Klimaschutz, Jobs und wirtschaftlicher Aufschwung – alles ist machbar!
Sächsischer Solarunternehmer rechnet es vor / Energiepreisbegrenzungssteuer löst Investitionen in Milliardenhöhe aus und schafft den CO2-Ausstieg
Augustusburg - Angesichts des am Freitag veröffentlichten Weltklimaberichtes des UN-Klimaausschusses IPCC herrscht Ratlosigkeit über einen Ausweg aus der drohenden Klimakatastrophe. Der sächsische Solarunternehmer Jörg Buschbeck hat bekannte Fakten und eine schlüssige Finanzierung zu einem Konzept zusammengeführt, mit dessen Hilfe die derzeitigen CO2-Emissionen weltweit halbiert und in Deutschland sogar auf ein Drittel reduziert werden könnten. Gleichzeitig würde dadurch eine Investitionswelle ausgelöst, die eine Vielzahl von Arbeitsplätzen schafft und die Unabhängigkeit von Energieimporten ermöglicht. „Es ist viel einfacher, als man glaubt. Wir müssen es nur wollen“, sagt Jörg Buschbeck, Geschäftsführer der Firma Buschbeck Solartechnik im sächsischen Augustusburg „Energie wird in den nächsten Jahren in jedem Fall teuerer – mit meinem Konzept fließt das Geld in den CO2-Ausstieg und die deutsche Volkswirtschaft – wenn wir es laufen lassen wie bisher fließt es in die Kassen der Ölproduzenten und Börsenspekulanten.“
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Energiepreissteigerungen in den nächsten Jahren, die aufgrund der weiter steigenden Nachfrage und der gleichzeitig prognostizierten Verknappung der fossilen Ressourcen von kaum einem Experten noch bezweifelt werden, kann das heutige Energiepreisniveau noch als relativ moderat bezeichnet werden. „Bisher hat relativ billige Fossilenergie aber die Entwicklung von Alternativen verhindert – und genau dies kommt uns nun teuer zu stehen“, so Jörg Buschbeck angesichts des Klimaberichtes. Was wäre aber, wenn in Europa und vielen anderen Ländern der Welt ein Konzept umgesetzt würde, welches den Markt der fossilen Energieträger vom Nachfrage- zum Angebotsmarkt verändert? Der Preisanstieg für fossile Energie würde dann zumindest nicht so abrupt ausfallen und sich vermutlich in der Nähe der normalen Inflationsrate bewegen.
Mit dem heutigen Know-how der regenerativen Energien sind die Alternativen in der Energieversorgung technisch bereits vorhanden. Die Greenpeace-Studie „Energie-[R]evolution – ein nachhaltiger Energieausblick“ zeigt eindrucksvoll, das dezentrale Energiesysteme der wichtigste Baustein der Energiewende sein müssen. Dabei werden in einem so genannten virtuellen Kraftwerk kleine, dezentrale Kraftwerke wie zum Beispiel Windenergieanlagen, Solaranlagen, Blockheizkraftwerken, Kleinwasseranlagen und Biogasanlagen zentral gesteuert. Eine weitere Studie der Umweltorganisation („2.000 Megawatt - sauber!) hat zudem am Beispiel des RWE-Braunkohlekraftwerkes in Neurath bei Düsseldorf untermauert, dass durch ein solches Alternativsystem gleichzeitig 80 % der Treibhausgase und Geld gespart werden. Leider soll sich dieses Konzept auch aus dem Verkauf von Verschmutzungsrechten für RWE finanzieren, weshalb Jörg Buschbeck eine andere Idee bevorzugt.
Um dem technisch Möglichen und dem ökologisch Sinnvollen jetzt auch zum Erfolg zu verhelfen, hat Jörg Buschbeck die „Energiepreisbegrenzungssteuer“ ersonnen. Er schlägt eine nur langsam aber über einen kalkulierbaren Zeitraum von z.B. 30 Jahren ansteigende Energiesteuer vor, die dazu verwendet wird, zinslose Kredite für den CO2-Ausstieg zu vergeben. Werden Energiesparmaßnahmen über den Kapitalmarkt finanziert, ist die Einsparung bei heutigen noch relativ geringen Energiepreisen in der Regel geringer als die Summe aus Zins und Tilgung - es rechnet sich dann einfach nicht. Außerdem sind alternative Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser trotz ihres großen Potenzials unstetig in ihrem Energiefluss. Der Ausgleich wäre einfach und CO2-arm über dezentrale Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen zu bewältigen. Diese dürfen aber nur laufen, wenn Wind und Sonne nicht zur Verfügung stehen. Auch dies ist nur wirtschaftlich, wenn keine „Zinsuhr“ tickt. Solche dezentralen Blockheizkraftwerke wären auch die ideale Ergänzung zu Wärmepumpensystemen, in welchen Jörg Buschbeck die perfekte Ergänzung von Solarheizungen sieht. Diese Wärmepumpen brauchen fast nur in den vier Wintermonaten Strom – genau dann, wenn auch die wärmegeführten Blockheizkraftwerke Strom liefern.
Doch wie soll die Energiepreisbegrenzungssteuer funktionieren? Hier eine Beispielrechnung: Die deutsche Politik beschließt eine Steuer auf den Primärenergieeinsatz, welche über einen Zeitraum von 30 Jahren von 0,2 auf 6Cent/kWh anwächst. Diese minimalen Preissteigerungen sind viel geringer als die typischen wöchentlichen Schwankungen bei den Benzinpreisen.
Wir verbrauchen momentan in Deutschland ca. 4 Billionen kWh Primärenergie – dieser Verbrauch soll über 30Jahre auf ein Drittel fallen. Dadurch würden sich durchschnittliche jährliche Steuereinnahmen von ca. 68 Milliarden Euro ergeben. Mit diesen Summen könnten eine Zinsfreistellung für die Investitionskredite in den CO2-Ausstieg finanziert werden und beispielsweise bei 4% Zinserlass und 20 Jahren Kreditlaufzeit ca. 2 Billionen Euro Privatinvestitionen (über 30 Jahre) in den CO2- und Fossilenergieausstieg angeschoben werden. Davon würden ca. 400 Milliarden an zinslosen Krediten gebraucht, um ca. 80 GW fossile und atomare Großkraftwerke komplett auf Regelenergie aus Kraft-Wärmekopplung umzustellen. Der Rest stünde vor allem für die kostenintensive thermische Gebäudesanierung und das ganze andere Spektrum alternativer Energien und Einsparmaßnahmen zur Verfügung. Es werden sich dann die Technologien durchsetzen, welche die Aufgabe am wirtschaftlichsten leisten können. Diese zinslosen Kredite lösen also das Hauptproblem beim CO2-Ausstieg.
Aber den CO2-Ausstoß auf ein Drittel senken – wie soll das gehen? Beim Verkehr, der ca. 30% des Primärenergiebedarfs verursacht, werden wir die fossilen Energieträger wie Öl und Gas aufgrund Ihrer hohen Energiedichte vorerst weiter brauchen. Deshalb schätzt Jörg Buschbeck das Einsparpotential z. B. mittels leichterer und effizienterer Fahrzeuge hier nur auf 30%. Bei der Wärme- und Stromversorgung liegt das Potential aus Einsparung alternativer Energie und Kraft-Wärmekopplung dagegen bei 80%. Beispielweise verbraucht der Gebäudebestand in Deutschland heute noch ca. 250kWh/qm/Jahr Primärenergie für Heizung und Warmwasser – mit einer thermischen Gebäudesanierung auf Niedrigenergiehausstandard und Abdeckung des Restwärmebedarfs über Solarheizung und Wärmepumpe sinkt der Primärenergieeinsatz nach heutigem Stand der Technik auf ca. 25kWh/qm/Jahr.
Sollen wir in Deutschland nun wieder im Alleingang vorangehen und unsere Energieverbraucher mit neuen Steuern belasten, während andere Länder hier wenig tun? „Wer dieses Konzept am schnellsten umsetzt, ist der Gewinner“, ist sich Jörg Buschbeck sicher. „Die positiven Wirtschaftseffekte aus den angeschobenen Milliardeninvestitionen gleichen die Steuerbelastung locker aus. Wir bauen unseren Wettbewerbsvorsprung auf diesem Gebieten weiter aus und den anderen Ländern bleibt gar nichts anderes übrig, als uns hier nachzufolgen, wenn Sie nicht vollständig auf den Zukunftsmärkten zurückfallen wollen. Und dann wird dies unseren Einkaufspreis für Fossilenergie auch entsprechend langsamer wachsen lassen, so dass die effektiven Energiepreise niedriger sind als ohne diese Steuer. Zusätzlich spart der Verbraucher ja auch noch Geld aus den umgesetzten Energiesparmaßnahmen.“
Über diese Idee wird sich trefflich streiten lassen – aber wie kommt man eigentlich dazu, solche Konzepte aufzustellen? „Ich denke seit 16 Jahren eigentlich an nichts anderes“, so Jörg Buschbeck. Genau vor 16 Jahren hat er seine Solartechnikfirma gegründet. Heute steht er als Mitgliedsbetrieb der BUSO Bund Solardach eG in engem Erfahrungsaustausch mit anderen Praktikern der alternativen Energietechnik. „Wir kennen die gesamte Palette alternativer Energietechnik und Energiesparmaßnamen aus der Praxis. Es gibt dort ein Riesenpotential, aber es ist vielen Leuten einfach nicht möglich, die finanziellen Mittel dafür aufzubringen – mit langfristigen, zinslosen Krediten wäre der CO2-Ausstieg dagegen kein Problem.“
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06.02.2007 - 18:26 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 1512 X

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