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[GRN-BT] Schiffsunglück im Ärmelkanal zeigt: Schutz vor Schiffshavarien muss verbessert werden


Schiffsunglück im Ärmelkanal zeigt: Schutz vor Schiffshavarien muss verbessert werdenPRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

NR. 0151
Datum: 2. Februar 2006

Schiffsunglück im Ärmelkanal zeigt: Schutz vor Schiffshavarien muss
verbessert werden

Zum Untergang des nach einer Kollision leckgeschlagenen Chemietankers
"Ece" im Ärmelkanal erklärt Rainder Steenblock, Sprecher für Schifffahrt
und Häfen:

Im Ärmelkanal ist in der Nacht zum Mittwoch ein Chemietanker mit 10.000 />Tonnen Phosphorsäure an Bord nach dem Zusammenstoß mit einem
Schüttgutfrachter untergegangen und verliert Öl. Sollten die etwa 80
Tonnen Treibstoff an Bord ins Meer gelangen, befürchten Umweltschützer
langfristige Folgeschäden für die Umwelt.

Diese Havarie bildet den vorläufigen Schlusspunkt einer langen Liste von
Schiffsunglücken im Ärmelkanal. Dabei kam es immer wieder zur
Freisetzung von Öl oder Chemikalien. Angesichts der neuerlichen
Kollision warnt die britische Seefahrergewerkschaft NUMAST (National
Union of Marine, Aviation and Shipping Transport Officers) vor
alarmierenden Signalen für einen Rückgang der Sicherheitsstandards an
britischen Küsten. Eines der an der Havarie beteiligten Schiffe war
bereits bei Kontrollen durch Mängel aufgefallen und in verschiedenen
Häfen festgehalten worden.

Ehe es zur nächsten Katastrophe kommt, müssen den Mahnungen jetzt
strengere Vorschriften für die Schifffahrt folgen - vor allem im viel
befahrenen und unfallträchtigen Ärmelkanal. Zwar tritt ab 2008 für das
von der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO als "besonders
empfindlich" eingestufte Meeresgebiet eine Meldepflicht für
Schweröltanker in Kraft - nicht aber für Schiffe, die Chemikalien an
Bord haben. Eine Lotsenpflicht gibt es für den Ärmelkanal bisher nicht.
Auch keine Begleitpflicht durch Schlepper für Gefahrgutfrachter, damit
ein Havarist unverzüglich abgeschleppt werden kann.

Auf der 6. Internationalen Nordseeschutzkonferenz, die Anfang Mai in
Schweden tagt, sollten die Umweltminister der Anrainerstaaten das Thema
auf die Tagesordnung setzen und umfassende Regelungen für
Sicherheitsstandards im Seeverkehr auf den Weg bringen. Wir fordern
Bundesumweltminister Gabriel auf, die Punkte Lotsenpflicht, Meldepflicht
für Chemietanker und Begleitpflicht durch Schlepper für Schiffe mit
gefährlichen Ladungen zur Diskussion zu bringen und sich für ihre
Realisierung einzusetzen.


(c) Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN

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02.02.2006 - 18:00 Quelle: news-on-web.de | Gelesen: 300 X