Neue Lurgi-Aufträge: Biodieselanlagen für 70 Mio. Euro
- Lurgi profitiert von weltweitem Boom bei Biokraftstoffen
- Biodiesel in Deutschland schon an knapp 2000 Tankstellen erhältlich
Bochum, 9. August 2005 – Die Lurgi AG, eine Tochtergesellschaft der GEA Group, hat drei Aufträge zum Bau von Biodieselanlagen in Australien, den USA und Spanien erhalten. Der Auftragswert beträgt insgesamt rund 70 Millionen Euro. "Dieser Auftragsschub zeigt, wie Lurgi als einer der Markt- und Technologieführer vom weltweiten Boom für alternative Kraftstoffe profitiert. Der Bedarf an Biodiesel und auch Bioethanol wird weiter deutlich zunehmen – nicht zuletzt wegen des weiteren Preisanstiegs von Erdöl und der immer knapper werdenden fossilen Energieträger", so Klaus Moll, Vorstandsvorsitzender der Lurgi und Mitglied des Vorstands der GEA Group. Das Unternehmen ist zuversichtlich, in den nächsten Monaten weitere Großaufträge zum Bau von Biodieselanlagen zu erhalten.
Größte Biodieselanlagen der Welt
Die beiden Anlagen in Australien und den USA werden zu den größten Biodiesel-Anlagen der Welt gehören. Mit der von Lurgi entwickelten und im industriellen Maßstab erprobten Multipurpose- Technologie werden dort aus pflanzlichen Ölen wie Palm- und Sojaöl ab 2006 jeweils 360 Tonnen Biodiesel pro Tag produziert. Die Anlage in Spanien, in der Biodiesel auf Basis von Raps-, Soja- und Palmöl gewonnen werden soll, ist für 144 Tonnen pro Tag ausgelegt. Auftraggeber sind die Natural Fuel Darwin Private Ltd. (Australien), Cargill Inc. (USA) und Tecnicas Reunidas (Spanien).
Steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen
Nach Expertenschätzungen wird sich der weltweite Bedarf an alternativen Kraftstoffen wie Biodiesel und Bioethanol in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Die Europäische Union plant, den Anteil an Biokraftstoffen von derzeit rund zwei Prozent auf 5,75 Prozent im Jahr 2010 zu erhöhen. Dadurch wird sich der Verbrauch von Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen in den EU-Ländern von derzeit unter 5 Millionen Tonnen auf knapp 14 Millionen Tonnen pro Jahr beinahe verdreifachen. Nach einer aktuellen Studie der Deutsche Bank Research wird Biodiesel seit 2004 verstärkt auch von Mineralölgesellschaften nachgefragt, die dem traditionellen Diesel bis zu fünf Prozent des alternativen Kraftstoffs beimischen dürfen. Dadurch stieg der Absatz 2004 allein in Deutschland um ein Drittel auf 1 Million Tonnen. Für 2005 ist laut der Studie eine weitere Absatzexpansion auf 1,5 Millionen Tonnen und 2006 auf knapp 2 Millionen Tonnen zu erwarten. Bereits knapp 2.000 Tankstellen führen in Deutschland aufgrund der steigenden Nachfrage Biodiesel im Angebot.
Auch in den USA sind Biokraftstoffe auf dem Vormarsch. Die Produktionsmenge wird sich nach Expertenschätzungen von derzeit knapp 9 Millionen Tonnen auf fast 15 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen. Vor allem Bioethanol, das herkömmlichem Kraftstoff beigemischt werden kann, wird dort stark nachgefragt.
Gute Marktperspektiven für Lurgi
Um die steigende Nachfrage zu decken, müssen die Produktionskapazitäten deutlich erhöht und neue Anlagen gebaut werden. Diesen Trend hat Lurgi in den letzten Jahren maßgeblich mitgestaltet und profitiert dabei von seiner langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet. Der Anlagenbauer hat innovative und hocheffiziente chemische Verfahren entwickelt, mit denen Biodiesel und Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden. Biodiesel kann mit Lurgi-Multipurpose-Technologie nicht nur aus Rapsöl, sondern bei gleicher Effizienz auch aus anderen Pflanzenölen wie Sonnenblumen-, Soja- oder Palmöl hergestellt werden. Bioethanol wird in Lurgi-Anlagen mit eigenen Verfahren aus unterschiedlichem Getreide oder Zuckerrüben produziert.
Sowohl Biodiesel als auch Bioethanol sind umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichem Treibstoff: Biodiesel verringert den Rußausstoß um ca. 50 Prozent und erfüllt durch den nahezu geschlossenen CO2-Kreislauf, von der Herstellung bis zum Verbrauch, die Ziele der Schadstoffminimierung im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Durch seine hervorragende Schmierfähigkeit reduziert Biodiesel zudem den Motorverschleiß. Dies verlängert die Lebensdauer der Maschine. Bioethanol zeichnet sich gegenüber fossilem Treibstoff durch geringere Kohlenwasserstoff- Kohlenmonoxid- und Stickoxidemissionen aus. Weitere Vorteile sind ein hoher Wirkungsgrad und eine hohe Oktanzahl.
Die GEA Group Aktiengesellschaft ist ein international ausgerichteter Technologiekonzern, der sich auf den Spezialmaschinenbau mit den Schwerpunkten Prozesstechnik und Komponenten sowie den Anlagenbau konzentriert.
Der Umsatz im Geschäftsjahr 2004 betrug rund 4,1 Milliarden Euro. Zum 31. Dezember 2004 beschäftigte das Unternehmen rund 17.000 Mitarbeiter. In 90 Prozent ihrer Geschäftsfelder zählt die GEA Group zu den Markt- und Technologieführern.
Die GEA Group ist im deutschen MDAX notiert.
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Quelle: GEA GROUP / pressrelations.de
09.08.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 1943 X
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