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STINNER: Noch kein Friede für die Opfer von Srebrenica




BERLIN. Zum 10. Jahrestag des Massakers von Srebrenica erklärt der Südosteuropa-Experte der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer STINNER: Das Massaker von Srebrenica war das schrecklichste Einzelereignis während der grausamen und opferreichen Kriege nach dem Zerfall des Staates Jugoslawien. Dass dies unter den Augen von UN-Truppen geschehen konnte, war auch ein Tiefpunkt für die internationale Staatengemeinschaft.

Es ist bis heute sowohl für die in Bosnien stationierten Truppen als auch für die politische Führung aller betroffenen Länder ein Armutszeugnis, dass die Haupttäter, Ratko Mladic und Radovan Karadzic noch nicht gefasst werden konnten. Die Glaubwürdigkeit der internationalen Gemeinschaft in der Region leidet darunter. Trotzdem müssen die Bemühungen zur politischen Stabilisierung Bosniens weiter gehen. Dazu müssen die Bosnier selber mehr Eigenverantwortung für ihren Staat übernehmen können. 10 Jahre nach dem Friedensabkommen von Dayton muss es endlich möglich sein, die quasi-diktatorischen Vollmachten des Internationalen Repräsentanten Paddy Ashdown zu begrenzen.

Demokratie lässt sich nicht theoretisch erlernen, sondern nur durch die Praxis. Es ist ein gutes Zeichen für die Region, dass der serbische Präsident Boris Tadic heute an den Trauerfeierlichkeiten teilnimmt und die serbische Verantwortung für das Massaker nicht länger geleugnet wird.

 

Knut Steinhäuser Telefon: (030) 227-52378 pressestellefdp-bundestag.de

 



Quelle: FDP / pressrelations.de

11.07.2005 - 17:06 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 275 X

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