56,2 Prozent mehr Betriebe im meisterfreien Handwerk
AG Wirtschaft und Arbeit
Zu den heute veroeffentlichten Zahlen ueber die Entwicklung des Betriebsstandes im Handwerk erklaert der wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner:
Das neue Handwerksrecht ist ein voller Erfolg. Das unterstreichen erneut die heute vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) veroeffentlichten Zahlen ueber die Entwicklung des Betriebsstandes im Handwerk im ersten Halbjahr 2005.
- Noch nie hat es in Deutschland so viele selbstaendige Handwerksbetriebe gegeben wie heute. Die Zahl der Betriebe ist von 841.708 vor der Handwerksreform auf 905.941 zum Stichtag 30. Juni 2005 gestiegen. Das ist ein Anstieg um 64.233 oder 7,6 Prozent. Die Betriebsbestaende wachsen in allen Kategorien: In der Anlage A 1, also mit Meisterzwang, und in den Anlagen B1 (neue meisterfreie Handwerke) und B 2 (alte meisterfreie Handwerke).
- Vor allem haelt der Existenzgruendungsboom im ersten Halbjahr 2005 in den neuen meisterfreien Handwerken ( plus 14.493 oder 14,1 Prozent) unvermindert an. Seit dem Inkrafttreten des neuen Handwerksrechts am 1. Januar 2004 ist die Zahl der Betriebe in den 53 meisterfreien Handwerken um 42.061 oder 56,2 Prozent gestiegen.
- Besonders Arbeitslose und abhaengig Beschaeftigte wagen den Sprung in die Selbstaendigkeit. Jetzt haben wir die Selbstaendigenkultur, von der Union und FDP so gerne schwafeln - aber alles tun, um sie zu verhindern.- Der Existenzgruendungsboom in den meisterfreien Handwerken hat, wie der ZDH zugibt, "zweifellos positive Umsatz- und Beschaeftigungseffekte". Die Zahl der Erwerbstaetigen nimmt deutlich zu. So stand im Jahre 2004 beispielsweise den 13.144 Betriebsneugruendungen im Fliesenlegerhandwerk eine Abnahme der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschaeftigten von nur 1.753 gegenueber. Die Zahl der Erwerbstaetigen erhoehte sich somit mindestens um 11.391. In anderen grossen meisterfreien Handwerken sieht es aehnlich aus.
- Das neue Handwerksrecht hat auch nicht, wie behauptet wird, zu einem Rueckgang der Ausbildungsverhaeltnisse gefuehrt. So gab es im Jahre 2004 im Fliesenlegerhandwerk ganze 70 Ausbildungsverhaeltnisse weniger, im Gebaeudereinigerhandwerk 383 mehr. Im Maler- und Lackiererhandwerk, das nach wie vor unter Meisterzwang steht, gab es dagegen 1.318 Ausbildungsverhaeltnisse weniger. Die Legende von der "drohenden Ausbildungskatastrophe" in den neuen meisterfreien Handwerken ist glaenzend widerlegt.
Union und FDP wollen zurueck zum Meisterzwang, zu Regulierung und Marktzugangsbeschraenkungen, Besitzstand wahren statt Chancen ermoeglichen. Sie wuerden damit aber Zehntausende von neuen Existenzen zerstoeren.
2005 SPD-Bundestagsfraktion - Internet: http://www.spdfraktion.de
Quelle: SPD-BUNDESTAGSFRAKTION / pressrelations.de
01.09.2005 - 18:00 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 566 X