Taufe am Aachener Buschtunnel: Neue Röhre heißt ein Jahr lang "Ulla"
Investitionen von 50 Millionen Euro für einen Streckenabschnitt zwischen Aachen Hauptbahnhof und der belgischen Grenze / Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt übernimmt Patenschaft für Tunnel
(Köln, 24. Juni 2005) Heute wird das größte Einzelvorhaben beim Ausbau eines Streckenabschnitts zwischen dem Aachener Hauptbahnhof und der deutsch-belgischen Grenze in Angriff genommen: die neue 711 Meter lange zweite Röhre für den Buschtunnel. In gut 18 Monaten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Bauwerk kann dann zum Fahrplanwechsel 2006/2007 in Betrieb genommen werden. Insgesamt werden in den über drei Kilometer langen Streckenabschnitt 50 Millionen Euro investiert.
Im Rahmen einer kleinen Feier mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Behörden, der beteiligten Baufirmen und der Bahn findet heute - einer alten Tradition der Mineure folgend - die Taufe des Tunnels statt. Vertreter der beiden großen Konfessionen erteilen den kirchlichen Segen. Die Patenschaft für das Bauwerk übernimmt die Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, Frau Ulla Schmidt. Bis zum Ende der Vortriebsarbeiten trägt nun das Bauwerk den Vornamen der Ministerin.
"Mit dem Neubau der zweiten Röhre für den Buschtunnel sowie den übrigen Ausbaumaßnahmen werden wir die Geschwindigkeit auf diesem Streckenabschnitt auf 160 Stundenkilometer erhöhen. Damit erreichen wir eine deutliche Qualitätsverbesserung für unsere Kunden auf der international bedeutenden Hochgeschwindigkeitsverbindung Paris-Brüssel-Köln/Amsterdam", so Klaus Junker, Vorstand Betrieb und Streckenmanagement der DB Netz AG.
Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen unterstrich: "Die Bundesregierung hat die Investitionen in den Schienenwegeausbau verstärkt. Für die neue Röhre und die Sanierung des alten Buschtunnels sind etwa 65 Millionen Euro vorgesehen. Die Aachener Region profitiert von dieser Politik."
Der Neubau der zweiten Röhre ist notwendig geworden, da der bestehende zweigleisige Tunnel umfassend saniert werden muss. Das aus dem Jahr 1843 stammende Bauwerk ist für die erste internationale Eisenbahnverbindung von Köln nach Herbesthal errichtet worden. Um den Höhenrücken des Aachener Waldes zu überwinden, entschied man sich damals für den Bau einer Steilrampe am Ronheider Berg und für einen Tunnel.
In den nächsten gut zwölf Monaten laufen nun die eigentlichen Vortriebsarbeiten in der neuen Röhre. Die Mineure arbeiten rund um die Uhr in zwei Schichten. Dabei wird nach der Spitzbeton-Tunnelbauweise vorgegangen. Zunächst werden Injektionsspieße in den Berg getrieben, die nebeneinander liegend einen Schirm bilden. Unter dem Schutz des Schirms wird Erdreich entfernt. Danach wird das stehengebliebene Erdreich sofort mit Spritzbeton, Stahlmatten und später Ankern gegen Hereinbrechen gesichert. So arbeitet man sich Stück für Stück bis zum Ende des Tunnels. Nach Fertigstellung der sogenannten Außenschale erfolgt der Innenausbau. Hierbei entsteht das eigentliche Tunnelbauwerk mit einer 40 Zentimeter dicken Innenschale aus Beton, dem Gleiskörper sowie der Leit- und Sicherungsstechnik.
Neben dem Neubau des Tunnels werden im Abschnitt zwischen Aachen Hauptbahnhof und der Grenze zu Belgien weitere bauliche Maßnahmen durchgeführt. Hierzu zählen beispielsweise die Errichtung von Schallschutzwänden auf rund 680 Meter Länge, Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik sowie Ausgleichsmaßnahmen auf einer Fläche von fünf Hektar. Darüber hinaus ist in einer zweiten Baustufe die Sanierung des vorhandenen knapp 700 Meter langen Buschtunnels sowie der Umbau für den eingleisigen Betrieb geplant.
Herausgeber: Deutsche Bahn AGKommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 BerlinVerantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg
Quelle: DEUTSCHE BAHN / pressrelations.de
24.06.2005 - 18:51 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1434 X
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