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Warum Sam Spade nicht mehr den Malteser Falken jagt – Detektive entlarven die Lügen der Bewerbungsschwindler


Bonn/Rheinbach – Sam Spade war auf der Jagd nach dem Malteser Falken. Philip Marlowe suchte die Dame im See. Moderne Detektive spüren Lücken und Fehlern in den Lebensläufen von Bewerbern auf. „Schätzungsweise jede dritte Bewerbung ist heute mehr oder weniger getürkt“, sagt Manfred Lotze, Chef der Düsseldorfer Detektei Kocks. Dies hat seinen Grund, wie Christine Demmer in einem Artikel für das Magazin Wirtschaftsbild http://www.wirtschaftsbild.de schreibt. Bei unzähligen Jobsuchenden lägen die Nerven blank. Auf dem Arbeitsmarkt herrsche Krieg, deshalb werde dort immer mehr getäuscht, getrickst und gelogen.

Und das sieht dann in der Realität so aus: Aus der viermonatigen Arbeitslosigkeit wird ein „Auslandsaufenthalt“ zur Verbesserung der Sprachkenntnisse, aus der anderthalbjährigen Findungsphase die selbständige Beratertätigkeit, und das 19-semestrige Studium reduziert sich dank „Mithilfe im elterlichen Betrieb“ im Handumdrehen aus die normale Laufzeit und zeugt zusätzlich noch von unternehmerischem Denken. „Wo aber Diplom- und Promotionsurkunden am PC entstehen, die elfmonatige Arbeitslosigkeit in eine freiberufliche Consultingtätigkeit umgewidmet und der Buchhalter die Bewährungsstrafe wegen eines Vermögensdeliktes verschweigt, ist es mit den Kerngrundsätzen Wahrheit und Lückenlosigkeit im Lebenslauf nicht weit her“, schreibt Demmer, die auch als Buchautorin und regelmäßige Kolumnistin für die Zeitschrift NeueNachricht http://www.neuenachricht.de tätig ist.

Vor ein paar Jahren hat die Düsseldorfer Detektei 5.000 Bewerbungen unter die Lupe genommen. 1.500 davon waren nicht korrekt, wie Lotze vorsichtig formuliert. Die Mitarbeiter in den technischen Wirtschaftszweigen sind noch am ehrlichsten und schummeln am wenigsten. Ausnahme Maschinenbau: Diese Damen und Herren sind fast so schlimm wie Werbe- und PR-Leute und lassen sich zu 28,5 Prozent Schönfärbereien, zu 17,5 Prozent unzulässige Übertreibungen und zu 8,8 Prozent Fälschungen zu schulden kommen. Der Düsseldorfer „Sam Spade“ bietet Hilfe an und zeigt in „Attention Workshops“ für Geschäftsführung, Personal und Revision die Bedrohungspotenziale auf und erklärt seinen Zuhörern,wie sie Schwindlern frühzeitig auf die Schliche kommen können. Um den Bewerbungschwindlern das Handwerk zu legen, müssen Detektive dann selber oft schwindeln. „Detektive haben viele Legenden parat, um Legenden zu enttarnen“, so Demmer.

Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net

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13.12.2005 - 15:38 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 836 X