Kongress der Stadt-Kulturen
(PM 457/05 vom 27.10.05)
Beckstein bei : "Suburbanisierungseffekte bedrohen Funktionsfähigkeit der Innenstädte – Strukturwandel als Chance begreifen und nutzen"
"In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Bewohner aus den Innenstädten in die Vororte und aufs Land abgewandert. Dieser Suburbanisierungsprozess hat nach dem Wohnen längst auch andere Nutzungsarten erfasst. Großflächige Handelsbetriebe, das produzierende Gewerbe und inzwischen auch Dienstleistungsunternehmen und Freizeiteinrichtungen kehren den Innenstädten den Rücken. Diese Entwicklung bedroht die Funktionsfähigkeit der Innenstädte als Zentrum des urbanen Lebens massiv", betonte Innenminister Dr. Günther Beckstein beimder Stiftung "Lebendige Stadt" am 27. Oktober 2005 in der Allianz Arena in München. Beckstein machte deutlich, dass diese Entwicklung die betroffenen Städte vor große Herausforderungen stellt und rief dazu auf, diesen Strukturwandel als Chance für die Stadtentwicklung zu nutzen: "Durch die Ansiedlung von neuen, zukunftsorientierten Arbeitsplätzen, die Ergänzung fehlender Vorsorgeeinrichtungen und verstärktes Angebot an familiengerechtem Wohnraum sowie die Verbesserung des Grün- und Freiflächenangebots kann es gelingen, die Innenstädte zu revitalisieren und dauerhaft attraktiv zu halten."
Beckstein machte deutlich, dass vor allem der demographische Wandel Risiko und Chance für die Stadtentwicklung zugleich in sich birgt. Bis zum Jahr 2050 wird nach den Prognosen die Zahl der unter 20-jährigen um fast ein Drittel zurückgehen, während die Zahl der über 60-jährigen um fast 40 Prozent zunehmen wird. "Ältere Menschen haben andere Bedürfnisse als junge. Das beginnt bei einem altersgerechten Wohnangebot, setzt sich fort in einer altengerechten öffentlichen Versorgung und Verkehrsinfrastruktur und endet in altengerechten Freizeit- und auch Sportangeboten. Gerade hier liegt die Chance der Innenstädte. Sie können das bieten, was im Alter immer wichtiger wird: Ein dichtes ÖPNV-Netz und die wohnungsnahe Bereitstellung aller wichtigen Versorgungseinrichtungen." Gleichzeitig dürfen aber, wie Beckstein hervorhob, schon aus familienpolitischen Gründen die Belange der Jüngeren keineswegs vernachlässigt werden.
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Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM DES INNERN / pressrelations.de
27.10.2005 - 18:02 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 400 X