Schnappauf: Schönwetter lässt Ozonbelastung steigen
- "Empfindliche Personen sollten einen Gang herunterschalten"
Für die nächsten Tage ist wegen der andauernden Schönwetterperiode mit Ozonhöchstwerten über 180 Milligramm pro Kubikmeter Luft zu rechnen. Darauf machte Gesundheitsminister Werner Schnappauf heute in München aufmerksam. Schnappauf: "Empfindliche Personen sollten einen Gang herunterschalten und während der Nachmittagsstunden erhebliche körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden." Solange die erhöhten Ozonwerte vorliegen empfiehlt Schnappauf auf entbehrliche Autofahrten oder Rasenmähen zu verzichten. Schnappauf: ?Durch die konsequente Ozon-Minderungs-strategie sind die Ozonwerte in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Allerdings kann es bei derart intensiver Sonneneinstrahlung immer noch zu vereinzelten Überschreitungen kommen." Von den landesweit 28 Mess-Stationen haben gestern erstmals in diesem Jahr die drei Stationen in Andechs, Bad Reichenhall und Garmisch Werte über 180 Milligramm pro Kubikmeter (als einstündiger Mittelwert) registriert. Dem Minister zufolge sprechen die Erfolge bei der Ozonminderung dafür, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen. Da Ozon über weite Strecken transportiert wird, sprach sich Schnappauf für eine europaweite konzertierte Minderungsstrategie aus: "Dem Ziel, die ozonverursachenden Abgase aus Verkehr international weiter zu senken, wird durch die bereits vorgesehene Verschärfung der EU-Abgasnormen für Kraftfahrzeuge erreicht."
Die Ozonbelastung habe dem Minister zufolge in den letzten Jahren insgesamt abgenommen: ?Die verschärften Abgasnormen bei Kraftfahrzeugen und auch die Schadstoffminderungen bei Industrieanlagen haben bereits erheblich zum Rückgang des bodennahen Ozons beigetragen." Seit 1990 ist die Zahl der Tage mit Überschreitung des Ozon-Informationswertes ständig gesunken. So wurde 2002 die Informationsschwelle nur einmal überschritten, 2004 gab es an 3 Tagen Überschreitungen. Nur der Jahrhundertsommer 2003 hatte mit 21 Tagen überdurchschnittlich oft zu hohen Ozonwerten geführt. Ab 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft sollten empfindliche Personen während der Nachmittagsstunden erhebliche körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden. Von besonderen sportlichen Ausdauerleistungen wird abgeraten. Ab 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft wird diese Empfehlung generell gegeben. Ab dieser Konzentration können Symptomen wie Tränenreiz, Reizung der Atemwege, Kopfschmerz und Atembeschwerden auftreten.
Erhöhte Ozonwerte entstehen bei intensiver Sonneneinstrahlung, hohen Temperaturen und gleichzeitigem Vorhandensein von Kohlenwasserstoffen und Stickstoffdioxid in der Luft. Grundsätzlich ist Ozon in der Stratosphäre erwünscht, weil es dort als "Ozonschicht" das schädliche UV-Licht der Sonne absorbiert. In Erdnähe ist es jedoch als Umweltgift unerwünscht. Das Gas bewirkt - neben seinen gesundheitlichen Auswirkungen - Waldschäden und erhöhte Korrosion. Die Ozonbelastung ist während der Nachmittagsstunden am höchsten, nachts baut sich das Ozon wieder ab. In Reinluftgebieten ist der nächtliche Ozonabbau weniger stark ausgeprägt, da dort die zum Ozonabbau beitragenden Reaktionspartner - in erster Linie das Stickstoffmonoxid aus den Kfz-Abgasen - fehlen.
Die Ozon-Werte werden fortlaufend an landesweit 28 Stationen gemessen. Die aktuellen Ozonwerte und der tägliche Ozonbericht sind mit stündlich aktualisierten Werten unter www.bayern.de/lfu/luft/index.html online abrufbar. Das Bayerischen Landesamt für Umweltschutz informiert die Öffentlichkeit über Presse, Rundfunk und Fernsehen, wenn Ozonkonzentrationen von mehr als 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft (als einstündiger Mittelwert) gemessen werden. Die aktuellen Ozonkarten finden sich unter www.stmugv.bayern.de. Die Ozon-Prognosen für den nächsten Tag werden zusätzlich vom Rundfunk in den Nachrichtensendungen bekannt gegeben. Mehr zum Thema: www.stmugv.bayern.de/de/luft/ozon/inhalt.htm .
Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de
Quelle: BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UMWELT (STMUGV) / pressrelations.de
23.06.2005 - 17:47 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 348 X