Auch ohne Qualifikation sind die Österreicher schon jetzt Gewinner der WM 2006 – Alpenrepublik macht mit Sportwetten gute Geschäfte
Bonn/Wien – Der deutsche Wettspielmarkt kommt in Bewegung. Ausgerechnet der Schiedsrichter-Skandal im vergangenen Jahr hat vielen Deutschen erst bewusst gemacht, dass es Sportwetten gibt. Zudem herrscht in Deutschland noch immer juristische Ungewissheit, ob die bisherigen staatlichen Monopolisten mit privater Konkurrenz im größeren Maße rechnen müssen. Ende Mai 2006 wird sich eine Konferenz in Bonn mit dem hiesigen Wettspielmarkt beschäftigen. Die Experten wollen wenige Wochen nach dem wahrscheinlichen Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BverfG) zum Thema Sportwetten über die Folgen für das Wettrecht sowie die Marktchancen im Sportwettengeschäft debattieren, berichten die Yahoo-Nachrichten http://www.yahoo.com. Beobachter versprechen sich nach dem Karlsruher Urteil eine Liberalisierung des bislang staatlich geregelten Wettmarktes in Deutschland.
Obwohl die österreichische Mannschaft gar nicht für die Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert ist, sind die Österreicher schon jetzt die großen Gewinner des Sportspektakels. Dass man mit Sportwetten viel Geld verdienen kann, beweist der österreichische Anbieter Betandwin http://www.betandwin.com. Der Aktienkurs des erst vor sechs Jahren gegründeten Unternehmens hat sich vervierzigfacht. „Ganze zehn Aktiengesellschaften sind mehr wert als Betandwin“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) http://www.faz.net. Der österreichische Wettbetreiber hat das selbst gesteckte Ziel, „das Amazon in der Sportwettenbranche“ zu werden. Experten verweisen darauf, dass der Markt für Sportwetten vor allem in Deutschland rasant wachse. Die Umsätze steigen jährlich um 30 Prozent. 2004 verspielten die Deutschen nach FAS-Angaben 1,5 Milliarden Euro und 2005 sogar zwei Milliarden Euro. „Die Kunden können vom Spielausgang über den ersten Torschützen bis zum nächsten Einwurf auf so ziemlich alles setzen. Insgesamt sehen Kenner ein Marktpotential von fünf bis sechs Milliarden Euro“, so die Wirtschaftsjournalistin Bettina Weiguny.
Laut Weiguny unternehmen die Bundesländer fast alles, um die Monopolisten zu schützen. Unermüdlich kämpften sie gegen die private Konkurrenz zum Beispiel von Oddset http://www.oddset.de. „Der so genannte Schiedsrichter-Skandal um Robert Hoyzer ist mit dem Namen dieses Anbieters eng verbunden. In den Wettbüros von Oddset konnten die Manipulatoren ihre Wetten anonym abwickeln. Dieser Fall zeigt: Es gibt keine guten staatlichen und bösen privaten Anbieter von Sportwetten. Moralisch macht es keinen Unterschied, ob dieses Geschäft nun in privater oder in staatlicher Hand bleibt“, sagt Helmut Sürtenich, Vorstandschef der Stratega-Ost Beteiligungen AG http://www.stratega-ost.de in Düsseldorf, die vor einiger Zeit ins europäische Sportwettengeschäft eingestiegen ist. Allerdings profitiere der Staatssäckel enorm von der derzeitigen Quasi-Monopolstellung von Oddset und Co. Wenn das Bundesverfassungsgericht in seinem angekündigten Grundsatzurteil zumindest eine teilweise Öffnung des Marktes für Sportwetten beschließen würde, dann werde sich das in barer Münze und in vielen neuen Arbeitsplätzen auszahlen. „Wir sollten das Geschäft in Deutschland nicht allein Oddset als Tochter der landeseigenen Lottogesellschaften überlassen. Und wir sollten hier zu Lande Vorsorge treffen, dass uns nicht die Briten das Wasser abgraben, die nach einer positiven Grundsatzentscheidung sicher sofort expandieren werden. Und gerade die Weltmeisterschaft in Deutschland verspricht ein riesiges Geschäft. Sollten die Gastgeber da außen vorbleiben und das Geldverdienen nur den Monopolisten überlassen?“, fragt Sürtenich.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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03.03.2006 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 450 X
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