Nachwachsende Rohstoffe: Land darf bei den Ölquellen von morgen Chancen für Ökologie und Arbeitsmarkt nicht verschlafen!
Nachwachsende Rohstoffe spielen bei der Erzeugung von Energie eine immer wichtigere Rolle in Deutschland. Die Förderung dieser Energieträger ist in den vergangenen Jahren von der Bundesregierung stark ausgeweitet worden. Im Gegensatz dazu hat die Hessische Landesregierung diese Förderung bisher nur unzureichend angepackt. Um auch die Chancen für Hessen auf ökologischem und wirtschaftlichem Gebiet deutlich zu machen, legt der agrarpolitische Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Martin Häusling, heute dazu ein Positionspapier der Grünen Landtagsfraktion vor, in dem die Möglichkeiten von nachwachsenden Rohstoffen für Hessen vorgestellt werden.
"BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen die Abhängigkeit vom Öl vermindern und zwar mit einer Doppelstrategie: Erstens :Energieeinsparen und umfassende Effizienzsteigerung- also weniger Verbrauch und modernste Technik, damit die eingesetzte Energie die höchsten Wirkungsgrade erzielt. Zweitens: Den größtmöglichen Ersatz von Erdöl durch erneuerbare Energiequellen und nachwachsende Rohstoffe.
Ziel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist es, die Energie- und Rohstoffbasis umzustellen auf eine nachhaltige, dezentrale, markt- und umweltgerechte Versorgung mit regenerativen Energien und nachwachsenden Rohstoffen. Bis 2020 sollen 25% der stofflichen Nutzung (Chemikalien, Kunststoffe, Baumaterialien), 25% der Stromversorgung, 25% der Wärmenutzung und 25% der Kraftstoffproduktion auf Basis erneuerbarer Energien mit einem hohen Beitrag nachwachsender Rohstoffe erfolgen. Diese ambitionierten Ziele erfordern eine langfristig angelegte Strategie auch in Hessen. Eine Renaissance von einheimischer Kohle oder Atomkraft, wie es CDU und FDP sowie die deutschen Energiekonzerne und ihre Lobby in Verbänden und Politik propagieren, führt nicht aus der Sackgasse der Abhängigkeit von Öl und Uran heraus. Vielmehr dient dies nur den kurzfristigen Gewinnerwartungen der Energieerzeuger. Man kann dagegen mit Recht davon sprechen, dass die Bio-Energien die Ölquelle von morgen sind, die jedoch heute erschlossen werden müssen", beschreibt Martin Häusling die Anforderungen an eine nachhaltige Energiepolitik aus grüner Sicht.
Martin Häusling macht auf die ökonomischen Wirkungen eines konsequenten Ausbaus der regenerativen Energien aufmerksam: 130 000 Arbeitskräfte waren nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums zufolge in 2003 im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig, davon wurden im Bereich der Bioenergie laut Angaben des Bundesverbandes Bioenergie 50.000 Arbeitsplätze geschaffen. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sollen bis zum Jahr 2030 bei einem von den GRÜNEN vorgeschlagenen offensiven Ausbau der Biomassenutzung noch mindestens weitere 200 000 Arbeitsplätze allein im Bereich der Bioenergie hinzukommen. Diese Arbeitsplätze entstehen vor allem im ländlichen Raum, also dort, wo in den vergangenen Jahren viele Einkommensmöglichkeiten für Menschen verloren gingen.
"Auch Hessen kann von dieser positiven Entwicklung profitieren. Schätzungen gehen davon aus, dass bei konsequenter Nutzung der Erneuerbaren Energien in Hessen ca. 6.500 Arbeitsplätze entstehen könnten, davon allein im Bereich Biomasse 2.500. Bis im Jahr 2030 könnten allein beim Ausbau der Biomasseenergie weitere 10.000 Arbeitsplätze in Hessen entstehen. Diese Arbeitsplätze kämen insbesondere den Beschäftigungsmöglichkeiten in Land- und Forstwirtschaft zugute. Aufgrund der hiesigen CDU-Politik ist das Land jedoch dabei, seine Chancen zu verschlafen. Seit dem 1. April gibt es vom Land für dieses Jahr keine Unterstützung mehr für den Bau von Biogasanlagen und Holzheizungen, weil die Mittel aus dem Landesprogrammaufgrund der gestiegenen Nachfrage bereits vollständig ausgeschöpft sind. Stattdessen verweist die Regierung Koch jetzt auf Mittel des Bundes, die das Ministerium von Renate Künast bereitstellt, obwohl die CDU für den Fall der Regierungsbildung angekündigt hat, die Förderung der Erneuerbaren Energien massiv einzuschränken", macht Martin Häusling das Versagen der Regierung Koch deutlich.
Dass es auch in CDU-regierten Ländern besser gemacht werden kann, zeigen Beispiele aus den benachbarten Bundesländern. Bisher werden in Hessen nur drei bis vier Prozent Energie aus regenerativen Quellen erzeugt. Die Bioenergie hält an diesem Anteil knapp eineinhalb Prozent. In Bayern dagegen werden jetzt bereits schon vier Prozent der alternativen Energien aus Biomasse gewonnen. Hessen hat im Bereich Biomasse in 2004 nur 35 geförderte Biogasanlagen vorzuweisen, in Bayern liefen im Jahr 2004 bereits über 650 Anlagen. Im Bereich Holzfeuerungsanlagen sieht es nicht viel besser aus. In 2004 gab in Hessen 54 geförderte Biomasseheizanlagen, in Bayern dagegen 236. "Das zeigt deutlich, dass in Bayern der Biomassenutzung einen höheren Stellenwert beigemessen wird als in Hessen", so Martin Häusling.
Um den schon eingetretenen Rückstand Hessens wieder aufzuholen, richten die Grünen einen Forderungskatalog an die Landesregierung. "Es muss ein Landesaktionsprogramm Biorohstoffe mit den Schwerpunkten Forschung, Beratung, Ausbildung und Einrichtung von Pilotbetrieben aufgelegt werden. Wichtig ist auch, ausreichende Fördermittel bereitzustellen, um Anreize für Investitionen zu geben. Das unterfinanzierte Kompetenzzentrum HessenRohstoffe in Witzenhausen muss endlich finanziell und personell besser ausgestattet werden. Nur so kann der Vorsprung Deutschlands im Bereich regenativer Energien, der durch das von rot-GRÜN in Berlin geschaffene Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) erzielt wurde, gehalten und ausgebaut werden und Hessen wieder Anschluss finden," untereicht Martin Häusling die Forderungen der GRÜNEN.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Internetseite der Fraktion www.gruene-fraktion-hessen.de in der Rubrik Themen/ Landwirtschaft und Wald.
Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNENim Hessischen Landtag - Pressesprecherin: Elke CezanneSchlossplatz 1-3 65183 WiesbadenFon: 0611/350597 Fax: 0611/350601Mail: grueneltg.hessen.de Web: http://www.gruene-hessen.de
Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN HESSEN / pressrelations.de
29.07.2005 - 18:01 Quelle: pressrelations.de | Gelesen: 778 X

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