FLACH: PISA nicht als Steinbruch für eigene Vorurteile verwenden
BERLIN. Zu den Ergebnissen des PISA-Bundesländervergleiches erklärt die forschungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike FLACH, die Mitglied im Ausschuss für Bildung ist:
Die PISA-Länderuntersuchung zeigt, dass die eingeleiteten Reformen zu langsam, zu zaghaft und zum Teil an der falschen Stelle ansetzen. Besonders schwach sind nach wie vor die Länder mit hohem Migrantenanteil, hoher Arbeitslosigkeit und hoher Verschuldung. Es ist unsinnig, die Diskussion nun wieder auf die Frage einer frühen Trennung in weiterführende Schulformen zu verengen. Entscheidend ist vielmehr die frühe individuelle Förderung von Kindern. Die internationale PISA-Auswertung hat gezeigt, dass langes gemeinsames Lernen ein Erfolgsfaktor sein kann (Finnland), aber dazu gehören auch Leistungsorientierung, höhere Bildungsausgaben, Anerkennung des Lehrerberufes und individuelle Betreuung. Nur wenn dies zusammenkommt, sind die Erfolgschancen eines Bildungssystems hoch. In Deutschland sind wir in allen Faktoren schwach. Es ist deshalb dringend notwendig, die völlig unstrukturierten und unkoordinierten Reformen der Bundesländer zu bündeln, gemeinsame Ziele zu definieren und entschlossen umzusetzen. Dabei muss ein Schwerpunkt die Förderung benachteiligter Gruppen am Start sein. Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, darf nicht eingeschult werden, sondern muss Förderung erhalten. Das bedeutet Chancengleichheit am Start, aber nicht Ergebnisgleichheit am Schulende. Leider zeichnet sich ab, dass sich wieder jedes Land und jeder Verband das aus der PISA-Studie herausliest, was die eigene Schulpolitik unterstützt. Die bürokratischen Monstren von Bildungsstandards, die nach der ersten PISA-Untersuchung von der Kultusministerkonferenz beschlossen wurden, zeigen, wie man es nicht machen sollte.
Quelle: FDP / pressrelations.de
14.07.2005 - 16:35 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 318 X
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