Erdwärme im Norden - Das Gute liegt so nah
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Laut einer Theorie folgt die menschliche Er-kenntnisgewinnung dreier Schritte zur Lösung eines Problems. Zunächst werden größte, meist physische Anstrengungen unternommen wie z.B. das Hüten des lebensspendenden Feuers zu Beginn der menschlichen Kultur. Dieser lästig folgte das rücksichtslose Abwäl-zen dieser Pflicht auf Maschinen, die mit im-mer knapper werdenden Ressourcen befeuert werden. Die gewonnene Bequemlichkeit weicht nun der unbequemen Erkenntnis des schwindenden Luxus und der Besinnung auf eine nachhaltige Befriedigung menschlicher Energiebedürfnisse.
Die Erdwärme, die uns seit den Kindertagen menschlichen Daseins im Überfluss zur Verfü-gung steht, ist letztes und wichtigstes Glied dieses Problemlösungsprozesses. Ihr Nutzen vereint zugleich höchste Bequemlichkeit mit nachhaltigem Umweltbewusstsein und ist günstiger als alle am Markt verfügbaren Tech-niken zur Wärmegewinnung.
Das Kraftwerk einer solchen Erdwärmeheizung, die Wärmepumpe, steht heute bereits in jedem Haushalt: der Kühlschrank (im Übrigen eine deutsche Erfindung). Kritikern, die behaupten, man „wasche“ Atomstrom oder missbrauche die „edle“ Elektrizität, sei nahe gelegt, über ihre Priorität eines gekühlten Feierabendbieres gegenüber dem Klimaschutz nachzudenken.
Ja, die Wärmepumpe verbraucht Strom. Sie pumpt damit die Erdwärme, die im Jahres-durchschnitt mit knapp über 0°C aus der Erde gefördert wird, auf das zu Heizzwecken nutz-bare Temperaturniveau. In Abhängigkeit die-ses Niveaus schwankt die Arbeitszahl der Erdwärmeheizung in der Regel um ein Ver-hältnis von 1kW Strom zu 4kW erzeugter Wär-memenge. Doch schon bei einer sogenannten Arbeitszahl von 3 ist die Wärmepumpe die effizienteste Energieveredelung der Zeit (siehe Grafik). Die EU-Ziele zur Steigerung der Endenergieeffizienz erfüllt die Erdwärmepumpe daher eher als andere Energiesparmassnahmen, die ohne Zweifel wichtig sind, jedoch zu häufig, wie die Diskussion um Energiesparlampen zeigt, ein radikales Umdenken verhindern.
In heutigen, wärmegedämmten Neubauten bereits etabliert, wird das Potential der Wär-mepumpenheizung zum Klimaschutz in Altbau-ten bisher verkannt. Dies mag am berechtigten Einwand liegen, dass Niedertemperatursyste-me wie die Erdwärmeheizung für die hochtem-perierte Wärmeabgabe über Radiatoren oder Flachheizkörper wenig geeignet sind. Dieser Einwand verkennt jedoch, dass die fachmänni-sche Dimensionierung der Wärmepumpe als Ganzes, die energetische Analyse der Immobi-lie, die richtige Wahl der Umwälzpumpen, Speicher und Regelungstechnik sowie die hydraulische Abgleichung der Wärmeabgabe auch im Bestand eine umweltfreundliche und kostengünstige Heizleistung garantiert. Und überdies Arbeitsplätze für hochqualifizierte Arbeitnehmer schaffen.
Die Diffusion dieses Bewusstseins folgt leider einem Süd-Nord-Gefälle, das anhand flexibler Förderungen, Zuschüsse auf Landes- als auch kommunaler Ebene sowie intensiver Öffentlichkeitsarbeit im Süden der Republik deutlich werden. Angesichts geringerer Bohrkosten zur Erschließung der Erdwärme und höheren Heizstundenzahlen im Norden erscheint die Fokussierung auf das Heizen mit Biomasse, die für den Nutzer aufwendig und überdies bereits teuer aus dem Ausland importiert werden muss, als Rückschritt im Problemlösungsprozess, den uns der Klimawandel stellt. Auf politische Einflussnahme zu hoffen, wird daher nicht nur teurer für den Endverbraucher, sondern sicherlich zu spät sein, um die entschei-denden Schritte gegen eine spürbare Klimaerwärmung einzuleiten.
Zum Glück ist jedem Einzelnen überlassen, die Stufen der Erkenntnisgewinnung zu überspringen und das naheliegendste zu wählen, die Erdwärme zum Guten für die Umwelt und Geldbeutel jedes Einzelnem zu nutzen.
Quelle: Stoltenberg Energie GmbH / pressbot.net
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05.03.2007 - 12:34 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 947 X
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