TANZHOMMAGE AN QUEEN IN WIEN
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„Mamma Mia“, schon wieder eine Neuimplantation einer Popgruppe auf die Bretter gebracht. War denn das unbedingt nötig? Dieses Mal hat sich das Ballett der Wiener Staats- und Volksoper mit einer „Tanzhommage an Queen“ des belgischen Choreographen Ben van Cauwenberg die legendäre Rockgruppe und seinen an AIDS verstorbenen Frontmann Freddie Mercury „einverleibt“.
Im ersten Teil bleibt der Besucher unentschlossen. Er vergleicht die einzelnen, lose aneinander gereihten Lieder, die das Ballett zwischen Aerobic-Flavour und Spitzentanz unter den Augen der visualisiert stets präsenten Queen Musiker absolviert mit der bereits vor 10 Jahren erdachten Béjart-Choreographie. Über allem thront Freddie Mercury’s überdimensionales Porträt und schaut (vom Himmel) auf das Wiener Bühnengeschehen, das Dimitrij Simkin mit Versatzstücken, Bild- und Videoprojektionen bewegt.
Im zweiten Teil dann zeigen alle ihr wahres Gesicht, sprich ihr Können. Simkin vermittelt den Kontakt zwischen Queen, der Stärke ihrer Popsongs und emotionalen Ausstrahlung. Hier zeigt sich: es war legitim, was der Choreograph in seiner 2004 entwickelten Arbeit 2007 nach Austria brachte. Er lässt eine Popgruppe durch das Ballett und seine ausgezeichneten Vertreter wieder entstehen, verdeutlicht die ganze Bandbreite des musikalischen Könnens von Queen durch das Bewegungstheater des Balletts.
Simkins Bilder erwachsen zu einem optischen Ereignis, der Betrachter kann sich da dem Sog eines Queen-Livekonzerts im Wembley-Stadion nicht entziehen. Dagmar Kronberger; Karina Sarkissova, Gregor Hatala, Mihail Sosnovschi, András Lucás, Vladimir Snizek und vor allem Daniil Simkin untermalen nicht mehr nur die Bilder. Ihr Können, Ihre Qualität und Ausstrahlung sind jetzt Mittler zwischen Queen und Audience.
Nun spätestens wird klar, warum sich die Wiener Macher der Show freuen dürfen, das Richtige getan zu haben: Die Wiener Popstars des Balletts komplementieren die Musik der Popstars Queen in einer virtuellen Welt von Simkin. Man spricht seitens der Macher, wie vormals Freddie Mercury, von einer guten Show, Qualität, die ab geliefert werden soll, um das Publikum zu unterhalten. Cauwenbergh will das Publikum verwöhnen. Und so werden alle Register gezogen: dem einen etwas zu pathetisch, dem anderen ein wenig zu viel Groucho Marx, dem nächsten zu viel Kinder-Auftrieb, eben alles, und alles ist schön.
Nahe am Original spielen Choreographie und Tänzer/Tänzerinnen mit dem Reiz des chamäleonhaften der Musik von Queen. Am überzeugendsten ist jedoch die Annäherung an den „male aspect“ der Gruppe, dem Männlichen, dem Schwulen in Freddy Mercury. Dann haben die Pas de Deux von Gregor Hatala und Michail Sosnovschi etwas Überzeugendes und Ehrliches und lassen das Publikum inne halten, miterleben, was der anschließende eruptive Applaus bezeugt.
Genauso wollten Queen sein, und das haben alle Beteiligten der Inszenierung transportiert, die zum Schluss in einem Video bei ihrer Arbeit gewürdigt werden. Alles wird illustriert: Rock 'n' Roll, Groteskes, Humorvolles, Verrücktes und der langsame Abschied vom Leben.
Nach einem weniger gelungenen Versuch, mit der Adaption von Duke Ellingtons Nussknacker-Suite junges Publikum für das Ballett zu begeistern, ist hier weitaus mehr drin. Standing ovations bei der Premiere waren verdient und werden sich sicherlich bei den kommenden Vorstellungen wiederholen.
Weitere Vorstellungen der „Tanzhommage an Queen“ 13.,18.,23.,26.3.,11.4.,20.5.,14.6.07
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07.03.2007 - 14:40 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 929 X
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