Deutschlands modernstes Fahrgastinformationssystem in Betrieb
Freistaat Bayern finanziert eine weitere Serviceverbesserung bei der S-Bahn München
(München, 15. Juli 2005) Ein neues Ansagerzentrum und eine Kundeninformation über Monitore stellen das Grundkonzept für Deutschlands modernstes Fahrgastinformationssystem bei der Deutschen Bahn AG. DEFAS (Durchgängiges Elektronisches Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungs-System) heißt das Zauberwort. Rund 300 Monitore informieren die Fahrgäste über den aktuellen S-Bahn-Verkehr. Nahezu alle 147 S-Bahn-Stationen können nun auch automatisch und zentral über die Lautsprecher besprochen werden.
Drei Jahre sind seit den ersten Planungen zu DEFAS vergangen. In den letzten Monaten wurden zahlreiche Kabelverbindungen hergestellt und die Zugzielanzeiger und Zugvorankündigungsanzeiger montiert. In mehreren Probestufen wurden die Anzeigen kundengerecht programmiert und eingestellt. Die Kundenmeinung hatte dabei sehr hohe Priorität. Die nun angezeigten Informationen über Linie, Zugziel, Abfahrtsgleis, Zuglänge einschließlich Haltebereich und die minutengenaue Abfahrtszeit sowie bei den Zuganzeigern noch zusätzlich der Laufweg wurden nach Kundenbefragungen entwickelt.
Neben der Kundeninformation mittels Monitore wurde erstmals für das S-Bahn-Netz München ein Ansagerzentrum eingerichtet. Bis auf die S-Bahn-Äste der Linie 8 (derzeit in Vorbereitung) und der S 2 Nord können alle Stationen zentral besprochen werden. Bis Ende 2005 werden alle Stationen angeschlossen sein. 30 Mitarbeiter erhielten dafür eine spezielle Ausbildung. Mittels sechs Arbeitsplätzen erfolgt in den Hauptverkehrszeiten die akustische und optische Kundeninformation. Bisher waren dafür mehr als 30 Stellen (meist Stellwerke) notwendig. Ziel der Modernisierung war es daher, einen einheitlichen Ansagestandard und – umfang von einer zentralen Stelle aus zu gewährleisten. Ob auf einer Station, einem Linienast oder im Gesamtnetz können nun Ansagen zeitnah und einheitlich durchgeführt werden. Die Durchsagen können automatisiert mit Textkonserven oder "händisch" mit individuell gesprochenen Texten durchgeführt werden.
Gesteuert und überwacht werden die neuen Anlagen im Ansagerzentrum an der Donnersbergerbrücke. Dort kümmern sich rund um die Uhr zwischen zwei und sechs Mitarbeiter ausschließlich um die Fahrgastinformation. Dazu arbeiten sie eng mit der Transportleitung der S-Bahn zusammen, die bei Bedarf auch auf Zuruf aktuelle Störungen an die Ansager weitergibt. Innerhalb weniger Augenblicke können dann die entsprechenden Ansagen oder Anzeigen ausgelöst werden.
"Mit den neuen Einrichtungen können wir in der Kundeninformation endlich den Standard leisten, den die Kunden von uns seit langem erwarten", erläutert Günther Pichler, Leiter Regionalbereich Süd von DB Station&Service. "Unser Dank gilt hier auch ganz besonders dem Freistaat Bayern, der mit einer hohen finanziellen Förderung diese Serviceverbesserung erst ermöglichte", so Pichler weiter.
Die neue Technik wird durch Betriebsdaten (Istzustand) sowie Fahrplandaten (Sollzustand) gestützt. Über einen Server in München werden die notwendigen Prozess- bzw. Betriebsdaten vom Ansagerzentrum abgegriffen und an die Fahrgastinformationsanlagen (Monitore oder automatische Durchsagen) weiter gegeben.
"Wir erwarten von dem neuen System aktuelle, präzise und vor allem zuverlässige Auskünfte über das Betriebsgeschehen bei der S-Bahn, gerade auch im Falle von Störungen oder anderweitigen Fahrplanabweichungen", merkt Dr. Kurt Bechtold vom Bayerischen Verkehrsministerium an. "Dabei geht es auch darum, den Fahrgast zur Anschlusssicherung verkehrsmittelübergreifend zu informieren". Deshalb werden auch 21 Stationen der Münchner U-Bahn mit hoher finanzieller Beteiligung des Freistaates Bayern bis zur Fußall-WM 2006 ausgestattet. Zusätzlich werden 33 weitere DEFAS-Vorankündigungsanzeiger installiert. Über standardisierte Schnittstellen können dann die aktuellen Betriebsdaten der S-Bahn auch auf den U-Bahn-Monitoren angezeigt werden bzw. umgekehrt. Die betriebsübergreifende Zusammenarbeit wird durch die Koordination des Freistaates über Projektsteuerer unterstützt.
Das Gesamtvolumen von DEFAS (2 Stufen) für den Bereich S-Bahn München beträgt rund 18,7 Mio. Euro und wurde vom Freistaat Bayern finanziert.
Erklärungen zu den unterschiedlichen Monitoren:
Zugzielanzeiger "Typ München" für die Tunnelbahnhöfe
TFT-Technik Integrierte Uhr Gleisangabe Anzeige von zwei Zügen möglich
Anzeige- der Liniennummer in Farbe- des Zugzieles- der Zugstärke- Abfahrt in Minuten- Laufweg- Wegeabschnittskennzeichnung bzw. Bahnsteigabschnitt (A, B, C)
Zugzielanzeiger mit LCD-Technik für die oberirdischen Stationen
Anzeige
in blau und weiß der Liniennummer der Zugstärke des Laufwegs des Zugsziels des Gleises Abfahrt in Minuten
Wegeabschnittskennzeichnung bzw. Bahnsteigabschnitt
Bahnsteigabschnitt
Zugvorankündigungsanzeiger (TFT/LCD-Technik) können bis zu acht nachfolgende S-Bahn-Züge unter einander aufführen und geben ebenfalls umfassende Informationen. Dazu gehören
Liniennummer
Zugziel
Zuglänge
Abfahrtsgleis
Abfahrt in Minuten
Wegeabschnittskennzeichnung bzw. Bahnsteigabschnitt
Bei allen Monitoren besteht die Möglichkeit von Zusatzinformationen wie z. B. Baustellen, Störungen oder Ersatzverkehr. Die Mitarbeiter des Ansagerzentrums können diese Eingaben zeitnah durchführen.
Herausgeber: Deutsche Bahn AGKommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 BerlinVerantwortlich für den Inhalt: Werner W. Klingberg
Quelle: DEUTSCHE BAHN / pressrelations.de
15.07.2005 - 19:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 570 X
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