[CapAna] Afghanistan/Herat: Die Sonne als Energiequelle
Afghanistan/Herat: Die Sonne als EnergiequelleSeit November haben wir viele Brandverletzungen zu behandeln. Besonders häufig kommen Kinder mit zum Teil schwersten Verbrennungen.
Der Dieselpreis ist mit Winterbeginn stark angestiegen, viele Generatoren, die früher mehrere Haushalte stundenweise mit Strom versorgten, werden aus diesem Grund nicht mehr betrieben. Die Familien greifen abends auf die alten Petroleumlampen zurück. immer wieder kommt es damit zu Unfälle, oft mit verheerenden Folgen.
Die Frau unseres Nachtwächters und ihre beiden Kinder, der dreijährige Sohn und die elfjährige Tochter, zogen sich heftige Verbrennungen zu, weil Ihnen ein Verkäufer aus Versehen Benzin abfüllte. Als die Frau die Lampe abends anzünden wollte, schossen die Flammen in die Höhe. Die zwei Kinder, die in der Nähe standen, wurden schwer verletzt. Zum Glück war ihr Ehemann Davud zu diesem Zeitpunkt zu Hause und konnte die Flammen löschen. Die Wunden heilen gut, es ist in diesem Fall noch mal glimpflich ausgegangen.
Mit diesen Erfahrungen wissen wir den Luxus von einer 24stündigen Stromversorgung mehr als zu schätzen. Unser Solaranlage liefert rund um die Uhr genügend Energie.
Wenn nachts Notfallpatienten kommen müssen wir nicht erst mit der Taschenlampe warten bis einer der Arbeiter den lauten Generator anwirft. Kein Rätseln im Dunkeln über die Krankheit, man greift einfach zum Lichtschalter und hat die Situation sofort im Überblick!
Die Schäden und Bodenerosion durch massive Abholzung sind überall zu sehen. In einem Land wie Afghanistan, das über reichlich Sonne als natürliche Energieressource verfügt, scheint der Einsatz von Solaranlagen naheliegend. Gerade auch wenn man die steigenden Treibstoffpreise und die globale Abhängigkeit betrachtet, bedarf der Einsatz regenerativer Energie der Nachahmung!
Döne Akdas, 16.03.2006
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16.03.2006 - 18:00 Quelle: news-on-web.de | Gelesen: 1219 X