Kampf gegen allgemeine Ausbildungsmisere:San Francisco Coffee Company gibt jungen Menschen eine Chance – Interessenten können sich bis Ende November um weitere Ausbildungsplätze bewerben
Von Alexander Hauk
München (aha). Im Gegensatz zum allgemeinen Trend hat die San Francisco Coffee Company (SFCC) in diesem Jahr wieder mehrere Auszubildende eingestellt. „Mit unserem Engagement wollen wir als Unternehmen einen Beitrag im Kampf gegen die aktuelle Ausbildungsmisere leisten“, berichtet SFCC-Geschäftsführerin Dr. Katharina Bernau-Seiguer in München. Seit September absolvieren in den SFCC-Coffee-Places vier neue Lehrlinge eine Ausbildung zum Barista und zum Fachmann für Systemgastronomie. Insgesamt bildet das deutsche Unternehmen im Moment sieben Lehrlinge aus, darunter ist auch ein schwerbehinderter Azubi. Bis Ende November vergibt SFCC weitere Ausbildungsplätze. Laut Bernau-Seiguer könnten kurzfristig zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden. Daneben bietet SFCC als deutschlandweit erste Einrichtung eine neun Tage dauernde Ausbildung zum Kaffee-Experten mit Zertifikat (EEC) an.
Die generelle Lage auf dem Lehrstellenmarkt ist alles andere als positiv: Immer weniger Betriebe bilden aus, viele Jungendliche haben deshalb noch keine Lehrstelle. Erst kürzlich hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Wirtschaft appelliert, wieder stärker auszubilden. Auch Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering hatte das fehlende Engagement der Wirtschaft scharf kritisiert. Tatsächlich bildet nicht einmal die Hälfte der Betriebe in Deutschland aus.
Im Kampf gegen die Ausbildungsmisere hat die San Francisco Coffee Company nun vier neue Auszubildende eingestellt, die in drei Jahren alles rund um Kaffee lernen sollen. Weitere Ausbildungsplätze könnten kurzfristig angeboten werden, berichtet Bernau-Seiguer. Interessenten können sich bis Ende November 2006 bewerben und sollten folgende Kriterien erfüllen: „Sie müssen über 18 Jahre alt sein, die Mittlere Reife haben und eine fehlerfreie Bewerbung senden“, sagt SFCC-Personalleiterin Christine Kaiser. Die Zeugnisnoten seien bei der Auswahl weniger entscheidend. Vielmehr müsse der Bewerber in die Gastronomie passen - höflich, freundlich und aufgeweckt sein, so Kaiser.Wer zuerst einmal schauen möchte, ob ihm die Kaffee- und Gastronomiebranche liegt, kann während eines Praktikums bei SFCC in den Beruf reinschnuppern.
„Aus unseren Lehrlingen rekrutieren wir unsere Nachwuchskräfte“, so Bernau-Seiguer. Der Bedarf sei hoch und eine Übernahme nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung sicher. Bei der Ausbildung zum Fachmann für Systemgastronomie stehen unter anderem Büroorganisation und -kommunikation, Warenwirtschaft, das Management eines SFCC-Coffee-Places und Marketing und Promotion auf dem Programm. Die angehenden Fachleute für Systemgastronomie lernen die Zubereitung der Kaffeespezialitäten und den Ablauf einer Qualitätskontrolle kennen. Während der drei Jahre unternehmen die Auszubildenden auch eine Reise nach Hamburg zum Kaffeeimporteur von SFCC. Hier finden auch Kaffeeverkostungen statt. Auch eine Besichtigung der Speicherstadt gehört zum Programm.
Lehrlinge sind drei Monate Chef
Ab dem dritten Jahr übernimmt jeder Lehrling für drei Monate die Leitung einer Trainingsfiliale. „Hier können die Auszubildenden umsetzen, was sie in unserem Haus und auf der Berufsschule gelernt haben“, so Bernau-Seiguer. Gleichzeitig soll das Verantwortungsbewusstsein gestärkt werden. Begleitet wird die Ausbildung bei SFCC von ausgewählten Managern. „Unsere so genannten Paten sind fachliche und persönliche Ansprechpartner für unsere Azubis“, berichtet Bernau-Seiguer. Einmal pro Woche treffen sich Pate und Auszubildende zum Gespräch über das Gelernte der vergangenen Woche.
Deutschlandweit einmalig ist die Ausbildung der SFCC zum Kaffeeexperten mit Zertifikat (EEC). Die Europäische Wirtschaftskammer für Handel, Gewerbe und Industrie (European Economic Chamber) mit Sitz in Brüssel hat die neun Tage dauernde Ausbildung geprüft und als berufs- und wirtschaftsfördernd anerkannt. Darin lernen die Teilnehmer, wie Kaffee und Espresso richtig zubereitet werden, welche Kriterien bei einer Kaffeeverkostung gelten und erhalten Unterricht in Kaffeemaschinenkunde.
Theoretische und praktische Ausbildung
„Die Ausbildung soll zur Hebung der Kaffeekultur, zur Pflege der Kaffeequalität und zur Verbesserung des Wissens über Kaffee beitragen“, so Bernau-Seiguer. Zum Lehrplan gehören auch das Rösten von Kaffeebohnen und der Besuch einer Rösterei. Am Ende des Lehrgangs steht eine theoretische und praktische Prüfung. Die Ausbildung richtet sich vor allem an Personen, die bereits in der Gastronomie tätig sind. Teilnehmen können aber alle Interessierte. Die neuntägige Ausbildung zum Kaffee-Experten (EEC) kann für 1700 Euro gebucht werden.
Zusätzlich bietet die SFCC mehrere Seminare rund um Kaffee an. So können Kaffee-Fans an unterschiedlichen Kaffeeverkostungen, an einem Kaffee-Training mit SFCC-Zertifikat oder an einem Seminar für professionelle Espressozubereitung teilnehmen. Die Seminare dauern zwischen zwei Stunden und drei Tagen und kosten zwischen 49 und 500 Euro. Eine Übersicht über alle aktuellen Jobangebote, Praktikantenplätze und Seminare der San Francisco Coffee Company ist unter der Internetadresse www.sfcc.de zu finden. Ansprechpartner ist: San Francisco Coffee Company, Frau Christine Kaiser, Tal 48, 80331 München.
Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net
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12.09.2006 - 17:56 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 558 X
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