[SPD-BT] Deutschland braucht einen ehrlichen Hochschulpakt
Deutschland braucht einen ehrlichen Hochschulpakt17. Maerz 2006 - 231
AG Bildung und Forschung
Deutschland braucht einen ehrlichen Hochschulpakt
Anlaesslich der Vorstellung des 10-Punkte-Papiers der
Arbeitsgruppe Bildung und Forschung zum geplanten Hochschulpakt
erklaeren der stellvertretende bildungspolitische Sprecher,
Ernst-Dieter Rossmann, und der bildungs- und
forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Joerg
Tauss:
Ueber die Vollkostenfinanzierung in der Forschungsfoerderung
allein ist die Herausforderung der steigenden Nachfrage nach
Studienplaetzen nicht zu loesen. Notwendig ist vielmehr eine
gemeinsame Anstrengung von Bund und Laendern, die den
Kapazitaetsaufbau und die Qualitaetssicherung in der Lehre in
den Mittelpunkt stellt. Wir unterstuetzen ausdruecklich den
Vorschlag des rheinland-pfaelzischen Wissenschaftsministers
Professor Juergen Zoellner zu einem Modell des Vorteilsausgleich
zwischen den Laendern, das erstmalig ein Anreizsystem fuer den
Aufbau von Studienkapazitaeten schaffen wuerde. Dies sind
Mindestanforderungen fuer einen ehrlichen Hochschulpakt.
Eine der draengendsten Herausforderungen der gegenwaertigen
Hochschulpolitik sind die erfreulicherweise zunehmenden
Studierendenzahlen. Zwar gibt es unterschiedliche Prognosen zu
dem tatsaechlichen Mehrbedarf etwa in den
Doppelabiturjahrgaengen 2011 und folgende bis hin zu 2020. Aber
an der Groessenordnung der notwendigen gemeinsamen
Kraftanstrengung kann kein Zweifel bestehen. Wir begruessen
diese Entwicklung, denn unsere Gesellschaft braucht nicht
zuletzt im zunehmenden internationalen Innovationswettbewerb
dringend mehr akademischen Nachwuchs und hochqualifizierte
Fachkraefte.
Wir begruessen und unterstuetzten daher die Initiative von
Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan zu einem
Hochschulpakt von Bund und Laendern grundsaetzlich. Wir brauchen
einen Pakt, der direkt das Kapazitaetsproblem adressiert und
auch einen Beitrag zur Qualitaetssicherung der Lehre an den
Hochschulen leistet. Wir unterstuetzten hier den Vorschlag von
Rheinland-Pfalz und Sachsen ausdruecklich, ueber ein
Vorteilsausgleichsmodell zwischen den Laendern Anreize fuer den
kapazitaeren Ausbau von Studienplaetzen zu setzen. Der Bund ist,
was die SPD-Bundestagsfraktion betrifft, grundsaetzlich bereit,
sich an einem solchen modernen und erstmalig
wettbewerbsorientierten Anreizsystem fuer mehr Studienplaetze zu
beteiligen.
Wir brauchen darueber hinaus aber einen Pakt, der auch die
sozialen Implikationen der wachsenden Studierendenzahlen
aufgreift und Chancengleichheit sichert. Dazu muss etwa das
BAfoeG leistungsfaehig gesichert und muessen die Studentenwerke
gefoerdert werden. Und nicht zuletzt brauchen wir eine
Foederalismusreform, die in Zukunft gemeinsame Anstrengungen im
Bildungsbereich von Bund und Laendern moeglich haelt, wenn ueber
Bedarf und Instrumente Einigkeit erzielt werden kann - die
steigenden Studierendenzahlen sind hierfuer ein Paradebeispiel.
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17.03.2006 - 18:00 Quelle: news-on-web.de | Gelesen: 228 X