anzeige [x]
Seite wird geladen ... Bitte warten

es wird in 60000 Artikel gesucht

 PM online: 59.574
 Redakteure registriert: 3.169
 Gesamtreichweite (Aufrufe Meldungen): 12.823.826

Ausstellung: Tempelschätze des heiligen Berges


Erstmals sind die großartigen Tempelschätze eines der ältesten Klöster Japans in Deutschland zu sehen: Daigo-ji. Die Ausstellung zeigt 240 herausragende Werke, darunter großformatige Skulpturen, wertvolle Gemälde und Bildrollen, kostbare Lackarbeiten, kunstvolle Kalligraphien, Sutren - die heiligen Schriften des Buddhismus - von unschätzbarem Wert. Sie sind nicht nur als Kunstobjekte zu bewundern, sondern sollen auch als Gebrauchsgegenstände einer bis heute praktizierten Religion erfahrbar werden.



Die Klosteranlage Daigo-ji auf dem Berg Kasatori im Süden der alten Kaiserstadt Kyoto blickt auf eine über 1100 Jahre währende Geschichte zurück. Seit ihrer Gründung im Jahre 874 n. Chr. hat sie sich bis in unsere Zeit als eines der bedeutendsten religiösen Zentren und Wallfahrtsort erhalten.



Unser TV Team hat vom Daigoji-Dreh sehr schöne Atmos, O-Töne und ein halbstündiges Interview mit dem Abt mitgebracht, z.B.:



- Mandren singen und kleine Glöckchen;

- Kleine Glocke zum Wecken um halb sechs;

- große Glocke für mittags;

- Bergasketen singen Mandras und schlagen die Trommel auf dem Berg;

- Mandras bei der Wasseraskese;

- Mandras bei der Feuerzeremonie mit Trommelschlagen, sehr rhythmisch;

- Mandras mit Sistren bei der Feuerzeremonie der Bergasketen;

- Muschelhörner-Blasen der Bergasketen;



Antworten des Abtes zu folgenden Fragen:

- wie würden Sie einem Europäer erklären, was der Geheime Buddhismus ist?

- was sind die Gebote dieser Religion?

- wie steht diese Religion zum Tod?

- wie steht diese Religion zur Gewalt?

- was sind die wichtigen Riten diser Religion?

- wie sehen Sie die Zukunft dieser Religion?

- was sind die Aufgaben des Tempels?



Das Kloster Daigo-ji war seit jeher nicht nur ein Zentrum für Studien der buddhistischen Religion, sondern auch der Philosophie und der Medizin. Das religiöse Charisma der Mönche kommt in einer Vielzahl von Legenden und Mythen zum Ausdruck. Die politische Bedeutung, die der Tempel und Wallfahrtsort seine langjährige Geschichte hindurch bewahrt hat, wird in seiner Architektur und in seiner Sammlung durch eine große Anzahl von Objekten sichtbar. 1994 wurde die Klosteranlage Daigo-ji zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben.



Spektakulär in dieser Ausstellung ist die Vielzahl der Kulturschätze, die unter dem nationalen Kulturschutzgesetz extrem selten Japan verlassen. Diese einmalige Sensation ist einerseits durch eine enge Kooperation mit dem Leihgeber und dem Nationalmuseum Japans, andererseits durch den hohen technischen Standard der Bundeskunsthalle erstmals möglich geworden. Noch nie war eine so hohe Anzahl geschützter Kulturgüter in einer Ausstellung außerhalb Japans zu sehen.



Die japanischen Kulturschätze werden von der japanischen Kulturbehörde Agency for Cultural Affairs in drei Kategorien unterteilt: Nationalschatz, Wichtiges Kulturgut und Wichtiges Kunstobjekt. Allein 13 Nationalschätze werden nach Bonn gebracht, die illuminierten Sutren aus dem 8. Jahrhundert, seltene, bis zu 3 m große Malereien aus dem 11. bis zum 13. Jahrhundert und Handschriften der alten Kaiser umfassen. Weiterhin beinhaltet die Ausstellung 93 Wichtige Kulturgüter, unter anderem hervorragende Skulpturen, Malereien bis zu 6 m Höhe, große Mandalas und in Goldtusche geschriebene Schriften des Geheimen Buddhismus sowie typisch japanische Stellschirme aus dem 17. Jahrhundert mit prachtvoller Goldverzierung. Künstlernamen wie der des Bildhauers Kaikei (12/13. Jh.) und dem Maler Tawaraya Sotatsu (17. Jh.) zieren den kunsthistorischen Horizont.



Unter den zahlreichen kulturhistorischen Ausstellungen ist eine zu einer großen Sammlung aus Japan selten, weil die japanische Kunst Werke aus Papier und Holz von hoher Fragilität hervorgebracht hat, deren Sensibilität schwer mit einem langen Transport zu vereinbaren ist. Wenig bekannt ist jedoch, welch monumentale Formate die Skulpturen aus Holz annehmen können, welch feine Dekorationen auf Papier möglich sind. Die Ausstellung präsentiert erstmalig außerhalb Japans eine der größten buddhistischen Kunstsammlungen, die mehr als ein Jahrtausend überspannt. Die Ausstellung ist wegen der Fragilität der Exponate zeitlich begrenzt und wird exklusiv in Bonn gezeigt.



Der Terminus Geheimer Buddhismus klingt zuerst befremdend, jedoch ist dies die direkte Übersetzung des in Ostasien gebräuchlichen Namens für den esoterischen Buddhismus. Das japanische Wort mikkyō (chin. mijiao)bezeichnet den gesamten Geheimen Buddhismus in Japan, China und Korea. Es besteht aus dem Schriftzeichen mi, das für das Geheime, aber auch für Intensität und Intimität steht, und dem Zeichen kyō, das Lehre bedeutet. Viele Gläubige und Geistliche der Schule in Japan verstehen ihre Lehre als den besonders intimen Buddhismus - intim im Sinne vom dem Buddha nahe sein.



Die Ausstellung gibt eine Einführung in den japanischen Shingon-Buddhismus und präsentiert das Bergkloster Daigo-ji als einen Kulturträger ersten Ranges. Sie zeigt auf, wie sich die Hauptwege der Religion in Kunst und Geschichte widerspiegeln. Die ungewohnte Bildersprache des esoterischen oder Geheimen Buddhismus wird in ihrem Bezug zur Glaubenslehre, in der Entstehung ihrer Symbolik und in ihrer rituellen Bedeutung verständlich gemacht. Die Kunst des Shingon-Buddhismus erscheint wegen der Vielfalt der Heilsgestalten und ihrer ungewohnten Formen zunächst häufig unverständlich. Deshalb konzentriert sich die Ausstellung gezielt auf Heilsfiguren aus dem Pantheon, die im engen Zusammenhang mit dem Tempel Daigo-ji stehen, und bringt so die Grundstruktur der Bildlichkeit nahe.



Folgende sechs Kapitel gliedern die Ausstellung:



Kapitel 1 Gegenwärtig und zeitlos

Kapitel 2 Der Buddhismus in Bewegung - vom Mahāyāna zum Vajrayāna

Kapitel 3 Von Kaisern, Shogunen und ehrwürdigen Mönchen - Der Daigo-ji und seine Geschichte

Kapitel 4 Tempelschätze des heiligen Berges

Kapitel 5 Auf den Spuren der Asketen - Volksnähe und Einsamkeit

Kapitel 6 Leuchtendes Erbe - Malereien der Tempelhallen



Die Ausstellung:

Tempelschätze des heiligen Berges

Daigo-ji - Der Geheime Buddhismus in Japan

findet vom 25. April bis 24. August 2008 statt.

Die Pressekonferenz im Forum ist am 24. April um 11 Uhr. Nach der PK findet in der Ausstellung eine Buddhistische Zeremonie statt.





Pressekontakt:

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepbulik Deutschland GmbH

Friedrich-Ebert-Allee 4

53113 Bonn

Frau Maja Majer-Wallat

Telefon: 0228-9171-204

Telefax: 0228-9171-211

majer-wallatkah-bonn.de

18.04.2008 - 18:00 Quelle: pressetext.de | Gelesen: 155 X