IT-Experte Helmut Reisinger: „Trend des großen Outsourcings vorbei" - Mobile Konvergenz und IT-Kollaboration als Zukunftsthemen
Wien/Eschborn - Der Markt für integrierte Kommunikationslösungen im Unternehmensbereich ist weltweit durch den steigenden Wettbewerb und neue technische Herausforderung geprägt. In den kommenden Jahren werden vor allem die Themen mobile Konvergenz, IT-Kollaboration und modulare Managed Services die Marktentwicklung bestimmen, sagt Helmut Reisinger, Senior Vice President Europe bei Orange Business Services http://www.orange-business.com, im Gespräch mit pressetext. Umfassende Outsourcing-Aktivitäten von Unternehmen werden dagegen abnehmen. „Wir glauben, dass der Trend des großen Outsourcings – ‚to give away everything’ - eher der Vergangenheit angehört. Heute werden viel mehr modular und selektiv Managed Services eingekauft", erklärt Reisinger.
Zentraleuropa habe für diesen Markt ein extremes Wachstumspotenzial. „Bislang gibt es hier aber noch nicht so viele multinationale Mittelstands- und Großkunden wie in Westeuropa", sagt Reisinger. Das Unternehmen will in dieser Region von Österreich aus Synergien erreichen und hat deshalb die Märkte Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien dem österreichischen Geschäftsführer unterstellt. Deutliches Potenzial sieht Reisinger bei netzwerkzentrierten Dienstleistungen, die auch in Call-Center zum Einsatz kommen.
„Für Firmenchefs geht es heute darum, immer mehr vereinheitlichte Prozesse im Unternehmen auch einheitlich für mehrere Länder zu unterstützen. Das heißt, der Grad der Zentralisierung wird zunehmen." Zu den Trends der nächsten Jahre zählen nach Ansicht von Reisinger all jene Themen, die mit mobiler Konvergenz in Verbindung stehen. Es gehe darum, den Arbeitsplatz überall mobil verfügbar zu haben. Für Vielreisende bietet Orange Business Services unter anderem Lösungen mit Blackberrys sowie Datenkarten und arbeitet eng mit der Mobilsparte der France Telecom (Orange) zusammen. Neben mobiler Konvergenz werde auch IT-Kollaboration bei der weiteren Marktentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Dabei heben sich vor allem die Schlagworte Audio und Video Conferencing oder Tele Presence hervor.
Orange Business Services hat es sich zum Ziel gesetzt, bei IP-Network-Lösungen die Nummer eins am Markt zu werden und die Kundenzufriedenheit weiter zu verbessern. „Österreich ist beispielsweise einer der Märkte, in dem wir eine sehr hohe Kundenzufriedenheit haben. Auf einer Skala von null bis zehn sind wir durchschnittlich bei einer neun. Der Benchmark des Marktes liegt dagegen bei 6,8 bis 7,0", sagt Reisinger.
In Österreich könnte dem Unternehmen zudem die Übernahme des Mobilfunkers One durch den französischen Mitbewerber Orange und den Finanzinvestor Mid Europa Partners (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=070621023 ) zugute kommen. Anfang Oktober wurde der Eigentümerwechsel vollzogen, vermutlich Mitte 2008 wird die Marke One zu Orange. Eine Änderung der aktuellen Outsourcing-Partner wurde dabei von One-CEO Michael Krammer nicht ausgeschlossen. Spekulationen, wonach Orange Business Services demnach als neuer Partner auftreten könnte, tauchten bereits auf. „Krammer wird sich als guter Unternehmer überlegen, wie er die Outsourcing-Verträge in Zukunft gestalten wird. Er wäre ein potenzieller Kunde für uns. Wir sind fokussiert auf Unternehmenskunden, das kann auch innerfamiliäre Kunden mit einschließen, aber die Entscheidungsreife ist noch lange nicht gefallen", erklärt Reisinger.
Laut Gartner http://www.gartner.com sind AT&T, Verizon, BT und Orange Business Services die Leader am Markt für Global Network Service Providers 2007. Sie konnten ihre Position gegenüber 2006 zwar halten, kleinere Player gewann, aber zunehmend an Stärke. Den dadurch verschärften Preiskampf spürt Orange Business Services auf regionaler Ebene, sagt Reisinger. Kleinere Anbieter, die nur in wenigen Ländern aktiv seien, könnten günstige Lösungen bieten, die aber aus mehreren regionalen Angeboten bestehen und damit Verspätungen und Probleme bei der Implementierung und der Projektabwicklung verursachen können. „Wenn es nur um einen Standort geht, profitiert der lokale Anbieter von der letzten Meile, die wir dann von ihm zukaufen müssten. Wir stellen uns immer die Frage, ob ein Angebot in diesem Fall Sinn macht oder nicht. Wir sind nicht der Discounter am Markt, unsere Kunden wissen diese höherwertigen Services aber auch zu schätzen", betont Reisinger. Der Kunde wünsche sich im Idealfall eine durchgehende Wertschöpfungskette und einen Vertrag, mit dem 150 Länder abdeckt werden.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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10.12.2007 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 273 X
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