Mehr als nur eine Alternative zur Arbeitslosigkeit – Zeitarbeit ist auf dem Vormarsch
Bonn/Köln – Der Ruf der Zeitarbeit in Deutschland ist noch verbesserungsfähig. Anders als beispielsweise in Großbritannien wird ein solcher Job oft mit einem prekären Beschäftigungsverhältnis gleichgesetzt – Zeitarbeitskräfte sind angeblich schlecht bezahlt und haben keine Rechte und Sicherheiten. Wenn dieser Vorwurf zutreffen würde, wäre dies in der Tat schlimm. Schließlich hat der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland in den vergangenen Monaten 560.000 neue Stellen gebracht, wobei ein Viertel auf das Konto von Zeitarbeitsfirmen geht, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) http://www.arbeitsagentur.de berichtet.
Trotzdem sind momentan „Gute Zeiten für Zeitarbeit“, so der Bonner General-Anzeiger http://www.general-anzeiger-bonn.de. Mehr als 17.000 Zeitarbeitsunternehmen verleihen hier zu Lande ihre insgesamt 600.000 festangestellten Mitarbeiter an wechselnde Einsatzstellen auf Kundenseite. „Zeitarbeit ist nicht nur für Konzerne und Großunternehmen interessant, sondern insbesondere auch für den Mittelstand“, weiß der Kölner Personalexperte Marc Emde von der Kirch Personalberatung http://www.kirchconsult.de.
Nach einem Bericht des Unternehmer-Portals Markt und Mittelstand http://www.marktundmittelstand.de beschäftigen bereits 61 Prozent der KmU temporäres Personal (Stand Juli 2007). Fast zwei Drittel davon rekrutieren auf diesem Weg auch hoch qualifizierte Mitarbeiter und Manager. Lediglich 39 Prozent verzichteten völlig auf den Einsatz von Zeitarbeitern. Der Anteil der Zeitarbeitskräfte an der Gesamtbelegschaft sei jedoch moderat: Bei gut 73 Prozent der Befragten liege er unter fünf Prozent, knapp die Hälfte beschäftige sogar weniger als ein Prozent ihrer Mitarbeiter temporär. Lediglich bei 14 Prozent der befragten Mittelständler liege der Anteil im zweistelligen Prozentbereich, so Markt und Mittelstand. Der überwiegende Teil der Unternehmen setze Zeitarbeitskräfte zur Abdeckung von Auftragsspitzen oder für projektbezogene Mehrarbeit ein. „Die Firmen sollten Zeitarbeit jedoch nicht nur als letztes Mittel begreifen, um in der Not Auftragsspitzen abzubauen. Wer im eigenen Unternehmen auch strategisch auf Zeitarbeiter zurückgreift, der sichert auch die Arbeitsplätze der Festangestellten“, sagt Emde.
Der Personalexperte von Kirchconsult benennt jedoch auch die Schwachstellen: „Jedes System begünstigt in irgendeiner Form den Missbrauch. High Potentials werden sich ohne Probleme auf dem Zeitarbeitsmarkt durchsetzen. Bei gering qualifizierten müssen alle – vor allem die Branche selbst – aufpassen, dass schwarze Schafe mit mieser Bezahlung und mangelnden sozialen Leistungen den Ruf einer ganzen Branche ruinieren.“ Das „Merkblatt für Leiharbeitnehmer“ der Bundesagentur für Arbeit gibt Hinweise darauf, wie Zeitarbeitsfirmen arbeiten sollten. Damit die „Alternative nicht zum Alptraum wird“ (GA Bonn), sollten Interessierte mal in diesen Leitfaden herinschauen.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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17.10.2007 - 7:59 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 294 X
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