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Trittin: Deutscher Alpenverein als Naturschutzverband anerkannt




Bundesumweltminister Juergen Trittin hat heute dem Deutschen Alpenverein (DAV) die bundesweite Anerkennung als Naturschutzverband nach dem Bundesnaturschutzgesetz ueberreicht. „Damit setzen wir um, was wir mit der Novelle des Bundesnaturschutzgesetzes auf den Weg gebracht haben. Es war mir ein Anliegen, die Konflikte zwischen Naturschutz und Sport zu mindern. Naturschuetzer und Sportler wie Wanderer, Kletterer und Langlaeufer suchen im Kern dasselbe -- eine intakte Natur„, sagte der Bundesumweltminister. Der DAV ist der erste Sportverband, der nach einer gruendlichen Pruefung als Naturschutzverband anerkannt wird.

Die Anerkennung von Naturschutzverbaenden hat das Ziel, die selbstlosen Anliegen des Naturschutzes zu staerken. „Deshalb ist es auch richtig und wichtig, dass nur Vereine anerkannt werden, deren zentrales Anliegen der Naturschutz ist„, betonte der Bundesumweltminister. Es waere ein Missbrauch des Naturschutzgesetzes, wenn Verbaende die Anerkennung erreichen wollten, um tatsaechlich eher ihre Nutzungsinteressen durchsetzen zu koennen. „Bei dem Deutschen Alpenverein bin ich zuversichtlich, dass sich seine Anerkennung als Naturschutzverband fuer die Natur auszahlt und eben nicht fuer die Durchsetzung von sportlichen Interessen missbraucht wird„, sagte Trittin.

Der DAV hat   fuer seine Mitglieder verbindlich -- die Naturvertraeglichkeit bei allen Vereinsaktivitaeten in den Vordergrund gerueckt. Er hat sich in seinem „Leitbild„ einem „nachhaltigen Natur- und Umweltschutz„ verpflichtet. Er lehnt darin ausdruecklich sportliche Aktivitaeten und Veranstaltungen im Gebirge ab, die nicht natur- und landschaftsvertraeglich durchgefuehrt werden koennen. Ein Stopp fuer die weitere Erschliessung von Skigebieten, vor allem auf Gletschern, umweltvertraeglicher Transitverkehr und oekologisch vertraeglicher Tourismus sind wichtige Ziele des Alpenvereins.

„Wir alle haben dieser Tage leidvoll in Bayern erleben muessen, dass wir gerade in den Bergwaeldern die Rueckhaltefaehigkeit der Landschaft staerken und nicht schwaechen duerfen. Wir brauchen angesichts der wachsenden Wahrscheinlichkeit von Starkregenfaellen mehr Mischwaelder. Und wir koennen uns keinen weiteren Verlust solcher Waelder leisten. Wo der Skifahrer schnell runter kommt, schiesst auch das Wasser schnell runter„, sagte der Bundesumweltminister. Der DAV hat in der Vergangenheit vielfach unter Beweis gestellt, dass er sich im Zweifelsfall fuer die Interessen des Naturschutzes entscheidet. „Die Anerkennung des DAV als Naturschutzverband setzt einen Massstab: Nur wer als Sportverband den Naturschutz so ernst nimmt wie der Alpenverein, hat eine Chance auf Anerkennung„, betonte Trittin.

In Zukunft kann der DAV die formalen Mitwirkungs- und Klagerechte nach dem Bundesnaturschutzgesetz in Anspruch nehmen. Diese umfassen die Einsichtnahme in einschlaegige Sachverstaendigengutachten sowie die Gelegenheit zur Stellungnahme bei Verordnungen und Satzungen auf dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Der Alpenverein kann als anerkannter Naturschutzverband auch die Nichteinhaltung von naturschutzrechtlichen Normen gerichtlich verfolgen. Er hat also das Recht der Verbandsklage. Er traegt damit dazu bei, die Durchsetzungsfaehigkeit des Naturschutzes zu staerken. „Wir setzen damit uebrigens eine alte Forderung eines CSU-Landtagsabgeordneten um.

Der hatte vor 30 Jahren ein solches Klagerecht gefordert. Naturfrevel muesse vor Gericht eingeklagt werden koennen, forderte der damals junge Abgeordnete energisch. Er hiess uebrigens Dr. Edmund Stoiber. Es sollte 30 Jahre dauern, bis ein gruener Bundesumweltminister mit der Novelle des Naturschutzgesetzes seine F!orderung in Bayern per Bundesgesetz durchsetzt. Raetselhaft bleibt nur, warum Edmund Stoiber im Bundesrat gegen dieses Gesetz gestimmt hat und warum er die Verbandsklage -- so das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU   schleunigst wieder abschaffen will„, sagte Trittin.

Hrsg: BMU-Pressereferat, Alexanderplatz 6, 10178 BerlinRedaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)Thomas Hagbeck, Jürgen Maaß, Frauke StamerTel.: 01888/305-2010. Fax: 01888/305-2016email: pressebmu.bund.deinternet: http://www.bmu.de/presse

 



Quelle: BUNDESMINISTERIUM FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ UND REAKTORSICHERHEIT (BMU) / pressrelations.de

05.09.2005 - 18:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 287 X

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