Klimawandel schafft neue Arbeitsplätze – Deutsche Umwelttechnik muss besser vermarktet werden
Bonn/Düsseldorf – Der Klimawandel hat auch seine guten Seiten: Der Arbeitsmarkt bietet große Chancen für Umweltexperten. Laut VDI-Nachrichten http://www.vdi-nachrichten.de gibt es sogar ein „grünes Wunder am Arbeitsmarkt“ und einen ökologischen Wirtschaftsboom. Zahlen unterstützen diese These. Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger http://www.rolandberger.com wird die Umwelttechnik im Jahr 2030 eine Billion Euro Umsatz machen. Bereits im Jahr 2020 werde die Öko-Branche mehr Menschen beschäftigen als der Maschinenbau oder die Automobilindustrie. Doch nicht jeder Bewerber bekommt auch einen Arbeitsplatz. „Trotz des Stellenbooms im Umweltbereich ist es nicht leicht, einen Job zu bekommen: Denn die Anforderungen an die Bewerber werden immer höher“, sagt Norbert Steinhaus, Arbeitsmarktexperte beim Wissenschaftsladen Bonn http://www.wilabonn.de.
Um rund 14 Prozent stieg die Zahl der Stellenangebote für Umweltspezialisten von 2005 auf 2006. Für das Jahr 2007 zeichne sich eine weitere Steigerung ab, betont Steinhaus: „Vor allem das starke Wachstum im Bereich der Erneuerbaren Energien sorgt für die anhaltend große Nachfrage nach Umweltspezialisten insgesamt.“ Grundlage der Untersuchung des Wissenschaftsladen Bonn ist eine Datenbasis von rund 36.000 Stellenangeboten, in denen zwischen den Jahren 2001 und 2006 Umweltspezialisten gesucht wurden. Ein Uni-Abschluss allein reicht heute nicht mehr aus. In 72 Prozent der Stellenangebote wird von den künftigen Umweltexperten allgemeine Berufserfahrung verlangt. Rund 35 Prozent der Stellenanbieter bei den Erneuerbaren Energien verlangen sogar spezielle Berufserfahrung aus der Branche beziehungsweise dem Geschäftsfeld.
Gute Englischkenntnisse und Kommunikationsfähigkeit sind ebenfalls stark gefragt. „So genannte Soft Skills sind sicher wichtig – auch in der Umwelttechnik“, so Tobias Janßen, Geschäftsführer der Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.com in Düsseldorf. „Ingenieure dürfen sich nicht mehr allein als Spezialisten verstehen, sondern müssen auch unternehmerisches Denken an den Tag legen. Noch behauptet Deutschland weltweit eine Führungsposition in der Umwelttechnik. Doch wir ziehen im internationalen Wettstreit regelmäßig den Kürzeren, wenn es um die Vermarktung guter Ideen geht. Das ist fatal, denn dies bedeutet, dass zunächst viel Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt wurde, und das Geschäft dann anschließend von anderen gemacht wird.“ Wer den Umweltschutz vorantreiben wolle, müsse sich zudem von seinem technikfeindlichen und moralinsauren Ökofundamentalismus verabschieden. „Die Weltverbesserer-Attitüde, die deutsche Umweltschützer so gerne an den Tag legen, kommt international überhaupt nicht gut an“, warnt Janßen, der im Executive Board American Chamber of Commerce http://www.amcham.de tätig ist.
Neben einem Fachkräftemangel droht laut VDI-Nachrichten zudem ein Know-how-Verlust. Die Bundesregierung investiere derzeit jährlich nur 400 Millionen Euro in die Energieforschung. Daher fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) http://www.bdi-online.de in einem Positionspapier, die Bundesregierung müsse die Aktivitäten in der Energieforschung bündeln und den Etat für Forschung und Entwicklung (FuE) aufstocken. Europa gebe in der Energieforschung zu wenig Geld aus, so auch das Ergebnis der VDE-Studie „Energieforschung 2020“. Denn in der EU würden von dem gesamten FuE-Etat nur drei Prozent für Energiefragen ausgebeben; in Deutschland seien es immerhin acht Prozent.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
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24.05.2007 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 412 X
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