MDR-Umschau untersucht Preisentwicklung: Discounter sind Inflationsbremse
Leipzig (mdr) – Die deutschen Lebensmittel-Discounter haben sich in den vergangenen Jahren als Inflationsbremse erwiesen. Während nahezu überall die Preise mitunter sehr deutlich gestiegen sind, entpuppten sich Aldi, Lidl, Netto, Penny und Plus als ein ganz entscheidender Stabilitätsfaktor in der deutschen Konsumlandschaft: Das ist das vorläufige Ergebnis einer Analyse des Kölner Wirtschaftsinformationsdienstes "Preiszeiger" zur Preisentwicklung seit dem Jahr 2000 im Auftrag der MDR-Umschau.
Dass heute der Kassenbon bei einem durchschnittlichen Einkauf dennoch oftmals spürbar höher ausfällt als noch vor 5 Jahren, liegt an der enormen Veränderung im Sortiment: "Die Discounter marschieren in Richtung Vollversorger auf Niedrigpreisniveau. Gab es dort früher in der Regel nur die Basisprodukte zu kaufen, bietet sich heute den Discountkunden zunehmend ein breites Spektrum an höherwertigen und teureren Produkten und immer stärker auch an Markenartikeln, die gegenüber den Handelsmarken ohnehin höherpreisig sind", so der Kölner Discounter-Experte Stephan Camphausen von "Preiszeiger" gegenüber der Umschau.
Somit kann heute gut die Hälfte der im Sortiment befindlichen Produkte nicht in einen 5-Jahres-Preisvergleich einbezogen werden; eben weil sie erst innerhalb dieser Zeitspanne in die Sortimente aufgenommen wurden - teilweise im Austausch für andere Produkte. Nach Auswertung der Preisdaten des Kölner Informationsdienstes sind von dem seit 5 Jahren gleichbleibend verfügbarem Sortiment nahezu jeder Artikel mit einer Schwankung von rund 10 Prozent im Preis annähernd gleich geblieben. Bei rund 40 Prozent wurde der Preis gesenkt, und nur jeder zehnte Artikel stieg in dem Fünf-Jahres-Zeitraum im Preis um mehr als 10 Prozent. Ein halbes Pfund Butter etwa sank im Preis um fast 20 Prozent (Aldi), während eine Tafel Milch-Schokolade um mehr als ein Viertel (Penny) und Olivenöl fast um fast 50 Prozent teurer wurde (Plus). Die fünf großen Discounter haben im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel einen Marktanteil von gut 40 Prozent.
Während die Preise für Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs offenbar weitgehend stabil geblieben oder sogar leicht gesunken sind, hat es in vielen anderen Bereichen teils massive Veränderungen gegeben (siehe Anlage): Nach Berechnung des Statistischen Bundesamtes haben sich die Preise vom Jahr 2000 bis September 2005 für Tabak um mehr als 50 Prozent erhöht. Extrem verteuert haben sich auch Fernwärme (45 Prozent), Strom, Gas und andere Brennstoffe (35 Prozent) und Benzin (35 Prozent). Deutlich günstiger als noch vor knapp 5 Jahren dagegen kann man heute Computer kaufen (-61 Prozent), elektronische Musikgeräte wie MP3-Player (-33 Prozent) oder Fotoausrüstungen (-23 Prozent).
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Quelle: MDR / pressrelations.de
14.11.2005 - 18:00 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 2151 X