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[STBA] Repräsentative Wahlstatistik zur 16. Bundestagswahl


Repräsentative Wahlstatistik zur 16. BundestagswahlPressemitteilung des Bundeswahlleiters
Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamtes
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Nr. 1 vom 2.2.2006

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Endgültige Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik zur 16.
Bundestagswahl
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WIESBADEN -Endgültige Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik zur
16. Bundestagswahl

- Niedrigste Wahlbeteiligung bei Erst- und Jungwählern
- Frauen wählten SPD und Unionsparteien gleichmäßig, Männer
bevorzugten CDU/CSU
- SPD in allen Wählergruppen ähnlich stark vertreten,
Unionsparteien eher uneinheitlich, FDP und GRÜNE bei
den Jüngeren vorn, Die Linke. bei den
45- bis 59-Jährigen
- Vom Stimmensplitting profitierten vor allem GRÜNE,
FDP und Die Linke.
- SPD schöpfte ihr Potential bei jeder Altersgruppe
gleichmäßig aus, die Wählerschaft der Unionsparteien
stammte überproportional aus älteren Wählern

Der Bundeswahlleiter hat heute in einem Pressegespräch in Berlin die
endgültigen Ergebnisse aus der Repräsentativen Wahlstatistik zur
Bundestagswahl 2005 vorgestellt.

Mit der Repräsentativen Wahlstatistik, die - seit der ersten
gesamtdeutschen Wahl 1990 - zum zweiten Mal wieder bei einer
Bundestagswahl durchgeführt wurde, lässt sich das Wählerverhalten bei
einer Bundestagswahl nach Altersgruppen und Geschlecht sowie nach der
Struktur der Wähler und Nichtwähler analysieren.

Aus der Repräsentativen Wahlstatistik bei der Bundestagswahl am 18.
September 2005 ist hervorzuheben:

Die Wahlbeteiligung bei den unter 30-Jährigen ist im Vergleich zur
Bundestagswahl 2002 um 1,5 Prozentpunkte auf 68,8% gesunken
(Westdeutschland 69,7%, Ostdeutschland 65,7%). Der seit 1980 zu
beobachtende Trend zur Wahlenthaltung bei dieser Altersgruppe hat sich,
nach einer Unterbrechung bei der Bundestagswahl 2002, fortgesetzt.

Ab der Altersgruppe der 21- bis 24-Jährigen steigt die Wahlbeteiligung -
wie bei früheren Wahlen - mit dem Alter. In der Altersgruppe der 60- bis
69-Jährigen gab es mit 85,0% die höchste Wahlbeteiligung. Nach
Bundesländern wiesen die höchste Wahlbeteiligung mit 88,0% die
schleswig-holsteinischen Männer der Altersgruppe zwischen 60 und 69
Jahren auf, die niedrigste Wahlbeteiligung mit 52,9% die
mecklenburg-vorpommerschen Männer der Altersgruppe der 21- bis 24-Jährigen.

Frauen wählten die SPD genauso oft wie die Unionsparteien, Männer eher
die Unionsparteien
Während bundesweit SPD und CDU/CSU mit 34,2% beziehungsweise 35,2% der
Zweitstimmen nur einen Prozentpunkt auseinanderlagen, erzielten die
Unionsparteien bei den Männern mit 34,8% 2,0 Prozentpunkte mehr als die
SPD. Bei den Frauen lag die SPD mit 35,5% gleichauf mit den Unionsparteien.

Das beste Zweitstimmenergebnis hatten die Unionsparteien mit 43,8% bei
den über 60-jährigen Frauen, das schlechteste bei den Männern der
jüngsten Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren (26,3%). Das beste
Erststimmenergebnis wurde mit 49,0% bei den über 60-jährigen Männern
erreicht, das schlechteste bei den Frauen zwischen 18 und 24 Jahren (31,3%).

Die SPD erreichte - wie bei der Bundestagswahl 2002 - wieder ihr bestes
Zweitstimmenergebnis bei den weiblichen Jungwählern zwischen 18 und 24
Jahren, und zwar mit 38,5%; ihr schlechtestes bei den Männern der
Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren (30,7%). Das beste
Erststimmenergebnis erzielte die SPD mit 42,8% ebenfalls bei den
Jungwählerinnen zwischen 18 und 24 Jahren, ihr schlechtestes bei den
Männern zwischen 25 und 34 Jahren sowie bei den ab 60-jährigen Männern
(jeweils 35,5%).

Bei den kleineren Parteien gab es ebenfalls geschlechtsspezifische
Parteipräferenzen
Den GRÜNEN haben 8,8% der Frauen und 7,4% der Männer ihre Zweitstimme
gegeben. FDP und Die Linke. hatten jeweils ein Stimmenplus bei den
Männern (10,7% zu 9,0% beziehungsweise 9,9% zu 7,6%).

Die Präferenz für kleinere Parteien war bei Männern deutlicher
Die Männer wählten eher die kleineren Parteien: GRÜNE, FDP, Die Linke.
und die sonstigen Parteien erhielten zusammen 32,4% der Zweitstimmen der
Männer, aber nur 28,9% der Zweitstimmen der Frauen.

Die überwiegende Mehrheit der Wähler und Wählerinnen gab ihre Erst- und
Zweitstimme einheitlich ab. Der Anteil des Stimmensplittings differierte
bei den Wählern der einzelnen Parteien jedoch sehr stark.

Die kleineren Parteien, vor allem GRÜNE und FDP, hatten zum Teil einen
deutlichen Zweitstimmenüberhang (GRÜNE + 1,3 Millionen Stimmen; FDP +
2,4 Millionen Stimmen). Die GRÜNEN-Wähler splitteten am stärksten zu
Gunsten der SPD (56,7%), die FDP-Wähler zu Gunsten der CDU (51,5%). Die
Linke., die bei der Bundestagswahl 2002 noch einen Erststimmenüberhang
von rund 162 500 Stimmen zu verzeichnen hatte, erzielte bei der
Bundestagswahl 2005 einen Zweitstimmenüberhang in Höhe von rund 354 000
Stimmen; die Wähler der Partei Die Linke. splitteten hauptsächlich zu
Gunsten der SPD (17,3%).

Die Wähler und Wählerinnen der Unionsparteien splitteten eher selten
ihre Stimmen. Wenn sie das taten, bestand bei den CDU-Wählern eine
Tendenz, die Zweitstimme der FDP zu geben (15,6%). Vom Stimmensplitting
der SPD-Wähler profitierten die GRÜNEN (12,0%). Signifikante
Unterschiede zwischen Männern und Frauen waren im Splittingverhalten der
Wähler nicht zu erkennen. Im früheren Bundesgebiet (einschließlich
Berlin-West) wurde häufiger gesplittet als in den neuen Ländern
(einschließlich Berlin-Ost).

Die Wählerschaft der Unionsparteien rekrutierte sich überproportional
aus älteren Wählern. Demgegenüber entsprach die SPD-Wählerschaft - wie
2002 - annähernd der Altersstruktur der Gesamtwählerschaft. In der
Wählerschaft der GRÜNEN dominierten die jüngeren und mittleren
Altersgruppen. Junge Wähler waren in der Wählerschaft der FPD
überdurchschnittlich vertreten. In der Partei Die Linke. dominierten die
45- bis 59-Jährigen.


Diese und weitere Ergebnisse aus der Repräsentativen Wahlstatistik sowie
umfangreiche Tabellen und Übersichten sind in dem Heft 4 der Reihe „Wahl
zum 16. Deutschen Bundestag am 18. September 2005" enthalten. Diese
Veröffentlichung ist auf der Internetseite des Bundeswahlleiters unter
http://www.bundeswahlleiter.de zu finden und kann außerdem als
Print-Version über den Buchhandel oder beim SFG-Servicecenter,
Fachverlage, Postfach 43 43, 72774 Reutlingen, Telefon: 07071/93 53 50,
Telefax: 07071/93 53 35, E-Mail: destatiss-f-g.com, Bestell-Nr.
1051104-05900-1 zum Preis vom 18,00 € bezogen werden.


Weitere Auskünfte gibt:
Manfred Thoma
Telefon: (0611) 75-2012
E-Mail: bundeswahlleiterdestatis.de


Weitere Unterlagen zur Pressekonferenz sind im Internet-Angebot des
Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/presse/deutsch/pk/2006/wahlstat_2005b.htm
zu finden.



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Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.
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Herausgeber: (c) Statistisches Bundesamt, Pressestelle
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02.02.2006 - 18:01 Quelle: news-on-web.de | Gelesen: 189 X