Wiener Ballett der Staatsoper und Volksoper in positivem Licht
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„Anna Karenina“ hat überzeugt
Boris Eifman formte Tolstois tragischen Roman aus dem Jahr 1877 zu einem der packendsten Dramen der zeitgenössischen Tanzszene. Die von Leidenschaft und Verzweiflung erfüllte Liebestragödie wird aufgrund ihresdynamischen Bewegungskonzepts als Meisterwerk des führenden Choreographen Russlands angesehen. 2006 wurde Eifman für „Anna Karenina" in Moskau mit dem renommierten internationalen Preis „Benois de la Danse" ausgezeichnet.
Gegenwärtig gilt Boris Eifman als einer der produktivsten und kreativsten Künstler des Balletts in Russland. Für seine Produktion „Tschaikowsky“ wurde er mit dem wohl wichtigsten russischen Theaterpreis, der „Goldenen Maske“, ausgezeichnet, während Eifman selbst diese „Goldene Maske“ für seine Verdienste um die Entwicklung der zeitgenössischen Choreographie empfing. Viermal bereits erhielt er auch den St. Petersburger Theaterpreis „Goldener Bogen“ sowie den „Triumph“. 1995 wurde er zum Russischen Volkskünstler ernannt, er ist Chevalier des Arts et des Lettres in Frankreich. Er lehrt an der Waganowa-Ballett-Akademie in St. Petersburg.
Anna Karenina zum ersten Mal neu im Westen
Nach akklamierten Präsentationen des 2005 in St. Petersburg uraufgeführten Werks auf Tourneen seines eigenen St. Petersburger Ballett-Theaters in Europa und Amerika, hat nun Boris Eifman dem Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper als erstem Ensemble „Anna Karenina" zur weiteren Aufführung anvertraut.
Zu seiner Umsetzung des tragischen Romans aus dem Jahr 1877 in die eigene Kunstgattung merkte Eifman an: „Wenn man Tolstoi liest, spürt man, wie unglaublich ergriffen der Autor von der psychischen Welt seiner Helden ist, und wie verblüffend subtil und genau er das Leben in Russland widerspiegelt. Der Roman Anna Karenina greift nicht nur tief in die psychische Welt der Heldin ein, sondern gibt uns auch eine wahrlich psychoerotische Analyse ihrer Persönlichkeit. Selbst in der gegenwärtigen Literatur sind solche Leidenschaften, Wandlungen, Trugbilderscheinungen nicht zu finden. Das alles wurde zum Gegenstand meiner choreographischen Überlegungen."
Dynamisches Bewegungskonzept und ausgezeichnete Debütanten
Auf der Grundlage einer Partitur, die aus Kompositionen Peter Iljitsch Tschaikowskis - Sätze aus Symphonien und Orchestersuiten, Symphonische Phantasien und Phantasie-Ouvertüren des Zeitgenossen des Dichters - zusammengestellt ist, entwickelte Eifman ein dynamisches Bewegungskonzept, das zugespitzt ist auf die tragische Verstrickung der Hauptfiguren – Anna ( Dagmar Kronberger), Karenin (Eno Peci) und Wronski (Ivan Popov).
„Elegant schwebende Feen und Flügel schlagende Schwäne sind der Wienerin Dagmar Kronberger nicht fremd. Als verlässliche Halbsolistin zählt sie seit zehn Jahren zum Ensemble des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper. (Die Presse.com)“ Sie wurde gefordert und hat zusammen mit ihren männlichen Partnern bestanden. Hier haben gleich drei Debütanten des Hauses ihr Können unter Beweis gestellt und zugleich die Meriten für das neue „Ballett der Staatsoper und Volksoper Wien“ eingetanzt.
Am Erfolg dieser „Wiener Haus-Produktion“ haben sicher Sinowi Margolins Bühnenbild, die Kostüme von Slawa Okunew im Licht von Gleb Filschtinski, erst recht die Einstudierung von Olga Kalmykowa, Oxana Twerdochlebowa und Igor Poljakow nicht unwesentlichen Anteil. Dirigent David Levi und das Volksopern-Orchester geben „Anna Karenina“ den emotional akustischen Kick. Reprisen: 09., 12. Januar 2007; 06., 13. Mai 2007.
Die Staatsoper alleine hätte sicher noch viele Jahre in einer Ballett-Bedeutungslosigkeit vor sich hingedämmert, während die Volksoper über die Jahre ausreichend Erfahrung mit der Ballett-Erneuerung des 20. Jahrhunderts sammeln und auch mehr und mehr die Kritiker vom hohen Grad des Könnens überzeugen konnte. Die unter vorrangig pekuniärem Aspekt gefundene Zusammenlegung beider Ensembles steigert noch einmal das Ansehen der Volksoper. Es hat auch ganz unbestritten die Staatsoper in ein neues, positives Ballett-Licht von internationaler Vergleichbarkeit gestellt. Und dieses gilt es jetzt mit weiteren Highlights am Leuchten zu halten.
Und im März folgt die Premiere von "They Will Rock You" - Tanzhommage an Queen in der Volksoper (4. März 2007) Hier überträgt Ben van Cauwenberghs Choreographie die Vitalität der Queen-Songs in die Sprache des Tanzes. Es geht um Liebe und Liebesleid, um die goldenen Zeiten des Rock 'n' Roll, um spannende Krimi-Atmosphäre, um Humorvolles, Groteskes, auch Verrücktes und schließlich um den langsamen Abschied vom Leben. Wir dürfen gespannt sein. Weitere Infos finden sie auch unter: www.dasballett.at
Foto: Dimo Dimov/Das Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper
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27.12.2006 - 16:16 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 616 X
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