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Die Grünen sind digital am nächsten beim Bürger


Die neueste ArgYou-Studie des Berner Instituts für angewandte Argumentenforschung (IFAA) zeigt, dass die grossen Parteien in Deutschland die inhaltliche Nachfrage durch die Bürgerinnen und Bürger häufig nicht treffen: Themen wie Arbeit, Europa, Wirtschaft, Frauen, Steuern sowie Sicherheit, Kinder und Bildung sind gemäss der Studie die Kernthemen aller Parteien im Internet. Ein computerunterstützter Vergleich der Inhalte mit den gesuchten Inhalten bei diversen Suchmaschinen in Deutschland zeigt einen aktuellen Mehrbedarf bei Themen wie Schulen, Kultur und Jugend. Am besten treffen die Grünen und die FDP. Fischer und Schröder sind immer top bei den Suchenden während Müntefering sich im Internet am besten in Szene setzt.



Insgesamt hat der deutsche Wahlkampf im Internet noch nicht amerikanische Ausmasse angenommen, stellen die Analysten von ArgYou fest. Viele Parteien sind momentan gerade dabei, ihre Webseiten wieder einmal neu zu gestalten. Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass vor allem die Inhalte auf den Portalen wichtig sind und weniger die grafische Aufmachung der Parteidesigner. Nutzerinnen und Nutzer möchten vor allem das finden, was sie suchen und nicht haufenweise schöne Bildchen oder Logos anschauen.



Wissenschaftlich auf den Zahn gefühlt

Die wissenschaftliche, computergestützte Inhaltsanalyse aller Parteiwebsites wurde im Juni zum ersten Mal für Deutschland im Auftrag der Parteien durchgeführt. Diese einzigartige, neue Technologie erlaubt es, Inhalte auf verschiedenen Webseiten direkt miteinander zu vergleichen und sämtliche Entwicklungen während eines Wahlkampfes systematisch aufzuzeigen. Sie wurde im vergangenen Jahr bereits im amerikanischen Wahlkampf und bei schweizerischen Kampagnen eingesetzt. Analysiert wurden die angebotenen Themen, Politikfelder, Institutionen, Persönlichkeiten und deren Kommunikationsprofile sowie die Übereinstimmung von angebotenen und nachgefragten Inhalten.



Nach Gerechtigkeit und Parteivorstand sucht niemand

Die wichtigsten aktuellen Themen auf den Parteiwebseiten sind Arbeit, Europa, Wirtschaft, Frauen, Steuern sowie Sicherheit, Kinder und Bildung. Ziemlich prominent kommen auch Themen wie die Reformen oder Gerechtigkeit zum Vorschein. Themen, welche aber nachfragenseitig auf den Suchmaschinen Google und bei Metasuchmaschinen in Deutschland praktisch nie gesucht werden. Ähnlich sieht es mit den „von innen nach aussen“ gedachten Parteivorständen und Bundesvorständen aus: Diese werden häufig in aller Ausführlichkeit digital breitgeschlagen aber von Bürgerinnen und Bürgern nie gesucht.

Demgegenüber würden aber Informationen zu Berlin, zum Bundestag oder zu Themen wie Gesellschaft, Verfassung, Parlament oder auch Archive häufig gesucht. Solche werden aber wiederum von den Parteien wenig oder gar nicht angeboten.



Die Kleinen Top, die Grossen Flop

Die Trends in Deutschland, wie auch in anderen Ländern, sind laut dem Leiter des Instituts IFAA, dem Politologen Dr. Christoph Glauser ganz ähnlich: „Kleine Parteien nutzen das Internet oft sehr geschickt und strategisch, während grosse Parteien haufenweise „Mist“ auf ihren Plattformen publizieren. Nicht selten werden sogar gedruckte Parteiprogramme einfach digitalisiert, die im Internet dann zu überhaupt nichts taugen“. Nach den Erfahrungen aus dem amerikanischen Wahlkampf, wo vor allem im grossen Stil Gelder via Internet gesammelt wurden (man munkelt von bis zu 250 Mio $) ist absehbar, dass präzisere Messungen von „digitalen“ Walkämpfen nun auch in europäischen Wahlkämpfen Einzug halten werden.



Die Partei als Marke: Gewinner sind FDP und SPD

Gemessen wird in der Studie auch, wie gut eine Partei in der digitalen Welt überhaupt von aussen sichtbar ist. Gut verlinkte und inhaltlich konsequent aufgebaute Webseiten haben hier wesentlich bessere Chancen von den Suchmaschinen auch entsprechend indexiert und damit natürlich dann auch gefunden zu werden. Die Marken FDP und SPD sind derzeit am besten repräsentiert und sichtbar. Am schlechtesten schneiden dagegen hier die Grünen ab, die auf Grund des Umlautes in ihrem Namen im Internet bezüglich des Namens diverse Nachteile in Kauf nehmen müssen.

Bei den Personen setzen sich Müntefering, Schröder, Benneter, Stoiber und Merkel top in Szene. Gesucht werden derzeit aber vor allem Fischer und Schröder.





Quelle: Institut für angewandte Argumentenforschung / pressetreff.de

19.12.2005 - 18:05 Quelle: pressetreff.de | Gelesen: 316 X

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