Forschungsprojekt “Kollisionssicherheit von Offshore-Windenergieanlagen“ mit Förderpreis Wind 2007 ausgezeichnet
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Hamburg, 23. Mai 2007 – Der WindEnergieZirkel Hanse (WEZ) hat erstmalig den „Förderpreis Wind 2007“ verliehen. Der Bauingenieur Florian Biehl erhält die Auszeichnung für das Forschungsprojekt “Kollisionssicherheit von Offshore-Windenergieanlagen“. Im Rahmen seiner Promotion am Institut für Konstruktion und Festigkeit von Schiffen an der Technischen Universität Hamburg-Harburg untersuchte Biehl das Kollisionsverhalten typischer Substrukturen von Offshore-Anlagen wie Monopiles, Tripods oder Jackets.
Mit der Auslobung des Preises fördert der WEZ Hanse junge, innovative Nachwuchskräfte, die Projekte in der Windenergie realisiert haben. Matthias Schubert, Chief Technology Officer REpower und 2. Vorsitzender des WEZ, hielt die Laudatio und übergab den Preis am Montagabend im Hamburger Überseeclub an den Doktoranden Florian Biehl. In einem weiteren Vortrag gab Christian Dahlke vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie einen „Rückblick und Ausblick auf die Genehmigung von Offshore-Windenergieanlagen“.
„Der Windenergiezirkel will der Zusammenarbeit und dem Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft starke Impulse geben“, sagte Schubert in seiner Laudatio. Daher sei es nahe liegend, mit einem Preis die wissenschaftlichen und unternehmerischen Errungenschaften eines jungen Mitglieds im Windenergiesektor zu würdigen. Die Branche müsse mit ihrem gewaltigen Wachstum in rasantem Tempo neue Denker und Macher für sich gewinnen und begeistern. „Darauf wollen wir mit diesem Preis aufmerksam machen.“ Die Auszeichnung ist mit 5.000 € dotiert.
Die europäische Windenergiebranche werde sich mit der Einbettung von Standardturbinen in intelligente, spezifische Kundenlösungen profilieren müssen, ist Schubert überzeugt. Relevante Einsparungen in den Energiekosten sieht er klar in der Erforschung innovativer Technologien. „Die europäische Windindustrie braucht neue, zukunftsfähige Technologien, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben will. Sie braucht Forschung.“ Das Forschungsthema von Florian Biehl habe bereits große Resonanz in der Industrie gefunden.
Die Untersuchungen des Preisträgers sind auch in den Leitfaden zur Genehmigung von Offshore-Parks eingeflossen, den das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) in Kürze veröffentlichen wird. Der Nachweis der Kollisionssicherheit wird eine Anforderung für die Genehmigung von Windenergieanlagen auf See sein. „Für die Branche ist es wichtig, dass es für solche Nachweise wissenschaftlich fundierte Standards gibt“, unterstrich Schubert die Bedeutung der Forschungsergebnisse.
Fortschritt in der Bewertung von Kollisionssicherheit
Bevor ein Offshore-Windpark errichtet werden darf, muss der Betreiber nachweisen, dass die Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs nicht beeinträchtigt wird. Um dieses Risiko abzuschätzen, müssen zwei Fragen beantwortet werden: Wie häufig könnte ein Schiff mit einer Offshore-Windenergieanlage (OWEA) kollidieren (Kollisionshäufigkeit) und welche Schäden können dabei eintreten (Kollisionssicherheit)? In seiner Promotion untersuchte Florian Biehl mit rechnerischen Simulationen mehrere Kollisionsvorgänge. Mit diesen Berechnungen kann der Nachweis der Kollisionssicherheit eines Offshore-Windparks erbracht werden.
Mehrere Kollisionsvorgänge zwischen Schiffen und verschiedenen Unterstrukturen von Offshore-Windenergieanlagen untersuchte Biehl mit Finite-Element-Modellen und Flächen- und Volumenelementen. Er kam zu dem Ergebnis, dass die zu erwartenden Schäden an Schiff und OWEA abhängig sind von den Steifigkeiten. Ist beispielsweise das Schiff steif und die OWEA weich, versagt die Unterstruktur der Anlage ohne die Schiffshülle zu beschädigen. Durch die Simulationsvorgänge können verschiedene Unterstruktur-Typen hinsichtlich ihrer Kollisionssicherheit bewertet werden. Auf Basis der Ergebnisse können Unterstrukturen konstruktiv verändert werden, um das Gefährdungspotenzial zu minimieren. Biehl untersuchte zudem die Auswirkungen des Abreißens einer Gondel.
Biehl’s Arbeit ermöglicht die Kombination von Risiko- und Konsequenzanalyse, mit der die Sicherheit von Offshore-Windenergieanlagen erhöht werden kann.
Florian Biehl (30) studierte in Dortmund Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Konstruktiver Ingenieurbau. Seit 2002 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Konstruktion und Festigkeit von Schiffen an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Er wird seine Promotion zum Dr.-Ing. in Kürze abschließen.
Über den Windenergiezirkel Hanse
Der Windenergiezirkel Hanse ist ein Zusammenschluss von Banken, Versicherungen, Projektentwicklern, Herstellern, Versorgern, Hochschulen und ingenieurtechnischen Beratungsdiensten. Ziel dieses überparteilichen Vereins ist es, ablehnende Einstellungen gegenüber den erneuerbaren Energien durch sachliche Informationen abzubauen, die Bedeutung von Windenergie im Energiemix der Stromversorgung zu unterstreichen und die norddeutschen Interessen an zukunftsweisender Industrie- und Arbeitsmarktpolitik nachhaltig und entscheidend mit zu formulieren. Der Zirkel versteht sich im Zusammenwirken mit den Netzwerken der norddeutschen Windindustrie als kompetente Stimme der Windenergie und strebt eine gute Zusammenarbeit mit nationalen und regionalen Behörden an.
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Florian Biehl (r.) wurde für seine Forschungsarbeit zur “Kollisionssicherheit von Offshore-Windenergieanlagen“ mit dem Förderpreis Wind 2007 ausgezeichnet. Matthias Schubert, 2. Vorsitzender des WindEnergieZirkel Hanse, übergab den Preis
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Quelle: oak media GmbH / pressbot.net
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23.05.2007 - 15:15 Quelle: pressbot.net | Gelesen: 1043 X