The Guggenheim Collection
Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, und die Deutsche Telekom freuen sich, die bisher umfangreichste Ausstellung mit Werken aus der Sammlung der Solomon R. Guggenheim Foundation präsentieren zu dürfen.
Hiermit setzt die Bundeskunsthalle die erfolgreiche Reihe Die großen Sammlungen fort, in der Meisterwerke aus herausragenden Museen der Welt in Bonn gezeigt werden. In dieser Reihe waren bisher das Museum of Modern Art, New York (1992), Moderna Museet Stockholm (1996), die Staatliche Eremitage, St. Petersburg (1997), das Museo del Prado, Madrid (1999), oder das Nationalmuseum Tokio (2003) in Bonn zu Gast.
Um den Reichtum des Guggenheim Museum angemessen vorstellen zu können, werden auch die Erdgeschossräume des Kunstmuseums Bonn mit einbezogen. Dort wird unter dem Titel The Guggenheim: Contemporary Art der zeitgenössische Teil der Sammlung gezeigt. Die jüngeren Erwerbungen, darunter Auftragswerke für die Deutsche Guggenheim in Berlin, veranschaulichen das anhaltende Engagement des Museums für bahnbrechende aktuelle Werke so unterschiedlicher Künstler wie Kara Walker, Matthew Barney, Douglas Gordon oder Rachel Whiteread.
Mit einer Fläche von 6000 qm in der Kunst- und Ausstellungshalle sowie weiteren 1500 qm im Kunstmuseum Bonn wird die Sammlung der Guggenheim Foundation mit ihrer Geschichte, Qualität und Ambition als bahnbrechender, global wirksamer Kulturinstitution so umfassend und vielschichtig präsentiert, wie es bisher nie möglich gewesen ist.
Diese Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der Solomon R. Guggenheim Foundation, New York, und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn und wird ermöglicht durch die Deutsche Telekom.
Gegründet 1937 in New York dank der Vision des Sammlers Solomon R. Guggenheim, ist das Guggenheim Museum heute mit fünf Häusern in New York, Venedig, Berlin, Bilbao und Las Vegas das erste wirklich globale Museum der Welt. Seine Sammlung fasst die Bestände von bedeutenden Privatsammlungen zusammen. Der Gründer, Solomon R. Guggenheim, stammte aus einer großen Familie, die ihr Vermögen im Erzbergbau gemacht hatte. Seine sammlerische Aktivität wurde ab 1927 maßgeblich von der deutschen Baronesse Hilla von Rebay beeinflusst, die selbst abstrakt malte und sich besonders für die radikalsten Tendenzen der europäischen Avantgarde einsetzte. So wurde das Werk von Wassily Kandinsky neben anderen Meistern der abstrakten Kunst zu einem wesentlichen Grundstein der Sammlung. Folglich lautete der erste Name des geplanten Museums auch Museum of Non-Objective Painting. Ein Vermächtnis aus der Sammlung von Katherine Dreier kam hinzu und ergänzte die Sammlung um bedeutende Arbeiten von Constantin Brancusi, Jean Arp und Juan Gris. Die Sammlungen von Walter Nierendorf und Justin K. Thannhauser erweiterten den Fundus um wichtige Werke aus dem Bereich des französischen Impressionismus und Post-Impressionismus (besonders Paul Cézanne, Pierre Auguste Renoir und Edouard Manet) sowie des deutschen Expressionismus (Max Beckmann). Peggy Guggenheim, die Nichte von Solomon R. Guggenheim, verlieh ihrer Sammlung ein eigenwilliges Profil, welches sich deutlich von den Aktivitäten ihres Onkels unterschied. Sie konzentrierte sich auf Werke des Surrealismus und auf den amerikanischen abstrakten Expressionismus. Durch ihre Sammlung, Ende der 1970er Jahre integriert, wurde der Bestand noch umfassender und um amerikanische Künstler wie Jackson Pollock, Mark Rothko und Willem De Kooning erweitert. Im Jahr 1990 konnte die umfangreiche Sammlung von Giuseppe Panza di Biumo für das Guggenheim Museum erworben werden, womit Schlüsselwerke der Kunst nach 1960 aus den USA und Europa in die Sammlung gelangten.
Weitere Ankäufe von Sammlungsblöcken in den nächsten Jahren folgten, und so entstand in den fast 70 Jahren seit der Gründung ein Museum, welches im Gegensatz zu vielen anderen Museen geprägt ist von den subjektiven Vorlieben der Direktoren, Sammler und Stifter. Dies hat keineswegs zu einem heterogenen Nebeneinander geführt, sondern zu einem geordneten Miteinander. Die Besonderheit und große Verführungskraft dieses Museums liegen in seinen umfangreichen kunsthistorisch einander ergänzenden Werk- oder Sammlungskomplexen, und so spiegelt die Ausstellung ihre spannende Entstehungsgeschichte wider und bietet in verschiedenen, nicht immer chronologischen Erzählsträngen (der Sammlungsgeschichte, Kunstgeschichte und monographischen Gruppen) einen repräsentativen Querschnitt. Die Ausstellung liefert mehr als eine Perlenkette von Meisterwerken, die aneinandergereiht im besten Fall ein "best of" dokumentieren - sie ist zunächst ein sinnliches Erlebnis und gibt dem Besucher die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und einzelne "Meisterwerke" in einen historischen Kontext einzuordnen. Dabei sie veranschaulicht sie fast beiläufig, wie faszinierend und lebendig die Kunst des letzten Jahrhunderts war und die Kunst des neuen Jahrhunderts sein wird.
The Guggenheim Architecture
Nach dem berühmten Bau von Frank Lloyd Wright, dessen Errichtung von 1943 bis 1959 andauerte, schufen im Auftrag von Thomas Krens - seit 1989 Direktor des Guggenheim Museum - große Architekten wie Hans Hollein und Frank Gehry weitere Bauten und Projektentwürfe in Europa und Amerika, die für den Museumsbau Maßstäbe setzten. Hervorstechend sind hierbei das bereits eröffnete Guggenheim Museum Bilbao von Frank Gehry sowie Planungen für Museen in Rio de Janeiro (Jean Nouvel), Taichung, Taiwan (Zaha Hadid) und jüngst für Guadalajara in Mexico (Enrique Norten). Anhand von Plänen und Modellen soll diese aufregende Geschichte internationaler Museumsarchitektur und innovativer Ausstellungskonzeptionen in einer eigenen Ausstellung erzählt werden, die vom 25. August bis zum 12. November 2006 im Erdgeschoss der Atriumhalle gezeigt wird.
03.07.2006 - 18:02 Quelle: pressetext.de | Gelesen: 221 X
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