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Pariser Club-Gläubiger und Nigeria vereinbaren abschließende Schuldenregelung




25.10.2005 - Die vom 18. bis 20. Oktober 2005 im Pariser Club gefundene Lösung für die Behandlung nigerianischer Schulden in Höhe von USD 30 Mrd. führt zu einer vollständigen Entschuldung des Landes gegenüber dem Pariser Club. Der Pariser Club setzt damit eine Entscheidung der G8-Staats- und Regierungschefs vom Sommer diesen Jahres um. Eine weitere Grundlage bildet das neue IWF-Policy Support Instrument (PSI), das am 17.10.2005 gebilligt wurde.

Die Schuldenregelung erfolgt in drei Phasen, beginnend Ende Oktober 2005 mit einer Zahlung der Rückstände in Höhe von USD 6,56 Mrd. und einer ersten Erlassstufe von 33 % der Gesamtforderungen (Erlassvolumen USD 7,2 Mrd.).

In den beiden nachfolgenden Phasen zahlt Nigeria zunächst in der ersten Dezember-Hälfte 2005 seine restlichen Rückstände in Höhe von USD 1,39 Mrd., die bislang noch nicht Gegenstand von Restrukturierungen waren (sogenannten post-cut-off-date-Schulden) und kauft - Ende März 2006, wenn die erste Überprüfung des zugrunde liegenden IWF-Programms abgeschlossen ist - die verbleibende Summe mit einem Abschlag zurück.

Nigeria zahlt weitere USD 4,65 Mrd. an die Pariser Club-Gläubiger, die im Gegenzug weitere 34 % ihrer ursprünglichen Forderungen, d. h. nochmals USD 10,25 Mrd. erlassen.

Im Ergebnis erlässt der Pariser Club Nigeria knapp 60 % seiner Forderungen, d. h. USD 17,47 Mrd. und erhielt Zahlungen in Höhe von insgesamt USD 12,6 Mrd..

Die Bundesregierung erhält von ihren Gesamtforderungen in Höhe von USD 5,1 Mrd. (4,17 Mrd. EUR) USD 2,26 Mrd. (1,84 Mrd. EUR) und erlässt Nigeria im Gegenzug USD 2,85 Mrd. bzw. 2,3 Mrd. EUR.

Mit der Vereinbarung erkennt der Pariser Club an, dass die nigerianische Regierung ein weit reichendes wirtschafts- und finanzpolitisches Reformprogramm sowie die Korruptionsbekämpfung in Angriff genommen hat. Die Bundesregierung begrüßt die nun - nach vier vorangegangenen Umschuldungen - getroffene abschließende Regelung mit Nigeria. Sie wird auf dieser Grundlage ihre Hermes-Deckungspolitik gegenüber Nigeria überprüfen.

Das Internetangebot des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit: www.bmwa.bund.de



Quelle: BUNDESMINISTERIUM FÜR WIRTSCHAFT UND ARBEIT / pressrelations.de

25.10.2005 - 18:00 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 108 X