Frauen, Zuwanderer, Personalmanagement – Deutschland steht vor dem Problem der Arbeiterlosigkeit
Bonn/Köln – Deutschland leidet unter Fachkräftemangel. Dieser Befund ist nicht neu. Doch jetzt wird er dramatisch bestätigt. Nach einer aktuellen Umfrage des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) http://www.vdi.de und des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln http://www.iw-koeln.de fehlen der heimischen Wirtschaft rund 95.000 Ingenieure. Damit liege die Zahl wesentlich höher als in den Jahren zuvor. „Diese Zahl und vor allem die Steigerungsrate ist alarmierend“, warnte VDI-Direktor Willi Fuchs bei der Präsentation der Studie auf der Hannover Messe. „Wenn wir diesen Trend nicht stoppen, wird sich der Technikstandort Deutschland künftig nicht mehr mit Japan, den USA und China messen, sondern mit Ländern, die heute auf der Hightech-Landkarte noch gar nicht existieren.“
Migrationsforscher und Arbeitsmarktexperten plädieren schon seit längerem dafür, die Zuwanderung für hoch qualifizierte ausländische Ingenieure, Ärzte oder Techniker zu erleichtern. Doch viele Fachleute zieht es nicht unbedingt nach Deutschland. „Kann man es ihnen wirklich verdenken, dass sie sich nicht gerne vom Stacheldrahtverhau deutscher arbeits- und ausländerrechtlicher Bestimmungen behindern lassen wollen?“, zitiert die Rheinische Post (RP) http://www.rp-online.de Klaus J. Bade, Migrationsforscher an der Universität Osnabrück http://www.kjbade.de.
Bade fordert einen Mix aus einem Punktesystem nach kanadischem Muster und arbeitsmarktorientierten Kriterien. In „unserem überregulierten Wohlfahrtsstaat“ werde immer wieder „zugewandertes Humankapital“ verschleudert. Den Schaden habe die deutsche Volkswirtschaft. In Deutschland lebt rund eine halbe Million hochqualifizierter ausländischer Ärzte und Techniker, ohne das deren Potenzial ausreichend genutzt wird, schreibt die RP. Nach Angaben des Philologenverbandes http://www.dphv.de fehlen derzeit 16.000 Lehrer. Zudem kann jede zweite deutsche Klinik offene Arzt-Stellen nicht besetzen. Bis 2014 rechnet man mit bis zu 43.000 fehlenden Krankhaus-Medizinern.
„Personalmanagement wird zum Überlebensfaktor“, schreibt daher Peter Holl, Bereichsleiter Ver- und Entsorgung beim Kölner Personaldienstleister KCP Executives http://www.kcp-executives.de, in einem Kommentar für EW Das Magazin für die Energiewirtschaft. Holl empfiehlt der Energiebranche im Bereich Human Resources einen schnellen Neustart mit frischen „Strukturen, Methoden und Werkzeugen“. In der Branche herrsche bei den Spitzenkräften „Arbeiterlosigkeit“. „Der bisherige Liberalisierungsprozess in der Energiewirtschaft war nur ein Vorspiel dessen, was in den nächsten Jahren an Veränderungen zu erwarten sein wird“, so Holl. „Anreizregulierung, Marktprozessregulierung und die neu eröffnete Jagd großer Player auf Privatkunden dürften einen immensen Kostendruck auslösen, der viele Versorger finanziell in Atemnot bringen und zur Aufgabe der Selbstständigkeit zwingen wird. Die Zeit für eine grundlegende Marktbereinigung scheint endgültig gekommen.“ Der Branche fehle jedoch das Personal, um in diesem harten Existenzkampf zu bestehen.
Experten hoffen, dass der Fachkräftemangel dadurch etwas abgemildert werden kann, dass verstärkt Frauen auch Zugang zu technischen und naturwissenschaftlichen Berufen finden. Als klassische Männerdomäne wird häufig noch die Druckindustrie wahrgenommen. Doch auch hier ist einiges im Fluss. Frauen sind auf dem Vormarsch – auch in der Printmedien-Industrie. Diesem Trend trägt die Print Media Academy (PMA) der Heidelberger Druckmaschinen AG http://www.heidelberg.com auf der drupa 2008 http://www.drupa.com in Düsseldorf Rechnung. Mit dieser Veranstaltung, die in dieser Form erstmals internationale Zuschnitt hat, soll für weibliche Führungskräfte eine gemeinsame Ebene zum Gedankenaustausch geschaffen werden. „Ich bin überzeugt, dass ‚Women in Print’ neue Wege für Frauen in unserer Industrie aufzeigen kann – und dies auf einer internationalen Basis. Dabei kann das weltweite Netzwerk der Print Media Academy von Heidelberg wertvolle Unterstützung leisten“, erklärte Adriana Nuneva, bei Heidelberg für das Global Marketing zuständig.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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23.04.2008 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 169 X
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