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Der Marcel Reich-Ranicki der Automobilbranche – Führt die mediale Dauerpräsenz des „PS-Professors“ Ferdinand Dudenhöffer zu einer Übersättigung?


Von Paul Humberg

Bonn/Hamburg – Ferdinand Dudenhöffer ist der Marcel Reich-Ranicki der Automobilbranche. Er gilt als „Auto-Papst“ oder „PS-Professor“. Wegen seiner Dauerpräsenz als Experte zu allen Themen, die etwas mit vier Rädern zu tun haben, nannte ihn Georg Meck von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) http://www.fas.net schon den „ewigen Dudenhöffer“, einen Dünnbrettbohrer mit dem „Geschäftsmodell Experte“. Man kennt diesen Effekt, wenn man eine Tüte Chips oder eine ganze Schachtel Pralinen aufgefuttert hat oder Dieter Bohlen nicht mehr im Fernsehen ertragen kann: Übersättigung droht oder tritt ein. In der Zeitschrift Wirtschaftsjournalist http://www.wirtschaftsjournalist-online.de porträtiert Oliver Driesen den omnipräsenten Fachmann, der jüngst selbst in die Schlagzeilen geriet.

Driesen attestiert dem 55-jährigen Professor für Automobilwirtschaft von der FH Gelsenkirchen http://www.fh-gelsenkirchen.de, dass er wisse, was Journalisten wünschen: „prägnante, kurzgefasste Expertisen, gewürzt mit knackigen Sprüchen und leicht verständlichen Zahlentabellen.“ Ein Professorentitel kommt in Deutschland immer gut an, nur leider können sich die meisten Angehörigen dieser Zunft nicht allgemeinverständlich ausdrücken. Hier besetzt Dudenhöffer eine Marktlücke und äußert sich gern zu den Themen, die gerade „en vogue“ sind. Dudenhöffer sei eine „One-Man-Show“; taucht sein Name in den Medien auf, bleibt zumeist nicht unerwähnt, dass er nicht nur an der FH Gelsenkirchen lehrt, sondern auch eine private Consultingfirma namens B&D Forecast http://www.bd-forecast.de unterhält.

Doch wer immerzu „präsentieren, publizieren – und provozieren“ muss, der muss auch mit Kritik leben. So wirft Anton Hunger, Chef der Porsche-Kommunikation http://www.porsche.de, Dudenhöffer vor, dass er seit Jahren eine Art Kreuzzug gegen sein Haus führe. Indem der Gescholtene den deutschen Wertschöpfungsanteil beispielsweise beim Porsche Cayenne herunterrechne, wolle er dem Zuffenhausener Unternehmen das „Made in Germany“ streitig machen. Den „ganz großen Ärger“ bekam der Automobilexperte jedoch ein knappes Jahr nach dem „medialen Warnschuss“ der FAS zu spüren, so Driesen: „Am 19. Juni 2006 schlug er den ‚Spiegel’ auf und las unter der Überschrift ‚Der Professor und das Geld’ die nur leicht als Frage verbrämte Unterstellung, ein getarnter Meinungs-Manipulator zu sein, da er mit seiner B&D Forecast ganz überwiegend bei Daimler-Chrysler im Brot stehe und dies verheimlicht habe.“

Die Spiegel-Redakteure hätten den Angegriffenen mit Buchungsbelegen über 396.314 Euro von Daimler aus dem Jahr 2005 konfrontiert. Auch wenn sich Dudenhöffer gegen die Vorwürfe verwahrte und eine Unterlassungserklärung in zwei von fünf Punkten und den Abdruck seiner Stellungnahme als Leserbrief erwirkte, bleibt der Spiegel-Redakteur Dietmar Hawranek bei seinen Vorwürfen: „Unser Hauptpunkt bleibt: Wer als Automobilexperte knapp 400.000 Euro von Daimler-Chrysler erhält und dies nicht offen ausweist, muss sich fragen lassen, ob er als Experte unabhängig ist“.

Laut Wirtschaftsjournalist räumt Dudenhöffer ein, mit manchen Prognosen daneben gelegen zu haben. Die Unterstellung, sich die eigene Unabhängigkeit durch finanzielle Leistungen von Autokonzernen abkaufen zu lassen, weist er jedoch entschieden zurück. So habe der Spiegel damals nicht erwähnt, dass das Geld von Daimler für den sehr teuren Ankauf von Daten gebraucht worden sei. Wenn er auf das große Geld ausgewesen sei, dann wäre er sicherlich auch nicht an eine Hochschule gegangen.




Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net

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20.03.2007 - 12:23 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 314 X

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