Frühe Förderung von Kindern und Beratung für Eltern "aus einer Hand"
Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun zeichnen Kitas aus und stellen Konzept für Eltern-Kind-Zentren vor
24.08.2005 - Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, und der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, zeichneten heute in Berlin die vier gleichberechtigten Gewinner des DIHK-Kita-Check aus. "Matroschka" aus Frankfurt /Oder (Brandenburg), "Sonnenschein" aus Schwedt (Brandenburg), "Drachennest" aus Wilhelmshaven (Niedersachsen) und "Mandala" aus Morbach (Rheinland-Pfalz) konnten sich gegen starke Konkurrenz durchsetzen. Sie wurden von der vierköpfigen Jury aus 1.700 Kitas ausgewählt. Unter dem Titel "Zukunftsfaktor Kinderbetreuung" hatte der DIHK bundesweit Kindertagesstätten befragt, wie flexibel sie auf die Bedürfnisse berufstätiger Eltern eingehen. Die Ergebnisse zeigen, dass es bereits gute Ansätze gibt, aber innovative Lösungen noch zu selten praktiziert werden. Das betrifft etwa längere und flexiblere Öffnungszeiten, alternative Betreuungsangebote während der Ferien oder auch die Sprachförderung insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund.
Gleichzeitig stellten Renate Schmidt und Ludwig Georg Braun ein gemeinsames Impulspapier vor, in dem sie sich für den bundesweiten Ausbau von Eltern-Kind-Zentren einsetzen. Dabei handelt es sich um Einrichtungen auf lokaler Ebene, die nach dem Vorbild der Early Excellence Centers in England arbeiten. Sie bieten neben der Betreuung und frühen Förderung von Kindern auch Eltern konkrete Hilfe und Unterstützung bei Erziehungsfragen, Ehe- und Familienproblemen oder bei der Gesundheitsprävention an. Positive Erfahrungen mit solchen integrierten Betreuungs-, Bildungs- und Beratungsangeboten "aus einer Hand" liegen auch in Deutschland vor, u. a. aus Ludwigsburg, Bremen, Halle, Berlin und Melsungen. Renate Schmidt legte dazu heute einen Grundlagenbericht des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums vor.
Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, erklärte: "In unserem kinderentwöhnten Land können wir es uns nicht mehr leisten, auch nur ein Talent zu vergeuden. Kinder sind das Wertvollste, was wir haben - für wirtschaftliche Dynamik und für das individuelle Lebensglück. Es ist unsere vorrangige Aufgabe, Kinder möglichst früh möglichst optimal zu fördern und dabei ihre Eltern einzubeziehen und in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Das ist integraler Bestandteil unserer nachhaltigen Familienpolitik. Eltern-Kind-Zentren als eine neue Generation von familienfördernden Angeboten sind eine innovative Antwort auf die heutigen Bedürfnisse von Familien. Wir wollen, dass Eltern-Kind-Zentren überall in Deutschland entstehen."
Der Präsident des DIHK, Ludwig Georg Braun, betonte: "Auch die Wirtschaft braucht gute Kinderbetreuung! Was gestern noch Stirnrunzeln hervorgerufen hat, erklärt sich heute fast von selbst: Gestresste Eltern, weil die Kita so früh schließt, tragen diesen Stress in die Betriebe. Unser Ziel ist deshalb bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei setzen wir auf Netzwerke. In Melsungen beispielsweise wird ein Eltern-Kind-Zentrum gemeinsam von der Kommune und der Wirtschaft, begleitet von bürgerschaftlichen Engagement, getragen. Ich werbe bei Politik und Wirtschaft für diese Idee."
Gemeinsam mit Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, den Kirchen und weiteren Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft will das Bundesfamilienministerium ein Qualitätsprofil für Eltern-Kind-Zentren entwickeln. Als Plattform für die Schaffung von solchen Zentren eignen sich in besonderer Weise die mittlerweile 188 im Rahmen der "Allianz für Familie" entstandenen "Lokalen Bündnisse für Familie", die zusätzlich an weiteren 200 Standorten in der Gründungsphase sind.
Der Bericht des Deutschen Jugendinstituts zu Eltern-Kind-Zentren kann im Internet unter www.bmfsfj.de/Kategorien/Forschungsnetz/forschungsberichte,did=22020.html oder www.dji.de/hausdeskindes abgerufen werden.
Die Ergebnisse des Kita-Checks sind unter www.dihk.de zu finden.
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendE-mail: poststellebmfsfj.de Internet: http://www.bmfsfj.de
Quelle: BUNDESMINISTERIUM FÜR FAMILIE, SENIOREN, FRAUEN UND JUGEND / pressrelations.de
24.08.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 274 X

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