Finanzierung und Versicherung von Geothermieprojekten schreiten voran
Expertenaustausch auf der 3. Internationalen
Geothermiekonferenz in Freiburg
Freiburg, 20. April 2007 – Rund 180 Teilnehmer aus der
Geothermiebranche sowie Versicherer, Investoren und
Kommunalvertreter trafen sich gestern zur 3. Internationalen
Geothermiekonferenz in Freiburg. Eröffnet wurde die
Veranstaltung in Vertretung von Schirmherrn Sigmar Gabriel
durch Dr. Karin Freier, Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). „In einem vom BMU
entwickelten Szenario gehen wir davon aus, dass die Geothermie
im Jahr 2050 12,5 Prozent des Wärmebedarfs bereitstellen kann“,
prognostizierte Freier in ihrer Begrüßungsrede.
Geothermieprojekte zur Wärme- und Stromerzeugung verlangen
auf Grund hoher Anfangsinvestitionen und des Fündigkeitsrisikos
ein gutes Risikomanagement und eine durchdachte
Finanzierungsstrategie.
„Das Hauptaugenmerk der 3. Internationalen Geothermiekonferenz galt
dem Dialog zwischen Projektentwicklern einerseits und Investoren und
Versicherern andererseits,“ erläutert Volker Krauth, Geschäftsführer der
forseo GmbH. So gehört die Finanzierung zu den wichtigsten Aspekten bei
der Realisierung von Geothermievorhaben. Vor- und Nachteile
verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten durch Eigen- oder Fremdkapital
sind hinsichtlich des individuellen Risikopotenzials der einzelnen Projekte
gegeneinander abzuwägen. „Die Zeit ist reif, um in die Geothermie zu
investieren“, meint Heribert Sterr-Kölln, Geschäftsführer von Sterr-Kölln &
Partner, „von Investments in Form von Publikumsfonds rate ich jedoch ab,
da diese nicht geeignet sind, das Risiko von Geothermieprojekten zum
jetzigen Zeitpunkt zu tragen.“ Über die Kriterien eines Risikokapitalgebers
und den bedingt geeigneten Einsatz von Venture Capital bei
Geothermieprojekten berichtete Jochen Sautter von VentureInvest. Jörg-
Peter Voß von der IKB Deutschen Industriebank schätzt das
Investitionspotenzial in Deutschland derweil auf 4,5 bis 5 Milliarden Euro.
Erfolgreich scheint das Finanzierungsmodell von Geodynamics Limited: Das
australische Unternehmen finanziert sich als Aktiengesellschaft. Seit 2002
haben Investoren durch den Kauf von Aktien 45 Millionen Euro in das
Unternehmen gebracht. Erst kürzlich konnte das Unternehmen weitere
Aktien im Wert von 30 Millionen Euro veräußern. Im September soll mit
einem eigenen Bohrgerät das australische Projekt fortgeführt werden.
Eine Fündigkeitsversicherung minimiert nicht nur das Risiko finanzintensiver
Projekte: Sie kann auch dazu beitragen, den Weg der Finanzierung
überhaupt zu erleichtern. Dies bestätigte Kyoichi Shimazaki von der
Weltbank, mit der Vorstellung der Risikoabsicherungsinstrumente unter
anderem einer Fündigkeitsversicherung. Christian Scholz, Prokurist der
FirstGeoTherm GmbH, spricht sich für den Abschluss einer
Fündigkeitsversicherung noch vor der Akquise von Investoren aus: „Die für
die Versicherung nötige Aufarbeitung und Vervollständigung aller
Projektunterlagen liefert zugleich belastbare und aussagekräftige
Unterlagen für Investoren. Machbarkeitsstudie und Possibility of Success-
Studie schaffen Sicherheit für Projektplaner und potenzielle Finanzierer.
Eine durch den Projektentwickler abgeschlossene Fündigkeitsversicherung
ist ein Qualitätsmerkmal für geprüfte und als versicherbar eingestufte
Projekte.“ Scholz präsentierte die erste Fündigkeitsversicherung im
Oberrheingraben für das neue Projekt in Wörth.
Weitere Themen der 3. Internationalen Geothermiekonferenz waren die
Möglichkeiten und Formen der Stimulationen im Untergrund und ihre
Relevanz hinsichtlich seismischer Ereignisse. Beiträge zu
Voruntersuchungen auf geochemischer Basis und Ihrer Anwendung sowie
Berichte über neue Projekte rundeten das Programm ab. Der badische
Energieversorger badenova AG & Co. KG referierte über Projekte in der
Region am Oberrhein: Für die Voruntersuchungen zu einem möglichen
Geothermiekraftwerk in Breisach wurden jetzt Gelder bereit gestellt. Die
GWK Hochrhein GmbH plant zwischen Bad Säckingen und der
Landesgrenze bei Schaffhausen Bohrungen bis in drei Kilometer Tiefe.
Erfolgreich verläuft zur Zeit das Projekt in Landau: Das
Geothermiekraftwerk mit gekoppelter Fernwärmeversorgung kann
voraussichtlich bereits Ende dieses Jahres seinen Betrieb aufnehmen.
Beispielhaft für die Kombination der Geothermie mit anderen Erneuerbaren
Energien ist das Hybridkraftwerk in Neuried, bei dem von einer
Biogasanlage dem Geothermiekraftwerk zusätzliche Wärme zugeführt wird.
Die Veranstalter, die forseo GmbH und der fesa e.V. aus Freiburg, zeigen
sich zufrieden mit der Konferenz: „Wir freuen uns über den zunehmenden
Zuspruch der Finanzbranche. Rund 20 Prozent der 180 Teilnehmer kamen
aus dem Kapitalsektor. Dies zeigt, dass das Interesse der Investoren für die
Geothermie geweckt ist“, schildert Dr. Jochen Schneider vom fesa e.V. Die
Teilnehmer waren begeistert von der Veranstaltung, vor allem auch über
die offene und kritische Betrachtung der tiefen Geothermie, die ein Risiko
birgt, aber auch über ein gigantisches Potenzial verfügt.
Weitere Informationen, Programm und Anmeldung unter www.forseo.de
und www.geothermie-oberrhein.de.
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Informationen zur 3. Internationalen Geothermiekonferenz:
Die 3. Internationale Geothermiekonferenz wurde veranstaltet von der
forseo GmbH Freiburg und dem fesa e.V.
Die forseo GmbH ist ein national und international tätiges Kompetenz- und
Dienstleistungszentrum für Fragen der Finanzierung nachhaltiger
Energieprojekte. Durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen,
Finanzdienstleistern und anderen privaten und öffentlichen Institutionen
fördert forseo den Aufbau strategischer Partnerschaften.
Der fesa e.V. verfolgt seit 1993 das Ziel der Energiewende am Oberrhein
hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung durch Erneuerbare Energien.
Die Entwicklung innovativer Projekte, Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying
stehen im Vordergrund der Vereinsinteressen.
Die 3. Internationalen Geothermiekonferenz stand unter der
Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit (BMU) und wird unterstützt von der Geothermischen
Vereinigung e.V. und der Schweizerischen Vereinigung für Geothermie.
Die Hauptsponsoren der 3. Internationalen Geothermiekonferenz waren:
GLITNIR, Sterr-Kölln & Partner GbR und Herrenknecht Vertical GmbH.
Ansprechpartner Pressearbeit:
Milena Jokisch, jokisch
fesa.de
Weitere Informationen zur
3. Internationalen Geothermiekonferenz:
Jochen Schneider, fesa e.V.
Solar Info Center
79072 Freiburg
Tel.: +49 (0)761 / 40 73 61
Fax: +49 (0)761 / 40 47 70
schneider
fesa.de
www.geothermie-oberrhein.de
Kai Sametinger, forseo GmbH
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Quelle: oak media GmbH / pressbot.net
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23.04.2007 - 13:16 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 1002 X