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Staatsekretär Peter Ruhenstroth-Bauer kritisiert Mittelkürzungen für Schuldnerberatung


Den Menschen hinter den Schulden zeigen



13.06.2005 - Mehr als 3,13Millionen deutscher Haushalte sind überschuldet-ein Problem, dass weit verbreitet ist, aber immer noch in vielen Fällen verdrängt wird. Mit der bundesweiten Aktionswoche "Der Mensch hinter den Schulden" vom 13.bis17Juni2005 will die Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung der Verbände deshalb auf die Betroffenen mit ihren Sorgen und Problemen hinweisen. In der begleitenden Porträt-Ausstellung des Berliner Fotografen Mathias Richter im Bundespresseamt Berlin werden sie aus der Anonymität geholt und erhalten ein Gesicht.

Eröffnet wurde die Aktionswoche heute in Berlin vom Staatsekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Peter Ruhenstroth-Bauer, und der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände, vertreten durch die stellvertretende Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Iris Spranger, und den Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Prof.Dr.Georg Cremer. Bundesministerin Renate Schmidt hat die Schirmherrschaft übernommen.

Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatunge.V. hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Internetseite erstellt, die seit heute frei geschaltet ist. Unter www.meine-schulden.de finden sich umfangreiche Informationen und Hinweise, so dass Betroffene, die nur eine Kurzberatung benötigen, sich den Gang zur Beratungsstelle sparen können.

"Professioneller Beratung kommt bei der Überschuldung eine Schlüsselrolle zu, von der nicht nur die Schuldner, sondern auch die Gläubiger profitieren", erklärte Staatssekretär Peter Ruhenstroth-Bauer in Berlin. "Die Schuldnerberatung ist Aufgabe der Länder und Kommunen. Dass einige Länder den Rotstift angesetzt haben, ist unverantwortlich und fatal. Denn die Betroffenen erhalten nicht nur keine Hilfe mehr, sondern werden teilweise unseriösen, am Rand der Legalität operierenden gewerblichen Schuldenregulieren in die Arme getrieben."

"Die beste Präventionsmaßnahme ist mit Blick auf die große Zahl verschuldeter junger Menschen Bildung und Aufklärung. Arbeitshilfen für den Schulunterricht sind dabei ein wichtiger Schritt. Die AWO wiederholt deshalb ihre Forderung, den Umgang mit Geld stärker als bisher in die Lehrpläne der Schulen aufzunehmen" sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Iris Spranger.

Der Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, Prof.Dr.Georg Cremer, erklärte: "Eine Studie der Uni Köln aus dem Jahr2004 hat gezeigt, wie effizient die Arbeit der Schuldnerberatungsstellen ist. Nach einjähriger Beratung konnte in 70Prozent der Fälle der Arbeitsplatz gesichert und die Schulden um ein Sechstel abgebaut werden." Um die Wartezeiten von teilweise mehr als einem Jahr zu verkürzen, sei ein Ausbau der Schuldnerberatung dringend geboten.

Um Menschen in Überschuldung zu helfen, hat die Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören die Änderung des Verbraucherinsolvenzverfahrens, durch das verschuldete Menschen der Armutsfalle entgehen können, die Unpfändbarkeit des Wohngeldes seit dem 1.Januar2005 und die Anpassung der Pfändungsfreigrenzen an die Entwicklung des steuerlichen Grundfreibetrages zum 1.Juli2005. Um die Konsum- und Finanzkompetenz junger Menschen zu stärken, fördert das Bundesministerium zudem die Internet-Seite www.unterrichtshilfe-finanzkompetenz.de , die sich mit didaktischen Hinweisen und ausgearbeiteten Lerninhalten an Lehrer und Lehrerinnen der Sekundarstufen I und II sowie der Berufsschulen richtet.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und JugendE-mail: poststellebmfsfj.de Internet: http://www.bmfsfj.de Servicetelefon: 01801 90 70 50Wann können Sie anrufen?montags bis donnerstags von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr

13.06.2005 - 20:26 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 401 X