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Schnappauf: Lindauer Wasserversorgung nicht gefährdet




Die Lindauer Wasserversorgung aus dem Bodensee ist nicht gefährdet. Das hat Umweltminister Werner Schnappauf nach den Funden von Kanistern mit Pflanzenschutzmitteln im Bodensee deutlich gemacht.

Die Lindauer Wasserversorgung aus dem Bodensee ist nicht gefährdet. Das hat Umweltminister Werner Schnappauf nach den Funden von Kanistern mit Pflanzenschutzmitteln im Bodensee deutlich gemacht. Nach den Drohbriefen an die Bodensee- Wasserversorgung (BWV) in Baden-Württemberg haben auch die Stadtwerke Lindau für ihre Entnahmestelle aus dem Bodensee zusätzliche Trinkwasserkontrollen durchgeführt. "Belastungen mit giftigen Substanzen wurden nicht festgestellt. Aufgrund der natürlichen Strömungsverhältnisse ist mit einer Belastung aus den in Sipplingen gefundenen Kanistern nicht zu rechnen. Die intensive Probennahme an der Entnahmestelle wird fortgeführt", erläuterte der Minister.

Die BWV hat auch die Stadtwerke Lindau als Betreiber der Wasserversorgung Lindau über den anonymen Drohbrief informiert. Die sofort eingeleiteten Untersuchungen zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Das Trinkwasser für Lindau wird aus dem Bodensee aus 36 und 60 Metern Tiefe unter Wasserspiegel, also vier bis fünf Meter über dem Seegrund gewonnen. Die Wasserversorgung Lindau ist die einzige Wasserversorgung in Bayern, die Trinkwasser aus dem Bodensee gewinnt. Versorgt werden mit einer Jahreswassermenge von durchschnittlich 3 Millionen Kubikmetern rund 36.000 Menschen. Die vom Betreiber vorgehaltene Aktivkohleanlage kann bei Bedarf zur Reinigung bzw. Entfernung von Pflanzenschutzmitteln, wie Atrazin aus dem Rohwasser eingesetzt werden.

Trinkwassersicherheit hat in Bayern Schnappauf zufolge hohe Priorität. "100% Sicherheit wäre Illusion. Aber auch wenn kriminelle Handlungen nie auszuschließen sind, halte ich die Trinkwasserversorgung für vergleichsweise sicher", betonte der Minister. Schnappauf gründete seine Einschätzung auf das regelmäßige Überwachungsprogramm des Trinkwassers und die kleinräumige Struktur der Wassergewinnungsanlagen. So werden je nach Menge des geförderten Trinkwassers die größeren Gewinnungsanlagen einmal monatlich bis einmal wöchentlich, im Fall Münchens täglich kontrolliert.

Grundlage sind die bayerische Eigenüberwachungsverordnung und die Trinkwasserverordnung des Bundes. Untersucht wird auf chemische und mikrobiologische Parameter. In Lindau und München ist mit sog. Fischtests sogar eine 24-Stunden -Überwachung der Trinkwasserqualität gewährleistet. Im übrigen sind die Trinkwassergewinnungsanlagen von großen Wasserversorgern videoüberwacht, Verteilungs- und Pumpwerke alarmgesichert. Werden bei Kontrollen unzulässige Belastungen festgestellt, erlässt das zuständige Gesundheitsamt im Landratsamt nach einer Risikoanalyse entsprechende Anordnungen, wie Ausweichen auf eine andere Wasserversorgung, Desinfektion oder Verwendungsbeschränkungen.

In Bayern werden nur 5 Prozent des Trinkwassers aus Uferfiltrat von Flüssen, aus Talsperren und Seen (Bodensee) gewonnen. 95 Prozent des Trinkwassers stammen aus Grundwasser und Quellwasser. Solches Wasser ist besonders geschützt, weil die darüber liegenden Bodenschichten als natürlicher Filter wirken.

Darüber hinaus steht die kleinräumige Struktur mit 3.600 Gewinnungsanlagen und dabei 10.000 Entnahmestellen einer großflächigen Kontamination entgegen.

 

Weitere Informationen: http://www.wasser.bayern.de © Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - www.stmugv.bayern.de

 



Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT (STMUGV) / pressrelations.de

14.11.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 486 X