Tamilen feiern Cavadee auf Mauritius
Das hinduistische Fest wird jedes Jahr auf der Insel im Indischen Ozean zelebriert
Das Cavadee Festival auf Mauritius gehört zu den eindrucksvollsten religiösen Veranstaltungen der Insel – und Touristen können hautnah dabei sein. Das hinduistische Fest, das am 1. Februar 2007 stattfindet, ist ein sehr farbenfrohes Opferfest zu Ehren von Muruga. Muruga ist die wichtigste Gottheit der Tamilen und der älteste Sohn von Shiva, höchste Gottheit im Hinduismus. Hierfür bereiten sich die Tamilen, ein Volk, das seinen Ursprung in Südindien hat und mit dem Hinduismus verbunden nach den Gesetzen des Kastensystems lebt, zehn Tage lang vor. In dieser Zeit leben sie enthaltsam, fasten, meditieren und lesen in ihren heiligen Schriften.
Am Tage der eigentlichen Prozession durchstechen sich die gläubigen Tamilen die Zungen, Wangen und Körper mit Nadeln und Haken. Sie befinden sich in einem Trance-Zustand und empfinden deshalb keinen Schmerz. Danach machen sie sich auf den Weg zum Tempel. Dabei tragen die Hindus den so genannten Cavadee auf dem Rücken, einen mit Blumen dekorierten Holzbogen, an dessen Enden je ein Topf mit Milch befestigt ist, die nicht verschüttet werden darf. Weitere Gläubige tragen die Milchkrüge auf dem Kopf oder laufen über glühende Kohlen. Der farbenfrohe Umzug wird von religiöser Musik und weiteren Gläubigen begleitet. Der Cavadee wird vor der Gottheit im Tempel niedergelassen, wo die Statue Murugas mit der Milch als Opfergabe übergossen wird. Der Rest wird unter den Gläubigen verteilt. Weitere Opfergaben wie Kokosnüsse, Bananen oder Blumen werden im Tempel dargeboten.
Nach der Zeremonie werden die Nadeln unter Musik und Gebeten wieder entfernt. Erstaunlicherweise tritt kein Blut aus den Einstichstellen. Die Tamilen sagen, dass bei diesem Ritus die Seele gereinigt wird. Während des Cavadee soll gezeigt werden, dass alle Leiden dieser Welt durch den Glauben bekämpft werden können.
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22.01.2007 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 370 X
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