Michael Sommer bei der zentralen Lidl-Aktion von ver.di Berlin: "Billig nicht um jeden Preis"
23.09.2005: PM 137 - Unternehmer wie Parteien müssen nach Ansicht des Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Michael Sommer, anerkennen, dass die Mehrheit der Deutschen nicht in "einer Gesellschaft der sozialen Kälte leben" will. Mit Blick auf die Verweigerung von Arbeitnehmerrechten durch den Handelskonzern Lidl sagte der DGB-Vorsitzende auf der zentralen Kundgebung von ver.di im Rahmen der Lidl-Kampagne: "Offenbar braucht so mancher Unternehmer wieder ein neues Grundverständnis von sozialer Demokratie." Bei Lidl etwa sabotiere das Unternehmen Wahlen zu Betriebsräten und schikaniere Beschäftigte bis hin zu willkürlichen Kündigungen mutiger Verkäuferinnen, die sich dem Druck der Geschäftsleitung nicht beugen wollen. "Einen solchen Versuch die Würde arbeitender Menschen anzugreifen, werden Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter niemals hinnehmen."
Die "erkennbare Radikalisierung in Teilen des Unternehmerlagers" mache aus Sicht des DGB deutlich, dass in den beginnenden Koalitionsvereinbarungen bei zentralen Arbeitnehmerrechten keine Einschnitte gemacht werden dürften. Michael Sommer: "Wir achten bei den Koalitionsvereinbarungen sehr genau darauf, dass
- der Schutz vor willkürlichen Kündigungen nicht ausgehebelt wird,
- die Mitbestimmung in den Betrieben nicht eingeschnürt wird und
- die Freiheit, sich in Gewerkschaften zusammenzuschließen und frei über Löhne und Arbeitsbedingungen zu verhandeln, nicht untertunnelt wird."
Für Unternehmer wie Parteien gelte der gleiche Maßstab: "Wir wissen seit den Wahlen am 18. September: Wer sich an den Grundwerten des sozial regulierten Marktes vergreift, der stellt sich gegen die Mitte der Gesellschaft."
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Quelle: DEUTSCHER GEWERKSCHAFTSBUND (DGB) / pressrelations.de
23.09.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 346 X