Medizintechnik: Dynamische Wachstumschancen nutzen
Die Märkte in der Medizintechnik unterliegen einem erheblichen Wandel, und die deutschen Unternehmen sind trotz ihrer guten Aufstellung nicht ohne weiteres für den verschärften internationalen Wettbewerb gerüstet, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 46/2005. Probleme ergeben sich vor allem aus der Unternehmensstruktur: Die deutschen Unternehmen sind im Weltmaßstab klein. Hinzu kommt, dass sich bei einer vor allem auf Kostendämpfung gerichteten Gesundheitspolitik die Inlandsnachfrage nur relativ schwach entwickelt. Gesundheit sollte in Deutschland nicht nur unter Kostenaspekten, sondern auch als Produktionsbereich betrachtet werden. Wenn dies gelingt, kann Deutschland seine gute Ausgangsposition nutzen und sich zu einem "lead market" in der Medizintechnik entwickeln. Voraussetzung dafür sind vor allem stärkere Anreize für Innovationen und Kapital auf dem Markt für Gesundheitsleistungen und der Aufbau integrativer Versorgungssysteme. Ein besonderes Augenmerk sollte den Start-up-Unternehmen und KMU geschenkt werden.
Die Medizintechnik zählt zu den wenigen Industrien, die in Deutschland bis zuletzt hohe Produktionszuwächse erzielten und zugleich ihre Beschäftigung ausgeweitet haben. Rund 11.000 Unternehmen mit knapp 150.000 Beschäftigten arbeiten in Deutschland in der Medizintechnik. Die Branche zeichnet sich zudem durch eine hohe Innovations- und Exportdynamik aus. Deutschland steht an dritter Stelle in der Welt hinsichtlich des Produktions- und Marktvolumens für Medizintechnik. Die zum Absatz bestimmte Produktion der Medizintechnik belief sich in Deutschland im Jahr 2004 auf 15, 1 Mrd. Euro. Die drei größten medizintechnischen Produktionsstandorte USA, Japan und Deutschland bestritten im Jahr 2003 gut zwei Fünftel der Weltexporte. Bemerkenswert ist, dass die deutsche Medizintechnik gegenüber den USA zuletzt Exportanteile gewonnen hat. Produktion und Außenhandel der Medizintechnik in Deutschland haben sich besonders auf Güter aus dem Bereich "Bildgebende Röntgenverfahren und Strahlentherapie", zu dem z. B. Computertomographen gehören, und Magnetresonanzgeräte spezialisiert. Die weltweit steigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen spricht dafür, dass die Medizintechnik generell gute Wachstumschancen hat.
Renate Bogdanovic Pressestelle / Press OfficeDeutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)German Institute for Economic ResearchKönigin-Luise-Str. 514195 BerlinTel. +49-30-897 89 249Fax +49-30-897 89 119 mailto:presse
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Quelle: DIW BERLIN / pressrelations.de
16.11.2005 - 18:00 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 96 X
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