Großunternehmen werben mit zukunftorientierten Ausbildungen durch Stipendien - Ein Risiko für den Mittelstand?
Von Silke Härtel
Bonn/Düsseldorf– Der immer stärker werdende werbende Charakter von Förderungsmöglichkeiten führt dazu, dass immer mehr Studenten sich um Stipendien bewerben. Nicht zuletzt auch aus finanzieller Not. Denn die Hochschulreform und Einführung der Studiengebühren versperren vielen den Weg zu einem langersehnten Studium. Einige Universitäten schließen sich mit Top-Unternehmen zusammen, so auch die TU München http://www.tu-muenchen.de und das Unternehmen MAN, berichtet das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de. Das Ziel der Zusammenarbeit liegt darin, den Mangel an Fachkräften durch gezielte Förderung hochqualifizierter Bewerber zu decken und erfolgreiche Absolventen möglichst früh gut auszubilden und an sich zu binden. Jedoch handelt es sich bei den Unternehmen, die mit den Universitäten zusammenarbeiten ausschließlich um Großunternehmen wie Thyssen-Krupp, Siemens, Daimler-Chrysler oder Degussa. Die Aufnahmebedingungen sind hart und nicht jeder Bewerber bekommt eines der begehrten Stipendien.
Tobias Janßen, Vorstandschef der Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.com in Düsseldorf und Mitglied im Executive Board American Chamber of Commerce http://www.amcham.de, sieht in der Zusammenarbeit der Universitäten ausschließlich mit Großunternehmen allerdings auch ein Risiko. Rund 99 Prozent der Unternehmen in der Bundesrepublik sind mittelständische Unternehmen. Diese werden, so Janßen, von der Politik oft stiefmütterlich behandelt. Für die Universitäten wäre eine Zusammenarbeit auch mit kleineren Unternehmen seiner Ansicht nach von Vorteil. Denn mittelständische Unternehmen vergeben rund mehr als ein Viertel der Arbeitsplätze. Den Studenten könnte man eine vielfältigere Auswahl an Unternehmen bieten und diese mit potentiellen Fachkräften eine Zukunft garantieren. Ein Wechselspiel, von dem alle Beteiligten profitieren würden. Der Vorteil der Stipendien liegt darin, dass die Auszubildenden einen Mix aus Praxis und Theorie kennen lernen, nicht zuletzt durch den Austausch mit Spitzenmanagern und Vorständen. Auf diese Weise wird Alltagswissen mit wissenschaftlichem Wissen kompensiert und eine möglichst vielseitig orientierte Ausbildung angeboten.
Janßen fordert, dass Hochtechnologien, Unternehmertum und Erfindergeist als Antrieb zu Spitzenleistungen quer durch alle staatlichen Institutionen vorgelebt und reflektiert werden müssen. So auch in den Universitäten – und das nicht nur durch Top-Unternehmen. „Die kleinen Unternehmen bilden das Rückrat der deutschen Wirtschaft und sollten als solche auch behandelt werden. Sie sind die Chance für eine Vielzahl von Hochschul-Absolventen und jungen Fachkräften, die in Großunternehmen trotz bester Qualifikationen keinen Platz finden werden“, weiß der Goldfish-Chef.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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16.08.2007 - 10:11 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 259 X
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