfsgerechte Wartung durch Früherkennung von Betriebsstörungen

Zur frühzeitigen Erkennung von Störungen werden kontinuierlich Zustandsmeldungen analysiert, in einem Diagnoseprozess klassifiziert und im Störfall unmittelbar angezeigt. Die Diagnoseaussagen basieren auf Erfahrungen aus empirischem Expertenwissen zum Anlagenbetrieb in Klärprozessen. Solch ein Spezialwissen muss formalisiert erfasst werden und zur Zustandsbewertung verfügbar sein. Für die Früherkennung kritischer Betriebszustände ist eine kontinuierliche statistische Erfassung von gemeldeten Zustandstelegrammen notwendig. Die daraus gebildeten Statistiken sind für unterschiedliche Anwendergruppen individuell wirtschaftlich verwertbar. Aus solchen statistischen Analysen können praktische Erkenntnisse zum Nutzerverhalten, zu Einsparungen an Ressourcen oder zur Stabilität der Anlagentechnik im Dauerbetrieb abgeleitet werde.

Statistiken zum Anlagenbetrieb sorgen für mehr Sicherheit

Aus Zustandstelegrammen werden Statistiken gebildet, die eine Früherkennung oder Klassifikation von Anlagenstörungen ermöglichen. Hierzu gehören die …


Gerätestatistik:
Auswertung von Soll/Ist-Betriebsstunden zur vorbeugenden Wartung und Früherkennung von Ausfallzeiten durch Geräteverschleiß
Betreiberstatistik:
Überwachung der Anlagenführung durch den Betreiber und Erfassung von Betriebsstörungen durch willkürliche Abschaltungen.
Füllstandsstatistik:
Überwachung der Schlammhöhe durch Schätzung der wachsenden Spiegelhöhe mit Erfahrungswissen über die Zeit.
Wartungsstatistik:
Auswertung von Reaktionszeiten des Wartungsbetriebes bei angezeigten Betriebsstörungen und Bewertung der Serviceleistung in einer Jahresübersicht.
Anlagenstatistik:
Zusammenfassung der Aussagen aus den Teilstatistiken zur monatlichen Bewertung der Anlagenzuverlässigkeit im Klärprozess für eine Jahresbilanz.

Dezentrales Abwassermanagementerfordert zuverlässigere Entsorgungs¬systeme

Die strengeren EU-Standards zur Abwasserentsorgung machen die Neuinstallation bzw. Umrüstung von zahlreichen Kleinkläranlagen erforderlich. Gleichzeitig führen diese Vorgaben zu innovativen Technologien für die Abwasserbehandlung sowie zur beschleunigten Entwicklung eines Marktes für zuverlässige Entsorgungssysteme. Damit hat sich auch die Nachfrage für Kleinkläranlagen erhöht. Allein in Deutschland, Frankreich und Italien werden derzeit mehr als eine Million neue Anlagen benötigt.

Wirtschaftlicher Nutzen für Anwender in der Praxis

Ein "Frühwarnsystem" mit wissensgestützter Zustandsdiagnostik bietet mit seinen statistischen Aussagen den Anwendergruppen verschiedene Verwertungsmöglichkeiten.


Tabelle

Anwender Nutzen

Wartungsbetriebe Vorsätzliche Netzabschaltungen, Geräteausfälle und damit verbundenen Störungen des Klärbetriebes werden erkannt, ablaufende Nutzungszeiten von Geräten durch Betriebsstundenzählung gemeldet sowie bei Betriebsstörungen durch Zustandsdiagnose der Geräte- und Anlagenbetrieb in Warnstufen klassifiziert. Als "Einsatznavigator" dient solch ein System zur bedarfsgerechten Servicelenkung und zur Nachweisführung von Wartungsleistungen bei einer kontinuierlichen Anlagenüberwachung.
Anlagenhersteller Aus den Statistiken, zum Betriebsverhalten ihrer Produkte im praktischen Einsatz und zum Nutzungsverhalten durch einen Betreiber, folgen Aussagen für die Weiterentwicklung ihrer Anlagen- bzw. Gerätetechnik.
Anlagenbetreiber Mit einem Bewertungsprotokoll zur Anlagenführung kann der ordnungsgemäße Betrieb in einer Jahresbilanz ausgewiesen werden. Durch eine vorbeugende Wartung wird mehr Betriebssicherheit erreicht. Zusätzlich wird eine zeitgerechte Schlammentsorgung möglich.
Kontrollbehörden Behörden erhalten erstmalig ganzjährige Übersichten zu ihren überwachten Anlagenbetrieben. Mit Aussagen zum Betriebs- und Betreiberverhalten sowie zu den bewerteten Serviceleistungen der Wartungsbetriebe. Damit wird eine lückenlose Anlagenüberwachung möglich.

Dr. Klaus Wloka, GFaI
GFaI Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik, Berlin

Quelle: Elisabeth Klock Verlag / pressbot.net

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04.03.2008 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 419 X

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