Fiskus, Fahrtenbücher und Firmenwagen – Die neue Dienstwagenregelung sorgt für mehr Bürokratie und weniger Freiheit
Von Ansgar Lange
Bonn/Düsseldorf – Bei Firmenwagen geht der Fiskus der Freiheit an den Kragen. Die vom Bundeskabinett beschlossene Änderung der Dienstwagenbesteuerung führt zu deutlich mehr Bürokratie, meinen Kritiker. Es fällt zunehmend schwer, „sicher durch das Regelungsdickicht zu manövrieren“, schreibt das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de und erklärt die Neuregelung: „Grundsätzlich führt die Privatfahrt mit der Dienstkarosse beim Arbeitnehmer zu einem geldwerten Vorteil und beim Unternehmer zu einer Entnahme. Beides bewertet der Fiskus pauschal nach der Listenpreismethode, auch bekannt als Ein-Prozent-Regelung. Die private Nutzung ist danach für jeden Monat mit einem Prozent des inländischen Listenpreises zuzüglich Sonderausstattungen inklusive Umsatzsteuer anzusetzen.“
Rückwirkend seit Anfang des Jahres 2006 gilt nun das „Gesetz zur Eindämmung missbräuchlicher Steuergestaltungen“. Danach greift die Ein-Prozent-Regel nur noch, wenn das Automobil mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird – zuvor reichten zehn Prozent. Einfacher und unbürokratischer fällt die Neuregelung anscheinend nicht aus. „Die Neuregelung belastet selbständige Unternehmer und Freiberufler“, zitiert das Handelsblatt Roland Speidel, Steuerberater bei der BDO Deutsche Warentreuhand http://www.bdo.de in Hamburg. „Die Dienstwagenregelung diskriminiert Kleinunternehmer“, so die Ansicht von Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de. Der Mittelstandspräsident befürchtet zudem, dass der neu geschaffene bürokratische Aufwand zu Absatzeinbrüchen bei den Automobilherstellern führen kann: „Das wird negative Auswirkungen und Arbeitsplatzverluste bis in die mittelständische Zuliefererindustrie mit sich bringen.“ In Sonntagsreden riefen die regierenden Politiker immer wohlfeil zum Bürokratieabbau auf, doch die Dienstwagenbesteuerung stehe dem diametral entgegen.
Selbständige Unternehmer und Freiberufler müssen die betriebliche Nutzung jetzt nach den neuen Regeln des Bundesfinanzministeriums belegen. Zu den zeitintensiven Aufzeichnungspflichten gehören Eintragungen in den Terminkalender, Reisekostenaufstellungen und andere Abrechnungsunterlagen. Schlampige Buchführung kann böse Folgen haben. „Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern Dienstwagen zur Verfügung stellen und nicht für ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch sorgen, haften unter Umständen wegen zu wenig abgeführter Lohnsteuer“, warnte Ingmar Dörr, Rechtsanwalt in der Steuerabteilung der internationalen Kanzlei Lovells http://www.lovells.de. „Bei der privaten Nutzung eines Firmenwagens fährt stets auch das Finanzamt mit“, bringt das Handelsblatt die verworrene Gemengelage auf den Punkt.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
Ihr Ansprechpartner:
| Firma | : | medienbüro.sohn |
| Name | : | Gunnar Sohn |
| Straße | : | Ettighofferstr. 26a |
| Stadt | : | - 53123 |
| |
| |
| |
| WWW | : | http://www.ne-na.de |
| E-Mail | : |  |
19.10.2006 - 9:58 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 554 X
Vorherige Artikel
Rabattschlachten führen zur Kannibalisierung in der Automobilbranche – Schnäppchenangebote beschädigen auf Dauer den Wert einer Automarke
Von Ansgar Lange Bonn/Hannover – Die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer lässt die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen purzeln. 2007 werden Autos teuerer, so die Meinung der meisten Verbraucher in Deu
PowerVoice Frontal - Die Macht der Stimme
Ob Produktpräsentation, Verkaufsgespräch, Betriebsversammlung oder Konferenz, häufig scheitert ein guter Stoff an einer schwachen Vermittlung. Es wird viel Zeit in die inhaltliche Vorbe
Blätterbare Internetkataloge aus PDF-Dateien
Unternehmen erhalten mit der neuen Flashtechnik von KataLogX-Software die Möglichkeit PDF-Kataloge als blätterbare Kataloge zum Anfassen und optional zur Bestellabwicklung auf der Homepage z
Nächste Artikel
Revolution am Arbeitsplatz
Der Kollege hat schon wieder einen aufgeräumten Schreibtisch, scheinbar gibt´s keine Arbeit. Das sollten Sie ganz schnell ändern, schließlich ist Langeweile im Büro das Schlimmste
Kein Alkohol, kein Knast
Sie sind mal wieder unterwegs, weit weg von Zuhause und im Hotel ist es langweilig. Das Fernsehprogramm ist öde, die Liebsten abtelefoniert, die Zeitung schon zweimal gelesen. Was also tun, ohne
Wachstumsmarkt Biodiesel - Biodiesel Süd begibt Genussrechte
Biodiesel ist der derzeit einzige breit im Markt eingeführte Biotreibstoff und an mehr als 1.900 Tankstellen bundesweit erhältlich. Das geringe Wachstum des europäischen Ölmarktes
Marktplatz Mittelstand erweitert das Expertennetzwerk
Das Mittelstands-Experten-Netzwerk Marktplatz-Mittelstand.de schließt mit dem Bonitätsportal Business-Check.com Partnerschaft abImmer mehr junge Unternehmen und kleine und mittelständische Anbieter nu