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Landwirtschaftsminister Miller: Freistaat unterstützt Bergbauern auch weiterhin ideell und finanziell


Von Alexander Hauk / www.bayern-nachrichten.de

Oberstdorf/München (aha). Die bayerischen Bergbauern können weiterhin mit der Unterstützung durch die bayerische Staatsregierung rechnen. Die Bergbauern bräuchten zumutbare Arbeitsbedingungen, sagte Bayerns Landwirtschaftminister Josef Miller (CSU) im Vorfeld der „5. Olympiade der Käse aus den Bergen“ (26. bis 28. Oktober) im bayerischen Oberstdorf (Kreis Oberallgäu). „Die Berglandbewirtschaftung mit ihrer klein- bis mittelbäuerlichen Struktur und häufig schwierigen Bewirtschaftungsvoraussetzungen dürfen wir nicht schutzlos dem Wettbewerb mit landwirtschaftlichen Gunstlagen beziehungsweise der zunehmend globalisierten Lebensmittelerzeugung aussetzen“, so Miller.

Mit der so genannten Ausgleichszulage will Bayern die Bewirtschaftung von landschaftlich reizvollen, von Natur aus allerdings benachteiligten, Gebieten sichern. Daneben fördert der Freistaat Bergbauern im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) jährlich mit bis zu 600 Euro pro Hektar. Auch für den Bau von Almgebäuden und Viehschutzhütten oder für die Sicherstellung der Wasserversorgung können Bergbauern Subventionen beantragen. „Der Alpenraum ist gekennzeichnet durch seinen Reichtum an natürlichen Ressourcen, insbesondere seine Wasservorkommen, sein landwirtschaftliches Potenzial, seine historische und kulturelle Bedeutung, seinen Wert als Lebens- Wirtschafts- und Erholungsraum nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für die gesamte Bevölkerung“, sagte Miller, der sich in Obersdorf über den aktuellen Stand der Vorbereitungen zur Käseolympiade informierte.

Exportschlager Käse

Nur durch das Engagement der Bergbauern könne auch künftig eine Bewirtschaftung der Almen und Alpen und damit der Erhalt der bayerischen Kulturlandschaft sichergestellt werden. Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Käseolympiade ging Miller speziell auf die Bedeutung der Milchwirtschaft auf den Almen und Alpen ein: „Auf den Sennalpen wird oft noch im Kupferkessel bei offenem Feuer mit viel Handarbeit die traditionelle Käseherstellung praktiziert.“ Die Erfahrung und das Geschick des Sennalpen oder der Sennerin seien gefragt, um beispielsweise aus der Alpenmilch den typischen Allgäuer Bergkäse herzustellen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben Millers in ganz Bayern rund 790.000 Tonnen Käse hergestellt. In der Rangliste der europäischen Käseproduzenten liegt Bayern damit nach Deutschland, Frankreich und Italien an 4. Stelle.

Käse aus Bayern sei ein wahrer Exportschlager. Damit das auch weiterhin so bleibt, unterstützt der Freistaat die Aus- und Fortbildung der Milcherzeuger, Molkereifachleute und Laborpersonals in den beiden Lehr-, Versuchs- und Fachzentren für Milchwirtschaft in Kempten und Triesdorf. Für zukunftsorientierte Investitionen bayerischer Molkereien in moderne Technologie und Logistik, Qualitätsmanagement und innovative Produkte wurden im Rahmen der Marktstrukturförderung von 2000 bis 2006 insgesamt 58,7 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Damit seien Investitionen in Höhe von insgesamt 400 Millionen Euro ermöglicht worden, so der Staatsminister.

Die Käseolympiade biete Gelegenheit, die Kompetenz Bayerns als Käseland auch international unter Beweis zu stellen und zu unterstreichen. Tatsächlich könnte das Allgäu als Ausrichterregion nicht besser gewählt sein. Das Gebiet gilt als Käseküche Deutschlands. „Mit Oberstdorf haben wir einen idealen Austragungsort für die Olympiade der Käse aus den Bergen“, sagte Miller. Bei dem Wettbewerb treten Bergbauern mit ihren Käsesorten an und kämpfen in verschiedenen Kategorien um die Auszeichnung für den besten Käse. Eine fachkundige und international besetzte Jury wird die Käse prüfen und unter anderem nach Geschmack, Aussehen und Konsistenz bewerten.

Fachtagung und Exkursion

In Oberstdorf laufen die Vorbereitungen für die Käseolympiade schon länger, denn nicht nur die verschiedenen Käselaibe sollen olympiareif sein, auch der Ort will sich drei Tage lang vor einem internationalen Publikum von seiner besten Seite präsentieren und lockt mit einem bunten Programm. Für Fachbesucher und Interessierte findet am Samstag, 27. Oktober eine Fachtagung und Exkursion statt. Leitmotiv der Fachtagung ist das Thema „Qualität der Produkte aus den Bergen“. Die Schwerpunkte der Vorträge bilden neue Ergebnisse aus der Forschung rund um Käse und Alternativen in der Produktion. Die Teilnehmer der Exkursion haben die Wahl: Sie können entweder in den Gemeinden Weitnau und Missen-Wilhams auf den Spuren von Carl Hirnbein wandeln und eine Minikäserei besuchen, das Oberallgäuer Milchwerk in Sonthofen besichtigen, die Skiflugschanze in Oberstdorf ansehen oder ins Rappenalptal fahren, wo sie die 350 Jahre alte Alpe Breitegehren besuchen.

Außerdem wird es eine große Viehzuchtschau mit Prämierung geben. Rund um den Oberstdorfer Kirchturm bilden 55 Hütten eine Art Olympisches Dorf. Zudem gibt es einen großen Festumzug durch Oberstdorf am Sonntag, den 28. Oktober. Für Liebhaber von Bergkäse wird „Deutschlands größtes Käsebuffet“ aufgebaut. Auch an die kleinen Besucher denken die Veranstalter: Sie können sich bei einer Kinderolympiade und Kinderzirkus sowie Kasperltheater vergnügen.

Die Aktion wird unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der CMA Centralen Marketing- Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, der Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft sowie der Landwirtschaftlichen Rentenbank. 2009 wird dann die 6. Olympiade der Käse aus den Bergen in der Schweiz ausgetragen.

Hinweis:
Die Veranstalter der „5. Olympiade der Käse aus den Bergen 2007“ haben die Anmeldefrist für Wettbewerbsteilnehmer bis zum 15. Oktober 2007 verlängert. Grund dafür ist das große Interesse aus dem Ausland.

Quelle: bayern-nachrichten.de / pressbot.net

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09.10.2007 - 13:45 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 526 X