Geld regiert doch nicht die Welt – Warum der Homo oeconomicus nur ein „Verhaltenskrüppel“ der Wirtschaftswissenschaften ist
Bonn/Düsseldorf - Kein Arbeitgeber kann die Motivation seiner Mitarbeiter juristisch einklagen. Wie will man nachweisen, dass jemand weit unter seinen Möglichkeiten bleibt? Jeden Manager und selbstständigen Unternehmer muss es jedoch brennend interessieren, wie die Leistungsbereitschaft angespornt werden kann. Nach der Devise „Geld regiert die Welt“ meinen viele, die Höhe des Gehalts sei entscheidend für die Motivation der Angestellten. Dass dies keine Allgemeingültigkeit besitzt, zeigt sich unter anderem darin, dass die höchstbezahlten Manager nicht immer die erfolgreichsten sind.
„Der Homo oeconomicus ist tot. Immaterielle Werte wie Fairness und Vertrauen können die Effizienz der Wirtschaft mehr steigern als strikte Eigennutzorientierung”, sagt Armin Falk, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn http://www.emp.uni-bonn.de/index.php?id=2485 und Leiter des von dem Nobelpreisträger Reinhard Selten gegründeten Laboratoriums für experimentelle Wirtschaftsforschung. Falk ist kein Nobody. Der erst Vierzigjährige hat bereits den Ruf an ausländische Universitäten abgelehnt und publiziert in renommierten internationalen Fachzeitschriften.
Für ein breites Publikum hat Falk seine These von der empirischen Haltlosigkeit des Homo oeconomicus jetzt in der Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de dargelegt. Motivation der Mitarbeiter, so sein Ausgangspunkt, ist ein zentrales und schwieriges Problem, dem sich das Management eines Unternehmens stellen muss. Denn „Ziel guter Führung sind motivierte Arbeitnehmer“. Variable Entlohnungsschemata und Anreizverträge sind nicht der Weisheit letzter Schluss. „Laborexperimente, groß angelegte und repräsentative Befragungsstudien und neurowissenschaftliche Untersuchungen mit bildgebenden Computertomografie-Verfahren belegen eindrucksvoll die empirische Haltlosigkeit einer uneingeschränkten Eigennutzhypothese“, schreibt Falk.
„Experimente und Studien zeigen statt dessen, dass Arbeitnehmer, die fair behandelt werden, motivierter sind. Wer sich unfair behandelt fühlt, igelt sich ein und sabotiert im schlimmsten Fall die Ziele der Unternehmensführung. Außerdem zeigt Falk auf, dass Misstrauen die Leistungsbereitschaft eingrenzt. Wer finanzielle Anreizsysteme daran koppelt, dass jeder Arbeitsschritt der Mitarbeiter genauestens beobachtet wird, schreckt vor allem die Fleißigen ab“, schreibt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de, in seinem Blog http://www.harveynash.com/blogs/udo_nadolski/2008/03/geld_regiert_doch_nicht_die_we.html. Das Fazit: „Modernes Personalmanagement arbeitet nicht ausschließlich mit Anreizsystemen, sondern bemüht sich aktiv darum, den Mitarbeitern Freiräume zu schaffen, ihnen Verantwortung zu übertragen. Dadurch signalisiert man Vertrauen. Mitarbeiter fühlen sich anerkannt und ‚zahlen’ zurück – in Form von Engagement für die Sache“, so Nadolskis Schlussfolgerung.
Fredmund Malik hat es einmal folgendermaßen ausgedrückt: Kein echter Liberaler habe jemals Individualismus und Egoismus verwechselt. Der „Verhaltenskrüppel der Wirtschaftswissenschaften“, der Homo oeconomicus, sei erst lange nach Adam Smith geboren worden. Nimmt man die Forschungsergebnisse von Falk ernst, ist es an der Zeit, ihn endgültig zu begraben.
Quelle: medienbüro.sohn / pressbot.net
Ihr Ansprechpartner:
| Firma | : | medienbüro.sohn |
| Name | : | Gunnar Sohn |
| Straße | : | Ettighofferstr. 26a |
| Stadt | : | - 53123 |
| |
| |
| |
| WWW | : | http://www.ne-na.de |
| E-Mail | : |  |
28.03.2008 - 0:00 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 138 X
Vorherige Artikel
Verschuldungskapazität erreicht? Mezzanine-Kapital schafft Freiräume
Kennen Sie die Verschuldungskapazität Ihres Unternehmens? Nein? Dann wird es Zeit, ihn zu ermitteln. Besonders wenn für die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens aber schon Fremdkapital im Unternehmen
Nielsen+Partner eröffnet Tochterunternehmen in Zürich
Zürich/Hamburg. Die auf Bankensoftware spezialisierte Nielsen+Partner Unternehmensberater GmbH hat in Zürich eine Tochtergesellschaft gegründet. Damit reagiere das Unternehmen auf das wachsende Geschä
Premiere: Israelischer Bushersteller startet in Deutschland
- Minibus für die Stadtlinie mit Aufbau aus Edelstahl- 15 Sitzplätze, 7 Stehplätze- Serienmäßig umfangreiche Linienausstattung- Fiat 160 Multijet Power mit 400 Nm und 157 PS
Nächste Artikel
Colonia Real Estate AG verdoppelt Konzernergebnis auf EUR 67,1 Mio
Erstmaliger Dividendenvorschlag in Höhe von EUR 0,25 pro Aktie. Konzernergebnis in 2008 mit EUR 72 bis 75 Mio. geplant.Die Colonia Real Estate AG (ISIN DE0006338007) hat im Geschäftsjahr 200
Wirtschaftskriminalität: Wie wirksam ist Ihr Schutz?
Ein Anti-Fraud-Management umfasst alle Prozesse zur Prävention, Aufdeckung und Aufarbeitung von Wirtschaftskriminalität und Korruption. Viele Organisationen geben viel Geld für unterschiedliche Elemen
Neuer Lagerleiter bei atrikom fulfillment
Ginsheim-Gustavsburg, 28. März 2008. Jens Andrä (43) ist der neue Lagerleiter der atrikom fulfillment Gesellschaft für Projekt-Dienstleistungen mbH, Ginsheim-Gustavsburg. In dieser Funktion verantwort
Jan Zecher, auf Marken spezialisierter Rechtsanwalt, verstärkt Münchner Büro von Fish & Richardson
München, Germany/Boston, MA (25. März 2008) – Fish & Richardson P.C. (www.fr.com), die führende US-amerikanische Kanzlei im gewerblichen Rechtsschutz, hat mit Jan Zecher zum 1. März 2008 einen erfahre
Refinanzierendes Marketinginstrument zur Neukundengewinnung und Kundenbindung
Die MCB International Ltd bietet Unternehmen ein schlüsselfertiges refinanzierendes Marketingkonzept an. Unternehmen generieren ab sofort ein eigenes Marketingbudget - Mit jedem getätigten Einkauf der