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Interview mit Rostock-Trainer Frank Pagelsdorf




Herr Pagelsdorf, nach einem Zwischenspurt steht Hansa Rostock mittlerweile im Mittelfeld der Tabelle. Hand auf"s Herz: Schielen Sie bereits nach oben?

"Nein, wir kommen aus einer schwierigen Situation. Man hat auch gesehen, dass die Mannschaft nicht vor Rückschlägen sicher ist. Wir haben in Karlsruhe verloren, gegen Unterhaching enorm kämpfen müssen. Wir sind mittlerweile auf einem guten Weg, aber wir müssen uns Schritt für Schritt stabilisieren. Sicherlich ist der Anspruch in Rostock ein anderer als im Tabellenkeller der Zweiten Liga zu stehen."

Sie haben die Mannschaft in einer schwierigen Situation übernehmen. Wo haben Sie den Hebel angesetzt? Was haben Sie konkret verändert?

"In solchen Situationen ist es wichtig, dass die Mannschaft Selbstvertrauen bekommt. Es ist wichtig, mit den Spielern viele Einzelgespräche zu führen, zu ergründen, woran es liegt, dass Fehler gemacht wurden."

In Rostock sind mittlerweile zum zweiten Mal als Trainer tätig. Ist der FC Hansa so etwas wie eine Herzensangelegenheit für Sie, folglich mehr als ein "normaler Job"?

"Natürlich verbindet mich mit Hansa Rostock mehr als nur ein Arbeitsverhältnis. Aber man kann sich für Erfolge der Vergangenheit nicht viel kaufen. Entscheidend ist das jetzt und hier. Auch ich muss mich jeden Tag beweisen."

In der vergangenen Jahren haben Sie nicht nur Hansa Rostock sondern unter anderem auch Union Berlin trainiert. Mit welchen Gefühlen verfolgen Sie als Westdeutscher die Entwicklungen im Fußball-Osten? Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Probleme?

"Die Probleme sind allenthalben bekannt. Nach der Wende haben viele Glücksritter versucht, das schnelle Geld zu machen. Das ist ihnen oft auch gelungen, allerdings auf Kosten des Ostdeutschen Fußballs. Man muss doch einfach zur Kenntnis nehmem, dass viele Traditionsklubs sich erst langsam wieder erholen. Hinzu kommt, dass es natürlich schwierig ist, sich in einem wirtschaftlich problematischen Umfeld zu behaupten."

Rostock verfügt über ein neues hochmodernes Stadion und ein entsprechendes Umfeld. Welche Entwicklung wird die "Hansa-Kogge" in der Zukunft nehmen, welche Möglichkeiten bieten sich mittelfristig an der Ostsee?

"Hansa Rostock hat bereits einmal einen Abstieg verkraftet und ist in die Bundesliga zurückgekehrt. Natürlich können wir mit den ganz großen Vereinen nicht mithalten. Unser Ziel muss es dennoch sein, sich dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren. Aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen gehen."

Sie haben mit dem Hamburger SV ins internationale Geschäft geschnuppert. Gibt es Ihrer Meinung nach ein Unterschied im Umgang mit fertigen Bundesliga-Profis und Akteuren, die in der Zweiten Liga unter Vertrag stehen?

"Nein, wie ich es eben schon gesagt habe. Entscheidend ist die tagtägliche Arbeit. Wenn man eine Mannschaft übernimmt, muss man analysieren wo sich die Stärken befinden und wo die Schwächen liegen. Dort muss man den Hebel ansetzen."

Wie beurteilen Sie den 1. FC Saarbrücken, der sich mit vier Punkten in scheinbar aussichtsloser Situation befindet?

"Ich will mir kein Urteil erlauben, dafür bin ich viel zu weit weg. Eines ist klar. Die Mannschaft des 1. FCS ist mit namhaften Spielern besetzt und müsste eigentlich mehr als vier Punkte auf dem Konto haben."

Mit welcher Zielsetzung reisen Sie ins Saarland, wie gehen Sie die Aufgabe an?

"Vor Rückschlägen ist man nie sicher. Aber für uns geht es darum, den Aufwärtstrend fortzusetzen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Aber ich mache mir nichts vor: Die Aufgabe in Saarbrücken wird schwerer als es auf dem Papier aussieht."

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Zweiten Liga im allgemeinen. Nach dem Boom der Vorsaison scheint ein wenig Normalität eingekehrt zu sein.

"Nun, das liegt ja auch daran, dass mit Köln und Frankfurt zwei etablierte Bundesliga-Klubs wieder dorthin zurückgekehrt sind, wo sie hin gehören. Aber die Entwicklung ist dennoch positiv. Alleine die mediale Präsenz ist doch viel größer geworden."

 

1. FC Saarbrücken e.V.E-Mail: pressefc-saarbruecken.de Internet: www.fc-saarbruecken.de

 



Quelle: 1. FC SAARBRÜCKEN / pressrelations.de

04.11.2005 - 18:03 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 484 X