Neuer Beru Sensor sorgt für bessere Luft
Luftreinhaltung ist für alle Automobilhersteller ein zunehmend wichtiges Thema. Besonders in den USA sorgen drastische Emissionsschutz-Gesetze für hohe technische Anforderungen. Außer einer Optimierung der Kraftstoffverbrennung und aufwändiger Abgasreinigung gibt es noch andere Methoden, um den strengen Behördenauflagen gerecht zu werden. Das so genannte PremAir-Verfahren beispielsweise ist eine effektive Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität. Die Beru AG stellt dazu jetzt einen speziell entwickelten Sensor vor.
(Ludwigsburg im November 2005) Fahrzeugkühler mit einer PremAir-Beschichtung sind in Europa noch wenig im Einsatz, in den USA hingegen sorgen sie zunehmend für eine besondere Art von *fahrzeugbezogenem Emissionshandel". Der Hintergrund: Bei der Bewertung der Umweltverträglichkeit gibt es seitens der Behörden so genannte Credits für Einrichtungen, die zur Verbesserung der Luftqualität beitragen. Diese Credits lassen sich verrechnen. Das bedeutet unter anderem, dass eine zu hohe Flottenemission sich durch gutgeschriebene Credits kompensieren lässt.
Das PremAir-Verfahren ist eine solche technische Maßnahme. Dazu erhält das Kühlernetz eine äußere katalytisch wirkende Beschichtung. Diese sorgt während des Fahrbetriebs bei der durchströmenden Luft für eine Umwandlung des Ozonanteils (O3) in Sauerstoff (O2). Da der Luftdurchsatz eines Pkw-Kühlers bis zu zwei kg/s betragen kann, trägt ein Auto mit PremAir-Kühler erheblich zur Reduktion des gesundheitsschädlichen bodennahen Ozons bei.
Damit die Credits angerechnet werden, fordert allerdings die zuständige Behörde ARB (Air Ressources Board), dass sowohl die tatsächliche Existenz als auch die einwandfreie Funktion des PremAir-Kühlers im Auto jederzeit sicher gewährleistet sind. Das Vorhandensein des speziellen Kühlers wird durch einen Sensor detektiert. Die Beru AG, einer der größten Hersteller von Zünd- und Glühkerzen weltweit, sowie unter anderem spezialisiert auf die Herstellung anspruchsvoller elektronischer Systeme, fertigt dazu jetzt den PremAir-Sensor.
Manipulationssicherer Spezialsensor
Gemäß den Forderungen der ARB ist durch das PremAir-Sensorprinzip zu verhindern, dass:
- ein PremAir-Kühler ausgebaut und durch einen Nicht-PremAir-Kühler ersetzt wird,- der PremAir-Sensor ausgebaut wird und die Elektronik oder die Software reproduziert werden,- der PremAir-Sensor großflächig aus dem Kühler ausgeschnitten und kühlerfern montiert wird.
Die sich daraus ergebenden Anforderungen an den PremAir-Sensor werden folgendermaßen umgesetzt:
Zur Anwesenheitsüberprüfung werden vorher definierte Indentitätsmerkmale (IDs) im Motorsteuergerät und im PremAir-Sensor in einem Speicher hinterlegt und ausgetauscht. Die Kommunikation erfolgt über LIN-Bus nach dem Master-Slave Prinzip. Das heißt, der PremAir-Sensor wird vom Motorsteuergerät abgefragt. Die IDs werden nach Motorstart einmal verschlüsselt gesendet. Passen die Codes - wegen einer Manipulation - nicht mehr zusammen, erfolgt eine Störmeldung.
Des Weiteren wird durch einen NTC (Heißleiter) die Temperatur am Einbauort gemessen und im Motorsteuergerät mit der vom separaten Kühlwassersensor gemessenen Temperatur plausibilisiert.
Der NTC befindet sich in einem am Sensorgehäuse ausgeformten Zapfen, welcher mit einem im Kühler befindlichen Aufnahmesockel bei der Montage verklebt wird. Der Sensor ist mit PU Harz vergossen und lässt sich im Endzustand nicht mehr demontieren. Bei einem versuchten Ausbau bricht der Sensorzapfen aus dem Gehäuse aus und wird dabei mechanisch und elektrisch zerstört.
Dadurch ist dauerhaft sichergestellt, dass jede Manipulation erkannt wird. Bei einem Missbrauch wird die MIL (Malfunction Idication Lamp) aktiviert, Kühler nebst Sensor müssen dann getauscht werden.
Als erster deutscher Pkw-Hersteller verwendet Mercedes-Benz den neuen von Beru gefertigten PremAir-Sensor und wird ab Anfang 2006 alle E-Klassen-Fahrzeuge für den Verkauf in den fünf US-Bundesstaaten, in denen die besonders strengen kalifornischen Emissionsvorschriften gelten, serienmäßig mit PremAir-Kühlern ausrüsten.
Umfangreiches Beru-Sensorangebot
Die Palette der Beru-Sensoren umfasst Temperatur-Fühler für flüssige oder gasförmige Medien, Induktiv-Geber sowie dynamische Hall-Geber für berührungslose Erfassung von Drehbewegungen. Erweitert wird das Angebot durch Sensoren für Spezialanwendungen. Zur Messung extremer Hitze (Messbereich bis +1.000 °C) steht der Platin-Hochtemperatur Sensor HTS zur Verfügung. Im Beru Reifendruck-Kontrollsystem TSS arbeiten sehr sensible elektronische Drucksensoren. Für Kupplungs- und Bremssysteme gibt es einen berührungslos arbeitenden Wegsensor mit extremer Messgenauigkeit, der ganz nach Kundenwunsch für verschiedene Anwendungen modifizierbar ist.
Bild 211_1: Der neue Beru PremAir-Sensor wird ausbausicher am Kühler montiert. Die komplexe Elektronik sorgt durch Codierung der Signale für Manipulationsfestigkeit.
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Quelle: BERU / pressrelations.de
16.11.2005 - 10:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 494 X
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