Partner für Stadtwerke und kleinere Energieversorger
Darmstädter Konzern legt gute Zahlen vor
DARMSTADT, 28.6.2005 - Die HEAG Südhessische Energie AG (HSE AG) hat ihre Position als führender Energiedienstleister im Rhein-Main-Neckar-Raum gefestigt und weist für das Geschäftsjahr 2004 zufrieden stellende Geschäftszahlen aus. Kurz vor Inkrafttreten des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) stellten Vorstandsvorsitzender Albert Filbert sowie seine Vorstandskollegen Holger Mayer und Dr. Ulrich Wawrzik auf der Bilanzpressekonferenz am 28. Juni den Jahresabschluss des HSE-Konzerns vor. "Mit dem neuen EnWG werden die Weichen für die Energiewirtschaft völlig neu gestellt. Viele der kleinen Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen (EVU) werden den zu erwartenden Kostendruck nur schwer bewältigen können. Hier sieht sich die HSE als natürlicher Partner für Kooperationen und Allianzen in der Region", sagte Albert Filbert. Der Kostendruck führt nach seiner Ansicht zu einer weiteren Konzentration auf dem Energiemarkt. "Damit es im Bereich der Energieverteilung und des Energievertriebes nicht zu einer ähnlichen Oligopolbildung wie bei der Energieerzeugung kommt, braucht man starke, eigenständige und regional verankerte Unternehmen wie die HSE", erläuterte Albert Filbert.
Wichtigste Geschäftsbereiche: Strom und Erdgas
Wie stark der HSE-Konzern positioniert ist, zeigt der Jahresabschluss 2004, den der kaufmännische Vorstand Holger Mayer vorstellte. Die Gesamtleistung im Konzern betrug 2004 950 Millionen Euro nach 968 Millionen Euro im Vorjahr. Der leichte Rückgang ergibt sich vor allem durch eine Preissenkung beim Erdgas von rund vier Prozent im Januar 2004. Trotz eines gestiegenen Erdgasabsatzes gingen die Umsatzerlöse in diesem Bereich um 2,5 Prozent auf 356 Millionen Euro (2003: 365 Mio. Euro) zurück. Beim Strom stieg der Umsatz 2004 um knapp zwei Prozent auf etwa 436 Millionen Euro (2003: 428 Mio. Euro).
Im Konzern wurden über die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften Entega, citiworks und NaturPur insgesamt 8,1 Milliarden Kilowattstunden Strom (2003: 8,8 Mrd. kWh), 13,0 Milliarden Kilowattstunden Erdgas (2003: 12,3 Mrd. kWh) und 14,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser (2003: 15,2 Mio. m3) abgesetzt.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen beläuft sich auf 125 Millionen Euro, welches leicht rückläufig im Vergleich zum Vorjahr ist. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern beträgt 75 Millionen Euro, was einer Quote im Verhältnis zur Gesamtleistung von 7,6 Prozent entspricht. Für 2004 erfolgt an die Aktionäre eine Ausschüttung von 50 Cent je Aktie gegenüber 48 Cent im Vorjahr.
Bedeutender Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor
Im Geschäftsjahr 2004 arbeiteten rund 1.600 Menschen im Konzern; 2005 werden in Folge der technischen Restrukturierung rund 300 zusätzliche Arbeitsplätze im Konzern geschaffen. Insgesamt beschäftigt der HSE-Konzern im laufenden Jahr annähernd 2000 Menschen. "Auf Grund der strategischen Ausrichtung fühlen wir uns sicher genug, um als regionales Energieversorgungsunternehmen eine langfristige Beschäftigungsgarantie abgeben zu können", so Holger Mayer. "Wir nehmen damit unsere soziale Verantwortung als Unter-nehmen in der Region wahr." Neben seiner Rolle als Arbeitgeber ist der HSE-Konzern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Annähernd 300 Millionen Euro fließen jedes Jahr über Steuern, Abgaben, Investitionen sowie Löhne und Gehälter in die Region. Im Jahr 2004 hat der HSE-Konzern allein in den Ausbau und Ersatz seiner Leitungsnetze und Anlagen rund 40 Millionen Euro investiert (2003: 38 Mio. Euro).
EnWG verändert die Energiewirtschaft nachhaltig
Albert Filbert sieht den HSE-Konzern auch nach Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes gut gerüstet. "Wir erfüllen heute schon die Anforderungen des so genannten "Unbundling", d.h. die Trennung von Netzbetrieb und Energievertrieb. Anderen Versorgungsunternehmen stehen die nachhaltigen Strukturanpassungen noch bevor. Wir können diesen EVUs unsere Plattform anbieten, um Kosten und Anpassungsschritte zu vermeiden und zu optimieren", betonte Albert Filbert. Nun müsse das neue Grundgesetz der Energiewirtschaft durch die Arbeit der neuen Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, konkretisiert werden. Sie wird die Netzentgelte für die Durchleitung von Strom und Gas genehmigen. Wie das System der Anreizregulierung genau funktionieren soll, muss noch entwickelt werden. "Gemeinsam mit sieben anderen kommunalen Versorgungsunternehmen schalten wir uns in die Diskussion ein. Wir setzen uns dafür ein, dass die Anreizregulierung frühzeitige Anstrengungen von Netzbetreibern - wie der HSE - für mehr Effizienz im Netzbetrieb tatsächlich honoriert. Auch darf eine hohe Versorgungsqualität, auf die insbesondere der Standort Rhein-Main angewiesen ist, nicht aus kurzsichtigen Kostengesichtspunkten gefährdet werden. Dies wäre fatal!", führte Albert Filbert aus.
Energiepreise in der Diskussion
Mit Hinblick auf die Energiepreisdiskussion warnte Albert Filbert vor übertriebenen Erwartungen: "Die politische Diskussion um die Energiepreise fokussiert sich momentan mit der Einführung der Regulierung nur auf die Netzkosten. Die Netznutzungsentgelte machen aber nur 30 Prozent des Strompreises aus - der Staatsanteil ist jedoch in den vergangenen Jahren auf rund 40 Prozent gestiegen und der Bereich der Erzeugung wird von der Regulierung nicht erfasst, obwohl hier mehr als 80 Prozent der Erzeugungskapazität in den Händen von vier Unternehmen liegt." Der Strommarkt entwickelt sich nach Ansicht Filberts zurzeit zu einem reinen Anbietermarkt - dies zeigt sich auch in der Preisentwicklung. So sind im ersten Halbjahr 2005 die Börsenpreise für Strom um mehr als 25 Prozent gestiegen, seit 2000 sogar um mehr als 100 Prozent. Daher soll der strategisch wichtige Bereich der Stromerzeugung bei der HSE ausgebaut werden. Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 wurden die Anteile an der Kraftwerke
Mainz-Wiesbaden AG (KMW) auf 33,3 Prozent aufgestockt. Zurzeit laufen Planungen und Gespräche, die Stromerzeugungskapazitäten deutlich auszubauen.
Der Energiemarkt ist insgesamt durch steigende Rohstoffpreise geprägt und dies wird sich auch zukünftig nicht ändern. "Trotz gestiegener Gasbezugskosten von rund vier Millionen Euro hatte Entega die Gaspreise nicht zum 1. April 2005 erhöht", so Albert Filbert. "Dies war durch Kostenentlastungen und Rationalisierungsmaßnahmen im Vertrieb möglich geworden. Es ist jedoch absehbar, dass die Gasbezugskosten zum Herbst nochmals erheblich steigen werden. Diese Preisentwicklung können wir auf Dauer nicht kompensieren. Deshalb werden wir um eine Preisanpassung nicht herum kommen." Vor dem Hintergrund dauerhaft hoher Energiepreise wird die HSE auch ihr Engagement im Bereich zukünftiger Energieerzeugung und nutzung intensivieren. Konzepte und erste Schritte werden bei der 100%-Tochter NaturPur Energie AG realisiert.
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Quelle: HSE - HEAG SUEDHESSISCHE ENERGIE AG / pressrelations.de
28.06.2005 - 20:57 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1902 X
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