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Wissenschaft gegen Landwirtschaft?




23.06.2005 - DBV: Prof. Winnacker überzieht mit Kritik am EU-Haushalt

Im Rahmen der jetzt laufenden Finanzdebatte in der EU hat sich der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Winnacker, äußerst polemisch zur angeblichen "Agrarlastigkeit" des EU-Haushaltes geäußert. Der Deutsche Bauernverband (DBV) weist dieses entschieden zurück. Es sei unseriös, den Anteil von etwas mehr als 40 Prozent der Agrarausgaben an dem EU-Haushalt dem etwa 4%igen Anteil der EU-Forschung gegenüber zu stellen. Prof. Winnacker suggeriere damit, Europa sei nicht in der Lage, über Innovationen - vor allem in der Grundlagenforschung - seine Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft abzusichern.

Auch vergleiche Prof. Winnacker in seinen Thesen "Äpfel mit Birnen", kritisierte der DBV. So besitze die EU bisher keine politische Kompetenz in der Forschungsförderung - im Gegensatz zum Agrarbereich. Daher basiere die Forschungsförderung im Wesentlichen auf den nationalen Budgets, hinzu kämen die von der Wirtschaft getragenen Forschungsaufwendungen. Insgesamt weise die Statistik für Deutschland im Jahre 2003 über 16 Milliarden Euro staatliche Forschungsausgaben der verschiedenen Ebenen auf, wozu noch private Ausgaben von 38 Milliarden Euro hinzukämen. Dies sind "nennenswerte Aufwendungen", so der DBV, die richtigerweise in den letzten Jahren auch weiter gesteigert wurden. Der Bauernverband wies zudem darauf hin, dass die Landwirte im Zuge der Weltmarktöffnung der EU-Agrarmärkte unter einem erheblichen Anpassungsdruck stehen und daher eine verlässliche politische Begleitung bräuchten. Dies gelte für die Bauern in der Alt-EU, noch mehr aber für die Landwirtschaft in den 10 neuen EU-Ländern.

Der Bauernverband begrüße es, dass Prof. Winnacker in den letzten Jahren vor allem in der Bio- und Gentechnologie das Wort für die forschende Agrarwirtschaft erhoben habe. So sei auch gerade eine moderne Land- und Ernährungswirtschaft eng mit der Forschung verzahnt, sowohl in der klassischen Nahrungsmittelproduktion wie auch bei nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbarer Energie, erklärte der DBV. Umso bedauerlicher sei es daher, dass Prof. Winnacker jetzt wohl aus Enttäuschung über eine auch weiterhin geringe EU-Finanzierung der Forschung eine andere gesellschaftliche Gruppe, die Bauern, an den Pranger stelle.

 

Ansprechpartner: Pressestelle Deutscher BauernverbandE-Mail: pressebauernverband.de



Quelle: DEUTSCHER BAUERNVERBAND (DBV) / pressrelations.de

24.06.2005 - 12:38 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 219 X

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